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Sachsendorfer Schulchronik

Die Schulchronik von
Sachsendorf
1876--1967

Vorwort

Die Schulchronik von Sachsendorf, einem kleinen Ort am Rande des Manhartsberges, wurde im Jahr 1876 begonnen und endet mit dem Schuljahr 1967/68. Die Schule wurde mit 31.8.1972 stillgelegt und die Kinder in Reinprechtspölla eingeschult.

An den Beginn stellt der erste der VerfasserInnen, Schulleiter Meinrad Prieth, einen historischen Rückblick zur Ruine von Sachsendorf, und wir erfahren, dass die Entstehung der Schule auf die Stiftung einer in Wien lebenden Trabanten-Witwe zurückgeht. Weiters versucht er, alle Namen der Lehrer für die Zeit seit der Schulgründung, die ja bereits im Jahre 1774 stattfand, zu ermitteln. Diese "Reihenfolge der Lehrer" beginnt zwar - wie die Chronik allgemein - etwas chaotisch, ist aber sehr hilfreich, weil sie in der Folge lückenlos weitergeführt wird.

Die Aufzeichnungen beschäftigen sich natürlich in erster Linie mit den wichtigsten Ereignissen des jeweiligen Schuljahres. Dazu zählen Schulausflüge, Theateraufführungen und sonstige Schulveranstaltungen, Veränderungen an Schulgebäude und Schulobstgarten sowie eventuelle Wechsel in der Schulleitung.

Das Wettergeschehen wird durchgehend - zumindest in groben Zügen - dokumentiert und seine Auswirkungen auf Landwirtschaft und Ernte vermerkt. Wir finden mehrere besonders harte und schneereiche Winter, gewaltige Windhosen und Blitzeinschläge, Maiblumen und Huflattich, die zu Weihnachten blühen und andere Wetterkapriolen, von denen wir häufig annehmen, dass es "früher so etwas nicht gegeben hat".

Einen weiteren Schwerpunkt bilden besondere Vorkommnisse im Schulort bzw in der Schulgemeinde (Amelsdorf, Buttendorf, Reikersdorf, Sachsendorf, Wiesent). Dazu zählen Gedenkfeiern, Wahlergebnisse, Unfälle, Brände, die Elektrifizierung, die ersten Kraftfahrzeuge, die erste Postautobuslinie, das erste Radio und vieles mehr. Darüber hinaus werden auch regionale und überregionale Begebenheiten, wie zum Beispiel die Landesausstellung in Horn und der Kaiserbesuch in Eggenburg erwähnt.

Es ist wohl kaum verwunderlich, dass die Schilderungen über die Kriegs- und Mangeljahre der beiden Weltkriege sowie deren Auswirkungen auf die Schule und das Leben in der Schulgemeinde breiten Raum einnehmen. Da diese schreckliche Zeit eine derart grosse Bedeutung für die Geschichte unseres Landes hat und für das Leben unserer Grosseltern- und Elterngeneration so einschneidend war, hinterlassen die Aufzeichnungen aus diesen Jahren besonderen Eindruck. Der Umstand, dass es sich nicht um eine Rekonstruktion von Geschichte im Nachhinein, sondern um die Beschreibung der Gegenwart mitten im Geschehen handelt, macht die Chronik so überaus wertvoll.

Die Chronik war zum Grossteil in kurrenter Handschrift ("Deutsche Schrift") verfasst und wurde von mir in lateinische Schrift übertragen und anschliessend edv-gerecht aufbereitet. Dies dauerte - mit Unterbrechungen - von September 2003 bis Oktober 2004.

An dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei all jenen bedanken, die unterstützend mitgewirkt haben:

  • bei Herrn OSR Burghard Gaspar, Volksschuldirektor in Reinprechtspölla, dafür, dass er die Anregung zu dem Vorhaben gegeben und die Unterlagen zur Verfügung gestellt hat,
  • bei Christa Schweiger für die mühsame Arbeit des Korrekturlesens,
  • bei Ulli Pastner dafür, dass sie mir in allen Phasen des Projektes mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat,
  • bei den LeserInnen der vorläufigen, noch sehr fehlerhaften Versionen, die mir mit ihren Rückmeldungen den Ansporn zum Weitermachen gegeben haben,
  • bei den SachsendorferInnen, die in diversen Gesprächen ihr Interesse bekundet haben und so eine wichtige Motivationshilfe waren.

Möge die vorliegende Chronik dazu beitragen, das Interesse an der eigenen Geschichte zu wecken und wach zu halten.

Gerhard ÖttlSachsendorf, am 15. Oktober 2004


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Ein paar technische Hinweise:

Nicht zu entziffernde Wörter, Ergänzungen und Anmerkungen habe ich mit eckigen Klammern [...] gekennzeichnet.
Sollten noch Änderungen erfolgen, so finden Sie unter <http://www.ogersoft.at/sachsendorf/chronik/> die jeweils aktuelle Version im Internet. Die Chronik steht aber auch auf Datenträger (CD-ROM) zur Verfügung.
Wenn Sie mir eine Nachricht senden wollen, erreichen Sie mich unter gerhard.oettl@nixda.ogersoft.at; (Bitte "nixda." aus Mailadresse entfernen).

Letzte Aktualisierung: 31.10.2004 - Version: 0.9.3

Ruine Sachsendorf

Da es für eine jede Gemeinde von besonderer Wichtigkeit ist, auch die Denkmäler ihrer Heimat kennenzulernen, erlaube ich mir auch in diesem Schulgedenkbuche einige wahrheitsgetreue Skizzen über die unweit der Schule befindliche Ruine anzuführen.

1213 wird Sachsendorf gegründet von Ritter Ulrich von Sachsen. Zur Pfarre Gars gehörig.

In den unglücklichen Kriegen Kaiser Friedrich III. des Vaters vom bekannten "May auf der Martinswand" hatte auch das Waldviertel viel zu leiden.

Im Jahre 1480 um Michaeli, das damals noch ein hoher Festtag war, kamen die Ungarn u. belagerten unter anderen auch die Veste Sachsendorf.

