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Entstehung der Schule zu Sachsendorf

Der Filial-Ort Sachsendorf gehörte seit undenklichen Jahren zur Pfarre Gars.

Kein Kind konnte die Schule dort besuchen, weil der Ort zu sehr entlegen war, Berg u. Wald für Kinder es unzugänglich machten, da selbst erwachsene Personen 1 3/4 Stunden dahin zu gehen hatten; auch war man dazumal nicht verpflichtet, ein Kind in die Schule zu schicken, u. wer etwas lernen wollte, der ging nach Maissau.

Wie lange vorher, ist unbekannt; allein vom Jahre 1770 bis zum Jahre 1799 hatte Anna Maria Gleinerin, k.k. Trabanten-Witwe in Wien einen gewissen Pater Gschöpf zu ihren Beichtvater ernannt, derselbe wurde hernach von Wien im Markte Gars V. O. M. B. als Coporator angestellt.

Obige Witwe besuchte alle Jahre ihren Beichtvater in Gars u. empfieng daselbst die heiligen Sakramente der Buße u. des Altars.

Der Hochwürdige Pater Gschöpf gab ihr das Geleite bis nach Sachsendorf zu dem damaligen Richter Josef Ehen, wo er wie gewöhnlich nach eingeführten Gebrauche, den Religionsunterricht für Kleine u. Erwachsene ertheilte, obige Witwe den Unterricht selbst beiwohnte.

Nach vollendetem Unterricht verabredeten sie sich, wie sie keine Kinder hatten, was sie den für ein gutes Werk mit ihrem Vermögen nach ihrem Tode machen solle.

Auf Anrathen ihres Beichtvaters beschloß sie eine Schule zu errichten. Nach ihrem Tode sollen 1000 fl als ein eigenes Stiftungs-Capital [? verinteressierlich] angelegt werden, u. die Interessen jedweiligen Schullehrer gegen denen abgereicht, daß er den armen Kindern den Unterricht unentgeldlich ertheile.

Sie selbst gab zum Baue 60 fl, das Übrige sollte die Gemeinde bestreiten, u. so wurde nach eingeholter k. k. kreisämtlicher Bewilligung der Bau im Jahre 1773 angefangen u. im Jahre 1774 die 4 Gemeinden Buttendorf, Amelsdorf, Gumping u. Reikersdorf nach Sachsendorf eingeschult.

Sie versprach jedem Schullehrer 10 fl Unterstützungs-Beitrag, welchen sie auch alljährlich bis zu ihrem Tode abreichte, u. die Schulkinder mußten alle Samstage einen Rosenkranz beten, damit ihr Gott eine glückselige Sterbestunde verleihe.

Der erste Schullehrer im Jahre 1774 war Anton Joseph, der 2te mit Namen unbekannt, der 3te Rudolf, welcher nach Mörtersdorf kam, der 4te Georg Bauer, von Schönberg. Dieser kam nach Heiligen Blut bei Krems, der 5te Stephan Heymann von Znaim, welcher nach Mähren zurückging, alle vom löblichen Kreisamte angestellt. Der 6te Josef Ditz von Horn wurde den 14ten Mai 1791 vom löbl. Kreisamte angestellt.

Die Stifterin starb im Jahre 1799, wo zwar das Testament für giltig erklärt, im Jahre 1800 eine kreisamtliche Comission abgehalten, die Faßion aufgenommen u. jeder Schullehrer sollte 40 fl Beitrag erhalten, aber wegen langwierigen Prozeß ist die Schule durchgefallen, weil zuletzt nichts mehr vorhanden war.

Dies ist beim löblichen Stifte Schotten in Wien nachzulesen.

Unter S. Hochwürden Norbert Sillipp Dechant zu Salapulka war die Zahl der schulgehenden Kinder 77, folglich das Lehrzimmer zu klein, so wurde im Jahre 1813 die erste Schulbau-Comission gehalten.

In den Jahren 1818, 1820 u. 1823 war die Zahl der schulbesuchenden Kinder 66, die Gemeinde Gumping wurde ausgeschult, die aber erst den 24ten November 1824 die Schule in Maissau besuchten. Weil im Jahre 1823 die Zahl der schulgehenden Kinder auf 66 belief und das Lehrzimmer zu klein, so wurde bei gehaltener Comission der Antrag gemacht, weil die Schule Niemand bauen wollte, daß die Schule aufgelassen, u. nur so lange fortbestehen sollte, bis der dortige Schullehrer an einen anderen Dienst untergebracht sein wird.

Weil es nun hernach an denen war, daß die Kinder von Sachsendorf und Buttendorf ihre Pfarrschule, Amelsdorf u. Reikersdorf wegen den Lokalen auch ihre Pfarrschule nicht besuchen konnten, so haben die 4 Gemeinden ihre Bitte beim löbl. Kreisamte eingereicht, daß ihnen ihre Schule belassen wurde, und so ist es bis gegenwärtige Zeit verblieben.

Wie lange jene Lehrer [unterrichteten], welche vor dem Ditz Josef den Schuldienst versahen, weiß man nicht mehr.


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