Ziemlich lange wiederstand die kleine Burg ihren Angriffen. Erst anfangs oder um die Mitte November ("circa festam St. Martini") konnten sie dieselbe einnehmen u. nun wurde sie gänzlich zerstört.

Was führte damals die Ungarn als Feinde nach Österreich?

Das Königreich Böhmen war durch den Tod Georg Podiebrad erledigt. Ungarn u. Österreich erhoben darauf Ansprüche. Dies führte zu jenem Conflicte zwischen beiden Mächten.

In Ungarn regierte der nationale König Mathias Corvinus, unter welchem das Land zu bedeutender Blüthe gedieh. Für die österreichischen Lande war der unglückliche deutsche Kaiser Friedrich III. zu vielseitig in Anspruch genommen, um Erfolge erzielen zu können. So kam König Corvinus von Ungarn mit Heeresmacht nach Wien besetzte Krems, Stein und erzwang sich einen günstigen Frieden.

Eine kleine Episode in diesem Kampfe ist die Zerstörung der Veste Sachsendorf durch die Ungarn 1480.

Entstehung der Schule zu Sachsendorf

Der Filial-Ort Sachsendorf gehörte seit undenklichen Jahren zur Pfarre Gars.

Kein Kind konnte die Schule dort besuchen, weil der Ort zu sehr entlegen war, Berg u. Wald für Kinder es unzugänglich machten, da selbst erwachsene Personen 1 3/4 Stunden dahin zu gehen hatten; auch war man dazumal nicht verpflichtet, ein Kind in die Schule zu schicken, u. wer etwas lernen wollte, der ging nach Maissau.

Wie lange vorher, ist unbekannt; allein vom Jahre 1770 bis zum Jahre 1799 hatte Anna Maria Gleinerin, k.k. Trabanten-Witwe in Wien einen gewissen Pater Gschöpf zu ihren Beichtvater ernannt, derselbe wurde hernach von Wien im Markte Gars V. O. M. B. als Coporator angestellt.

Obige Witwe besuchte alle Jahre ihren Beichtvater in Gars u. empfieng daselbst die heiligen Sakramente der Buße u. des Altars.

Der Hochwürdige Pater Gschöpf gab ihr das Geleite bis nach Sachsendorf zu dem damaligen Richter Josef Ehen, wo er wie gewöhnlich nach eingeführten Gebrauche, den Religionsunterricht für Kleine u. Erwachsene ertheilte, obige Witwe den Unterricht selbst beiwohnte.

Nach vollendetem Unterricht verabredeten sie sich, wie sie keine Kinder hatten, was sie den für ein gutes Werk mit ihrem Vermögen nach ihrem Tode machen solle.

Auf Anrathen ihres Beichtvaters beschloß sie eine Schule zu errichten. Nach ihrem Tode sollen 1000 fl als ein eigenes Stiftungs-Capital [? verinteressierlich] angelegt werden, u. die Interessen jedweiligen Schullehrer gegen denen abgereicht, daß er den armen Kindern den Unterricht unentgeldlich ertheile.

Sie selbst gab zum Baue 60 fl, das Übrige sollte die Gemeinde bestreiten, u. so wurde nach eingeholter k. k. kreisämtlicher Bewilligung der Bau im Jahre 1773 angefangen u. im Jahre 1774 die 4 Gemeinden Buttendorf, Amelsdorf, Gumping u. Reikersdorf nach Sachsendorf eingeschult.

Sie versprach jedem Schullehrer 10 fl Unterstützungs-Beitrag, welchen sie auch alljährlich bis zu ihrem Tode abreichte, u. die Schulkinder mußten alle Samstage einen Rosenkranz beten, damit ihr Gott eine glückselige Sterbestunde verleihe.

Der erste Schullehrer im Jahre 1774 war Anton Joseph, der 2te mit Namen unbekannt, der 3te Rudolf, welcher nach Mörtersdorf kam, der 4te Georg Bauer, von Schönberg. Dieser kam nach Heiligen Blut bei Krems, der 5te Stephan Heymann von Znaim, welcher nach Mähren zurückging, alle vom löblichen Kreisamte angestellt. Der 6te Josef Ditz von Horn wurde den 14ten Mai 1791 vom löbl. Kreisamte angestellt.

Die Stifterin starb im Jahre 1799, wo zwar das Testament für giltig erklärt, im Jahre 1800 eine kreisamtliche Comission abgehalten, die Faßion aufgenommen u. jeder Schullehrer sollte 40 fl Beitrag erhalten, aber wegen langwierigen Prozeß ist die Schule durchgefallen, weil zuletzt nichts mehr vorhanden war.

Dies ist beim löblichen Stifte Schotten in Wien nachzulesen.

Unter S. Hochwürden Norbert Sillipp Dechant zu Salapulka war die Zahl der schulgehenden Kinder 77, folglich das Lehrzimmer zu klein, so wurde im Jahre 1813 die erste Schulbau-Comission gehalten.

In den Jahren 1818, 1820 u. 1823 war die Zahl der schulbesuchenden Kinder 66, die Gemeinde Gumping wurde ausgeschult, die aber erst den 24ten November 1824 die Schule in Maissau besuchten. Weil im Jahre 1823 die Zahl der schulgehenden Kinder auf 66 belief und das Lehrzimmer zu klein, so wurde bei gehaltener Comission der Antrag gemacht, weil die Schule Niemand bauen wollte, daß die Schule aufgelassen, u. nur so lange fortbestehen sollte, bis der dortige Schullehrer an einen anderen Dienst untergebracht sein wird.

Weil es nun hernach an denen war, daß die Kinder von Sachsendorf und Buttendorf ihre Pfarrschule, Amelsdorf u. Reikersdorf wegen den Lokalen auch ihre Pfarrschule nicht besuchen konnten, so haben die 4 Gemeinden ihre Bitte beim löbl. Kreisamte eingereicht, daß ihnen ihre Schule belassen wurde, und so ist es bis gegenwärtige Zeit verblieben.

Wie lange jene Lehrer [unterrichteten], welche vor dem Ditz Josef den Schuldienst versahen, weiß man nicht mehr.

Reihenfolge der Lehrer

Nach Aussage eines 91 jährigen Greises fungierte als erster Lehrer Herr Hornlauf. Als zweiter Herr Rudolf. Über den Charakter, Anstellungsweise, u. Dauer dieser zwei genannten Lehrer an der hiesigen Schule, liegen keine Daten vor. Als 6ter Lehrer war Herr Josef Titz (Ditz) geboren zu Horn im Jahre 1768. Er wurde den 14. Mai 1791 im Alter von 23 Jahren vom damaligen löbl. Kreisamte angestellt.

Er wirkte hier durch 64 Jahre u. starb am 19. December 1855 im 87ten Lebensjahre.

Nach dem Tode des Lehrers Josef Ditz kam Herr Anton Duhm, welcher beiläufig über ein Jahr den Schuldienst versah. Am 15. September 1856 kündigte derselbe seinen Dienst hier auf und kam als Unterlehrer nach Wien.

Gegenwärtig ist Herr Duhm Oberlehrer u. Titular-Direktor an der Bürgerschule in Eggenburg.

Am 30. September 1856 wurde vom Hochwürdigsten Prälaten Adam in Klosterneuburg Herr Franz Schuh, geboren in Gars, Pfarre Großhaselbach, als Lehrer in Sachsendorf praesentiert. Franz Schuh war ungefähr 10 bis 12 Jahre hier.

Hernach kam Herr Johann Schminder. Dieser Lehrer war beiläufig 7 Jahre hier.

Nach Herrn Schminder kam Franz Piemann, der 2 Jahre den Schuldienst versah.

Am 6. Juli 1875 wurde Heinrich Nagl von Goggischt nach Sachsendorf provisorisch versetzt u. blieb daselbst bis Mitte October.

Durch das unmoralische Verhalten wurde Heinrich Nagl vom löblichen k.k. Bezirksschulrathe suspensiert.

Simon Hechenplaikner, damals Schulleiter in Reinprechtspölla, supplierte vom 3. November bis 29. December 1875.

Otto Ritterstein, provisorischer Unterlehrer versah den Schuldienst vom 29. December 1875 bis 24. Februar 1876.

Nach Otto Ritterstein wurde vom löblichen k. k. Bezirksschulrathe Herr Meinrad Prieth, Schulleiter in Poigen, zum Schulleiter in Sachsendorf praesentiert, u. trat seinen neuen Posten am 24. Februar 1876 an.

Derselbe versah die Schulleiterstelle bis 1. Mai 1892, und wurde auf sein Ansuchen vom löblichen Bezirksschulrathe als Schulleiter nach Maiersch versetzt.

Heinrich Fraberger, Unterlehrer in Japons kam am 1. Mai 1892 hierher als provisorischer Schulleiter u. wurde mit 1. Juli definitiv. Am 1. August 1897 ging er mit dem Schulleiter v. Stockern Ignaz Kindermann einen Diensttausch ein.

Ignaz Kindermann versah den Schuldienst hier vom 1. VIII. 1897 bis zum 31. Jänner 1905 u. wurde über Ansuchen als Schulleiter nach Grafenberg versetzt am 31. Jänner 05. Infolge des [ein Wort abgeschnitten] vom 6. November 1904 wirkte hier aushilfsweise Alois Boeck vom 14. November 1904 bis 1. April 1905. Am 1. Februar 1905 übersiedelte H. Ignaz Kindermann nach Grafenberg.

Vom 1. April 1905 an versah durch fast 23 Jahre Ignaz Schüller den Dienst als definitiver Schulleiter. Derselbe war 1876 zu Kühnring geboren, absolvierte die Lehrerbildungsanstalt in Wr. Neustadt, legte dort 1895 die Reifeprüfung ab und wurde mit 1. August 1895 als provisorischer Unterlehrer in Gars angestellt. 1896 kam er in gleicher Eigenschaft nach Reinprechtspölla, erwarb 1897 in Krems das Lehrbefähigungszeugnis für Volksschulen und wurde definitiv. 1903 erhielt er eine definive Lehrstelle I. Klasse in Drosendorf und 1905 die Schulleiterstelle in Sachsendorf.

Trotz der Entlegenheit des Dienstpostens und des durch die Organisation der Schule als ungeteilt einklassige und die verhältnismäßig große Schülerzahl bedingten anstrengenden Dienstes bewog ihn die schulfreundliche Haltung des größten Teiles der Bewohnerschaft, das gute Einvernehmen zwischen der Schule einerseits, Elternhaus, Ortsschulrat, Gemeinde und Kirche andererseits, nicht zuletzt auch der Fleiß und das brave Benehmen der hiesigen Schuljugend, bis zur Beendigung seiner Dienstzeit in Sachsendorf zu verbleiben.

Eine durch den Schuldienst zugezogene Erkrankung der Atmungsorgane nötigte ihn zum vorzeitigen Übertritt in den Ruhestand (1. Februar 1928).

Schulleiter Schüller übersiedelte nach Eggenburg.

Nach dem Oberlehrer Ignatz Schüller kam Herr Emmerich Maurer nach Sachsendorf. Er gab sich viele Mühe, doch wurde er in manchem von der Bewohnerschaft (insbesondere Sachsendorfs) nicht verstanden. Sabotageakte erschwerten seinen Dienst. (Einmal wurden alle Fenster der Oberlehrerwohnung eingeschlagen - die Kosten musste der O. S. R. tragen!) Auch Obstdiebstahl und andere absichtliche Ungemach hatte er zu tragen. Mit 1. X. 1933 wurde er nach Kl. Ullrichschlag, Bez. Waidhofen a. d. Th. versetzt. Nicht einmal seine auf eigene Kosten eingeleiteten 8 Lichtausläufe (3 hatte der O. S. R. machen lassen) wurden ihm v. O. S. R. abgelöst. Erst sein Nachfolger Erwin Sauer löste sie ihm auf eigene Kosten ab.

Erwin Sauer wurde anfang September 1939 vom B. S. R. Horn von seiner Dienstleistung in Sachsendorf enthoben.

Den Unterricht führte von da an Karl Beischlager, Lehrer in Eggenburg, geb. in Maiersch, am 12. II. 1940 wurde er nach O. Höflein versetzt, rückte aber von dort aus schon nach einigen Tagen ein u. zw. freiwillig.

Auf Beischlager folgte aushilfsweise Trenker Franz, Obl. in Mörtersdorf. Die Schule in Mörtersdorf ist seit Kriegsbeginn geschlossen, die Kinder sind in Nonndorf eingeschult.

Obl. Fr. Trenker wurde am 10. II. 1942 zum akt. Wehrdienst einberufen. Mit der Fortführung des Unterrichts wurde Hilda Kachelmayr, plm. Lehrerin in Röschitz, betraut.

Lehrerin Hilda Kachelmayr wurde am 16. September 1942 nach Roggendorf abgeordnet. Mit der Fortführung des Unterrichts und den Leitungsgeschäften wurde Gertrud Türk, aplm. Lehrerin betraut.

Ab 15. I. 1943 wurde apl. Lehrerin G. Türk nach Kl. Meiseldorf versetzt. Den Unterricht führte von da an Elfriede Garber, apl. Lehrerin.

Elfriede Garber wurde am 18. I. 1944 nach Kl. Meiseldorf versetzt. Anna Kroiß tritt ihren Dienst in Sachsendorf an.

Am 10. September 1945 trat Oberlehrer Erwin Sauer, der seit Sept. 1939 erst vom Schuldienst aus politischen Gründen enthoben und dann in den Zwettler Bezirk versetzt war, wieder den Dienst an. Seine Familie war ja während seiner Entfernung von Sachsendorf in der Dienstwohnung verblieben und deswegen kehrte er auch hierher zurück. Eine Übersiedlung war durch die ganze Zeit unmöglich gewesen.

Am 19. 12. 1949 wurde er, um ihm eine Studiumsmöglichkeit für seine Kinder zu bieten vom Landesschulrat über eigenes Ansuchen nach Haringsee, Bez. Gänserndorf versetzt.

Am 19. 12. 1950 übernahm Herr Direktor Rudolf Reuser die Leitung der VS Sachsendorf zum Schulschluß des Schuljahres 1959/60 legte er krankheitshalber die Leitung zurück.

Zu Beginn des Schuljahres 1959/60 übernahm Frau Direktor Stern die Leitung der Volksschule, die sie bis Ende des Schuljahres 1965/66 innehatte.

Frau VD. Anna Stern verzog nach Thunau, daher übernahm VL. Erhard Eibensteiner die provisor. Leitung.

Ernst Überreiter wurde am 1. 9. 1969 mit der prov. Leitung der VS betraut.

1876

Im Schuljahre d. J. ließ über Anregung des Schulleiters der Ortsschulrath den Zaun vor dem Schulhause neu herstellen, da derselbe ganz schadhaft war. Auch hat sich der Schulleiter Herr Meinrad Prieth auf seine Kosten den Gang vor dem Schulhause pflastern u. einen zweiten neuen Abort machen lassen. Auch ließ derselbe die zwei Zimmer samt Küche mit einfachen Patronen ausmalen.

1877

In diesem Jahre legte sich der Schulleiter auch auf seine Kosten das Lusthaus vor seinem Wohnzimmer an.

1878

Im Verlaufe dieses Jahres wurde das Schindeldach des Schulhauses theilweise ausgebessert.

Der damalige Hochwürdige Herr Pfarrer in Reinprechtspölla Bertram Katsch, spendete zur Gründung einer Schülerbibliothek in Sachsendorf einen Beitrag von 10 fl.

Es wurde daher in diesem Jahre die Bibliothek angelegt u. durch weitere Spenden von Seiten des löblichen Bezirksschulrathes vermehrt.

1879

In diesem Jahre am 24. April wurde aus Anlaß der 25jährigen Vermählungsfeier der silbernen Hochzeit Ihrer Majestäten Franz Josef I. u. Elisabeth ein Schulfest gefeiert. Vormittag war mit den Schülern Kirchgang nach Reinprechtspölla.

Nachmittags 2 Uhr als sämtliche Schüler, der löbl. Ortsschulrath u. viele erwachsene Personen im festlich geschmückten Lehrzimmer versammelt waren, fand die Feier des Gottes ihren Anfang.

Es wurden von den Schülern patriotische Gedichte vorgetragen u. dem Feste entsprechend Lieder gesungen. Zum Schlusse die Volkshymne.

Abends wurde auf Kosten des Schulleiters ein Fackelzug mit Lampions durch das Dorf veranstaltet.

Zum Schlusse bengalische Beleuchtung.

Mit 1. April wurde durch den löblichen Bezirksschulrath die erste Arbeitslehrerin in Sachsendorf Fräulein Ludmilla Newerkla angestellt.

1880

Ueber Auftrag des löblichen Bezirksschulrathes wurde im Frühjahr der Schulgarten neu angelegt.

Der Grund dazu wurde von der Gemeinde Sachsendorf im Ausmaße von 217 m2 durch den Ortsschulrath im Pachtpreise von 5 fl jährlich zugepachtet.

Die Umzäunung sowie das Rigolen des Schulgartens bezahlte der Ortsschulrath.

Im Übrigen die ganze Anpflanzung des Schulgartens aber bestritt der Schulleiter Meinrad Prieth auf seine Kosten.

1881

In Folge der Vermählungsfeier des durchlauchtigsten Kronprinzen wurde ebenfalls ein Schulfest veranstaltet.

Es wurde ein Ausflug nach Reinprechtspölla mit den Schülern unternommen, woselbst die Schüler im Pfarrhofe vom Damaligen Hochwürdigen Herrn Pfarrer Bertrand Okatsch mit Butterbrod u. Bier bewirtet wurden.

Es wurden von den Schülern Gedichte vorgetragen, patriotische Lieder gesungen u. Turnspiele aufgeführt.

Im Jahre 1881 hat der Schulleiter den in Horn abgehaltenen Obst- u. Gemüsebau Curs in der Zeit vom 18. bis incl. 23. April besucht.

Gelegenheitlich der landwirtschaftlichen Regionalausstellung in Eggenburg wurde über Anregung des Herrn k. k. Bezirksschulinspectors Philipp Wagenhütter die Ausstellung der weiblichen Handarbeiten vom Schulbezirke Horn angeordnet, woselbst auch die damalige Arbeitslehrerin Fräulein Ludmilla Newerkla die Handarbeiten ihrer Schülerinnen von Sachsendorf u. Reinprechtspölla in der Bürgerschule in Eggenburg ausstellte.

Es wurden bei dieser Ausstellung folgende Schülerinnen prämiert: Anna Buybaum, Katherina Steurer und Anna Boigenfürst.

Die Arbeitslehrerin aber erhielt in Anbetracht ihrer vorzüglichen Dienstleistungen die Verdienst-Medaille.

1882

Im Jahre 1882 wurde das Fräulein Ludmilla Newerkla über ihr Ansuchen mit Ende Juli unter Anerkennung ihrer ersprießlichen Dienstleistung als Arbeitslehrerin an der Volksschule in Sachsendorf enthoben, nachdem dieselbe über 3 Jahre wöchentlich 2 mal Unterricht ertheilte, und in dieselbe von ihrem Wohnorte Kühnring bis nach Sachsendorf einen Weg von 1 3/4 Stunden zu gehen hatte.

Mit 1. August wurde die Frau des Schulleiters Mathilde Prieth vom löblichen Bezirksschulrathe als Arbeitslehrerin in Sachsendorf angestellt.

In diesem Jahre wurde auf Anregung des Schulleiters eine Christbaum-Feier veranstaltet. Eine Sammlung ergab das Resultat von 28 fl, wozu der Hochwürdige Herr Pfarrer Bertram Okatsch, 5 fl, der löbliche Ortsschulrath 5 fl und der Schulleiter Mainrad Prieth ebenfalls 5 fl spendeten. Von diesem Betrage wurden Kleidungsstücke, Schuhe, Strümpfe, Schulrequisiten u. Esswaren angekauft, ein Christbaum im Lehrzimmer aufgestellt u. derselbe mit verschiedenen Sachen u. Bäckereien behangen u. mit Lichtern geschmückt.

Zur Christbaumfeier, welche am 23. Dezember 1882 um 4 Uhr nachmittags stattfand, haben sich sämtliche Schüler, der löbl. Ortsschulrath u. Schulfreunde sehr zahlreich eingefunden.

Es wurde vom Schulleiter über die Bedeutung dieser Feier eine Ansprache gehalten, Gedichte u. Gesänge der Bedeutung des Festes entsprechend vorgetragen. Zum Schlusse Betheilung der armen Schulkinder.

1883

Nachdem das Dach des Schulhauses sehr schadhaft war, so wurde vom Ortsschulrathe beschlossen das Dach mit Ziegeln einzudecken, wo sich die Kosten auf 400 fl beliefen.

Auch in der Küche wurde der Sparherd versetzt u. ein Windofen aufgeführt. Der Schulleiter ließ sich dann noch auf seine Kosten den Fußboden in der Küche neu tafeln u. in der Speisekammer sowie in der Küche je ein Winterfenster machen, welches ihm zusammen 12 fl kostete.

Derselbe hat bisher noch keine Vergütung erhalten.

In der Zeit vom 27. März bis incl. 7. April 1883 wurde auf Grund des hohen Erlasses des k.k. n. ö. Landesschulrathes am 10. Jänner 1883 Z. 8247 ein landwirtschaftlicher Lehrer-Curs in Horn abgehalten, woselbst auch der Schulleiter Meinrad Prieth theilnahm.

Im November d. J. ist auch der Hochwürdige Herr Pfarrer Bertrand Okatsch, welcher bisher den Religionsunterricht hier ertheilte, nach Langenzersdorf übersiedelt u. an dessen Stelle der Hochwürdige Herr Pfarrer Benno Michner nach Reinprechtspölla gekommen u. übernahm wieder den Religionsunterricht in Sachsendorf.

1884

Am 15. November d. J. wurde auf Anregung des Schulleiters u. unter thätiger Mitwirkung des Wirtschaftsbesitzers u. Schulobmannes Herr Franz Jordan aus Buttendorf das landwirtschaftliche Casino in Sachsendorf gegründet.

Anwesend waren Herr k. k. Bezirksschulinspector Philipp Wagenhütter, Herr Landeswanderlehrer Anton Wittmann, Herr Johann Clima, Bürgerschullehrer aus Horn, die Hochwürdigen Herrn Pfarrer von Reinprechtspölla, Eggendorf am Walde u. Zemling, Herr Theodor v. Essingh derzeit Öconomieprakticant in Harmannsdorf und mehrere andere Personen.

Die Versammlung war sehr zahlreich besucht.

Vorträge wurden gehalten vom Herrn k. k. Bezirksschulinspector über Obstbauzucht, welcher sehr deutlich und klar mit allseitigem Beifall aufgenommen wurde.

Weiters vom Herrn Landeswanderlehrer Anton Wittmann über den Nutzen des Casinos u. s. w.

Es kamen die Statuten zur Verlesung u. es meldeten sich gleich bei 30 Mitglieder.

1885

Wurde ein Schülerausflug nach Rosenburg unternommen. Der Schulleiter, der Ortsschulrath, sowie mehrere Eltern nahmen an dem Ausfluge theil.

Zur Hinfahrt hatten die Herrn Anton Steininger von Reikersdorf, u. Michael Boigenfürst aus Amelsdorf ihre Leiterwägen samt Pferde zur Verfügung gestellt.

Anfangs Juni an einem Sonntage nach dem Mittagessen versammelten sich die Schüler im Lehrzimmer u. viele Ortsbewohner vor dem Schulhause.

Die Wagen fuhren unter Gesang der Kinder ab. In Gars wurden Wagen u. Pferde im Bruckmüllers Gasthaus eingestellt, und der Weg nach Rosenburg zu Fuß zurückgelegt.

Sodann wurde die Burg besichtigt, samt der Waffensammlung.

Im Burghofe wurden von den Kindern Lieder gesungen, hernach den Berg hinab nach Greiss Gasthaus marschiert, wo die Kinder Erfrischungen erhielten. Nach kurzem Aufenthalte gieng es nach Gars zurück, woselbst die Kinder in Bruckmüllers Gasthaus bewirthet wurden.

Schließlich mußte wieder an die nach Hausefahrt gedacht werden, da die Sonne schon im Sinken war.

Mit dem Absingen der Volkshymne schloß die Festlichkeit.

Die Auslagen, welche dieser Schülerausflug verursachte, hat der Ortsschulrath im Vereine mit der Schulleitung bezahlt.

1886

An den Pfingstfeiertagen hat eine Ausstellung der Schülerarbeiten stattgefunden verbunden mit einer kleinen Feier.

Die Feierlichkeit begann Pfingstmontag 3 Uhr nachmittag u. es wohnte derselben der löbl. Ortsschulrathe, Ortsbewohner sowie viele schulfreundlich gesinnte Bewohner aus den eingeschulten Gemeinden bei.

Für den Schulgarten wurden angekauft auf Kosten des Schulleiters: Spalier-Marillen Bäume, Edelreiser u. Wildlinge von Klenert u. Geiger aus Graz.

Das Clima war für diese Bäume nicht geeignet, daher dieselben im 3ten Jahre zu Gunde gingen.

1887

In Monate April wurden 40 Stück 6jährige hochstämmige Obstbäume (Birnen u. Äpfel) aus dem Schulgarten im Licitationswege verkauft, wovon ein Betrag von 34 fl einging.

Im Frühjahr wurden von der Schulleitung angekauft: 4 Cordon-Bäume, alle Sorten a 1 fl 40 kr, sowie 2 Spalier Pfirsich-Bäume a 1 fl 20 kr.

Im Monate Juni fand ein Schülerausflug nach Reikersdorf statt, woselbst auf freien Platz Turnspiele aufgeführt u. Lieder gesungen wurden. Die Kinder wurden dann im Gasthaus zu Reikersdorf mit Butterbrod, Würste u. Bier bewirthet. Zum Schlusse der Festlichkeit wurden allen Schulkindern durch das Los Geschenke ausgeteilt.

Es wurde vom Schulleiter eine kurze Ansprache gehalten, worin besonders betont wurde, daß sich die Schüler auch ferner bestreben möchten durch Gehorsam, Fleiß und Ausdauer dem Lehrer sein mühevolles Wirken zu erleichtern.

1888

Im Frühjahr wurde über wiederholten Auftrag des löblichen Bezirksschulrathes ein Pumpenbrunnen im Schulgarten hergestellt, nachdem der Schulleiter vorher bei anhaltender Trockenheit das Wasser zum Begießen der Baumschule immer vom Gemeindebrunnen holen mußte, welcher ziemlich weit vom Schulgarten entfernt war.

In diesem Jahre fand auch eine Ausstellung der weiblichen Handarbeiten statt, welche sehr zahlreich besucht wurde. Zum Schusse folgte noch eine kleine Schulfeierlichkeit.

Am 2. December 1888 wurde in der Schule zu Sachsendorf ein patriotisches Fest anlässig des 40jährigen Regierungs-Jubiläums Seiner Majestät unseres geliebten Kaiser Franz Josef I. gefeiert.

Vormittag war Kirchenbesuch in Reinprechtspölla.

Nachmittags um 2 Uhr war die Feier des Festes.

Die Schüler, der Ortsschulrath sowie viele Schulfreunde erschienen im Schulhause. Zuerst erfolgte vom Schulleiter die Begrüßung der erschienenen Gäste, hernach ein Vortrag über die Bedeutung des Festes über die glorreiche und ruhmvolle Regierung u. edlen Thaten Seiner Majestät unseres allergnädigsten Kaisers.

Hernach wurden von den Schülern patriotische Festgedichte vorgetragen u. dem hohen Feste entsprechende Lieder gesungen, wie z. B. die Jubelhymne (Tag des Heiles) Jubiläums-Lied (Was drängt [? da] der Menge endlose Zahl) und dann Glück auf, mein Österreich, sowie viele andere Lieder.

Zum Andenken an diesen Tage bekam jedes Kind eine vom Ortsschulrathe angekaufte Festschrift.

Die Kinder wurden mit Erfrischungen bewirtet.

Zum Schlusse wurde ein dreimaliges Hoch auf Seine Majestät ausgebracht und dann die Volkshymne gesungen.

Abends wurden die Fenster des festlich decorierten Schulhauses mit Transparenten versehen, und beleuchtet an welchen folgende Gedichte zu lesen waren:

  1. Laute Freudenschüsse dröhnen,
    Ernste Glockenstimmen tönen
    Rings zum Himmel allerwärts,
    Froh erhebend jedes Herz.
  2. Einen Herrscher gilt's zu ehren,
    Seinen Glanz und Ruhm zu mehren,
    Ihm zu spenden Lob u. Preis',
    Herzensdank nach alter Weis':
  3. Vierzig lange Segensjahre
    Sorgt Franz Josef, dass er wahre
    Als des Reiches Schirm u. Wehr
    Seines Staates Ruhm u. Ehr';
  4. Nahten auch oft trübe Stunden,
    Blieb doch Fürst u. Volk verbunden
    Als des Reiches Schirm u. Schutz,
    Bietend jeden Feinde Trutz.
  5. Auf zum Himmel dringt das Flehen
    Für des Herrschers Wohlergehen:
    Schütze Gott, Du ewig Weiser
    Schütz Franz Josef unsren Kaiser!

Der Schluß der Festlichkeit endete mit einer bengalischen Beleuchtung, welche sowie die Transparenten, die Beleuchtung derselben u. die Decorirung des Schulhauses auf Kosten des Schulleiters hergestellt wurden.

1889

Im Frühjahr dieses Jahres wurden vom Schulleiter zwei hochstämmige Obstbäume gekauft, ein Birnenbaum wurde rückwärts vor der Holzschupfen und der Kirschbaum vor die Fenster des Wohnzimmers von ihm eingesetzt.

Anfangs der Sommerferien wurde die erste Bau-Comission wegen der Vergrösserung des Lehrzimmers abgehalten.

1890

An den Pfingstfeiertagen fand eine Ausstellung der Schülerarbeiten sowie weiblicher Handarbeiten statt, welche sehr zahlreich besucht wurde.

Anfangs der Sommerferien besichtigten der Herr k. k. Bezirksschulinspector im Beisein des Herrn Trilety Geschäftsleiter des n. ö. Landesobstbau-Vereines den Schulgarten in Sachsendorf.

Der Erfolg davon war, daß dem Schulleiter die ausgeschriebene Prämie für Schulgärten eine silberne Medaille von n. ö. LandesobstbauVereine zuerkannt wurde.

1891

Im Frühjahre wurden vom Schulleiter auf seine Kosten 4 St. Apfel-Spalier-Bäume angekauft nebst den dazugehörigen Latten zu den Spalierwänden. Der Zaun wurde stellenweise durch Stangen verengt.

Ueberhaupt hat der Schulleiter Meinrad Prieth die ganze innere Einrichtung des Schulgartens, sowie die Bearbeitung desselben auf seine Kosten hergestellt.

Der Brunnen wurde vom Ortsschulrathe hergestellt.

1892

In Folge der Erkrankung des hochwürdigen Herrn Pfarrers und Religionslehrers Benno Michna hat der Schulleiter Mainrad Prieth durch 2 Monate (Februar, März) den Religionsunterricht ertheilt.

Da die Krankheit des genannten Religionslehrers sich zusehends verschlimmerte, konnte er auch seinen kirchlichen Obliegenheiten nicht mehr nachkommen und es wurde von Klosterneuburg in der Person des P. Matthäus für beide Posten eine Aushilfe gesandt.

Pfarrer Michner erlag im Mai seinem Übel.

Mit 1. Mai 1892 verließ der Schulleiter M. Prieth seinen Posten, nachdem er seit dem Jahre 1876 hier weilte.

Auf sein Verlangen wurde er in gleicher Eigenschaft nach Meiersch bei Gars übersetzt.

An seine Stelle kam Franz Klein, Unterlehrer in Eggenburg, als provisorischer Schulleiter. Er versah von Eggenburg aus diese Stelle, indem er jeden Tag kam, um den Unterricht abzuhalten. Industrieunterricht wurde keiner ertheilt.

Am 1. Juni desselben Jahres berief der K.K. Bezirksschulinspector den Lehrer Heinrich Fraberger aus Japons, welches damals noch zum Schulbezirke Waidhofen an der Thaya gehörte. Bis zum September war derselbe nur provisorisch angestellt. In diese Zeit fallen auch die Bauverhandlungen der Schule. Da Fraberger für den Neubau einer Schule eintrat, dieser dem O.S.R aber nicht genehm war, wollte ihn derselbe bei der def. Besetzung der Schulleiterstelle nicht vorschlagen. Doch bald einsehend, dass dem O.S.R. ein solches Vorgehen nichts nützen würde, gab derselbe nach u. Fraberger wurde doch Leiter der Schule. - Als Industrielehrerin wurde seine Frau Hedwig angestellt.

Die Schulbauverhandlungen spannen sich immer weiter, u. nachdem Plan u. Kostenüberschlag angefertigt, sollte noch im Herbst der Rohbau einer neuen Schule fertig gestellt werden. Gleichzeitig wurde vom B.S.R. Horn der Ort Gumping der Schulgemeinde Sachsendorf zugetheilt. Da die Gumpinger sich hingegen stark weigerten aus Furcht vor den Baukosten, unterblieb auch in diesem Jahre die Aufführung des Rohbaues. Mit Gumping wäre die Schule 2-classig geworden. Infolge einer Commission setzte Gumping den Willen durch.

Am 9. September inspic. der K.K. Bezirksschulinspector Ph. Wagenhütter die Schule.

Schuljahr 1893/94

Die ersten schönen Tage des Februars 1893 brachten die ersten Arbeiter an den im Osten des Schulortes gelegenen Bauplatz, und sie entfalteten unter ihrem Baumeister Herrn Anton Crecji aus Horn bald eine rege Thätigkeit. Infolge des trockenen u. windigen Wetters trocknete der Bau schon während der Arbeit rasch aus, was in hygienischer Beziehung der Schule gewiss zum Vortheile gereicht.

Am 6. Oktober 1893 fand bereits die Collaudierung statt. Die Commission bestand aus: dem K.K. Bezirkshauptmann R.v. Seelig, K.K. Bezirksschulinspector Ph. Wagenhütter, Bezirksarzt Dr. Max Winter u. dem Bezirksingeneur von Horn; anwesend war der gesamte Ortsschulrath. Die Commission fand den Bau in jeder Beziehung als sehr gelungen.

Am 16. October 1893 wurde die neue Schule bezogen. Am 22. October d. J. veranstaltete der Ortsschulrath die feierliche Einweihung des Schulgebäudes. Über deren Verlauf möge die Leitung sprechen:

... den Weiheact selbst nahm der Herr Dechant Fahrenberger von Burgschleinitz u. der Herr Katechet der Schule, Otto Goldth von Reinprechtspölla vor. Sodann ergriff Herr Dechant das Wort; durch mehrere wirkliche Fälle aus dem Leben, wo der Fleiss in der Schule eine einstige hohe Lebensstellung im Gefolge hatte, gab er den Schulkindern einen kräftigen Ansporn zu anhaltendem Fleisse. Ihm folgte mit einer gediegenen Rede der allgeachtete K.K. Bezirksschulinsp. Herr Ph. Wagenhütter, welcher es auch hier wiederrum verstand, die Anwesenden durch den Fluss seiner Rede zu begeistern. Seine goldenen Worte, die Schule sei der Säemann des Völkerglückes u. damit des Staatenwohles, entfesselten eine gewaltige zustimmende Begeisterung. Mit dem Hoch auf den Kaiser verklang seine Rede.

Zum Schlusse ergriff Herr Fraberger, als Leiter der Schule das Wort, um die mehrseitig nöthigen Danksagungen auszudrücken und die Versicherung zu geben, stets seine vollsten Kräfte für das Gedeihen der Schule einzusetzen.

Den Schluss bildete ein fröhliches Mahl in der Wohnung des Schulleiters.

Zeitungsartikel:

Sachsendorf. ( Schuleinweihung.) Ein reges Leben herrschte am Sonntag den 22. d. M. in dem freundlichen Dörfchen Sachsendorf, da allerwärts Leute herbeiströmten, um der Einweihung der ganz neu erbauten prachtvollen Schule beizuwohnen. Den Weiheact selbst nahm der Herr Dechant von Burgschleinitz und der Herr Katechet der Schule vor. Sodann ergriff Herr Dechant das Wort; durch mehrere wirkliche Fälle aus dem Leben, wo der Fleiß in der Schule eine einstige hohe Lebensstellung im Gefolge hatte, gab er den Schulkindern einen kräftiger Ansporn zu anhaltendem Fleiße. Ihm folgte mit einer gediegenen Rede der allgeachtete k.k. Bezirksschulinspector von Horn, Herr Ph. Wagenhütter, welcher es auch hier wiederum verstand, die Anwesenden durch den Fluß seiner Rede zu begeistern. Seine goldenen Worte, die Schule sei der Säemann des Völkerglückes und damit des Staatenwohles, enfesselten eine gewaltige zustimmende Bewegung. Mit dem Hoch auf dem Kaiser verklang seine Rede. Zum Schlusse ergriff Herr Fraberger, als Leiter der Schule das Wort, um die mehrseitig Danksagungen auszudrücken und die Versicherung zu geben, stets seine vollsten Kräfte für das Gedeihen der Schule einzusetzen.

Am 23. October 93 wurde der erste Unterricht in der neuen Schule ertheilt mit 64 Kindern.

Der Gesamtbetrag für die neue Schule u. Garten beträgt 7042 fl. Der k. n.Ö. Landesausschuss bewilligte der Schulgemeinde eine Subvention von 900 fl, der Verkaufspreis für die alte Schule stieg auf 860 fl, welche beide Summen zum Schulbau Verwendung fanden.

Auf Anregung des Schulleiters wurde der alte Schulgarten im Westen von Sachsendorf aufgelassen u. vor der neuen Schule ein frischer angelegt. Wohl fand diese Idee von der Verlegung des Schulgartens im O.S.R. grossen Widerstand, aber die Beharrlichkeit des Anregers führte zum Ziele.

In den letzten Tagen vor dem 15. Juli 93, als den Beginn der Hauptferien, welche heuer zum erstenmale 5 Wochen betrugen, entstand im Schulorte u. der Umgebung eine Masernepidemie, die aber glücklicherweise noch in den Ferien erlosch, sodass durch sie im Unterrichte keine Unterbrechung herbeigeführt wurde.

Am 12. März 94 Inspection v. K.K. Bezirkssch. Herrn Ph. Wagenhütter.

1894/5

Die durchschnittliche Schülerzahl betrug 63. Die Schüler vertheilen sich nachstehend:

Sachsendorf: 15
Reikersdorf: 24
Buttendorf: 13
Amelsdorf: 8
Wiesent: 3

Im Frühjahre wurde mit der Neuanlage des Schulgartens begonnen. Der Ortsschulrath kaufte um 20 fl Zwergobstbäume, Herr KK Bezirksschulinsp. Ph. Wagenhütter spendete 10 Stück veredelte Obstbäumchen.

Der neue Ortsschulrath besteht aus folgenden Herren:

Josef Berger aus Reikersdorf Obmann
Anton Pfaller aus Buttendorf Ob. Stellv.
Joh. Burger aus Sachsendorf Aufseher
Josef Leeb aus Buttendorf
Anton Panholzer aus Amelsdorf.

Die Monate December, Jänner, Feber, März, April und Mai war die Industrielehrerin Frau Hedwig Fraberger infolge Lungenschwindsucht beurlaubt, am 30. Mai 95 rief sie der unerbittliche Tod von hinnen; wie sie ihren Schulverpflichtungen mit der grössten Gewissenhaftigkeit nachkam mit derselben Umsicht und Hingebung oblag sie ihren häuslichen Pflichten, sodass der Verlust ein unersetzbarer ist.

Seit Mai 95 supplierte Frau Elise Zimmermann aus Kirchberg am Walde für ihre kranke Tochter Hedwig Fraberger. Im Juni wurde sie als prov. Industrielehrerin für die hiesige Schule angestellt.

Am 4. Feber 95 insp. Herr Ph. Wagenhütter.

1895/6

Zu Beginn des Schuljahres waren 69 Schüler u. zw. 36 Knaben u. 33 Mädchen.

Kurz vor Beginn der Ferien entstand eine Masernepidemie, die glücklicherweise in den Ferien auch wieder erlosch, dass wenig Unterricht nur versäumt wurde. Der Schulbesuch aber im Winter liess viel zu wünschen übrig, da 3 Wochen hindurch keine auswärtigen Kinder zur Schule konnten.

Die Schulgemeinde erhielt in diesem Jahre nochmals eine Subvention im Betrage von 300 fl.

Am 18. März 96 insp. Herr Ph. Wagenhütter.

1896/7

Mit Schulbeginn waren 79 Schulkinder, 36 Knaben, 43 Mädchen, in obiger Zahl sind auch die 17 Anfänger inbegrifffen. Zum Schulschluss waren 72 Kinder.

Mitte Juni 1896 trat Diphteritis in Sachsendorf auf, verbreitete sich dann weiter nach Reikersdorf, wo die Kinder 3 Wochen vom Unterricht fernbleiben mussten, nach Amelsdorf, Wiesent, nur nach Buttendorf nicht. Im November war die Schule 1 Woche geschlossen, da in der Familie des Schulleiters auch Diphteritis ausbrach.

Im Herbst 1896 liess der Ortsschulrath einen neuen Holzschuppen bauen.

Mit 1. August 1896 wurde die Arbeitslehrerin Frau Elise Zimmermann auf ihr Ansuchen vom Posten enthoben und dafür Frau Fanni Fraberger angestellt.

1897

Anfangs März 1897 (10.) kam der neue Herr Katechet, Emannuel Pauk, nachdem der Herr Otto Golder als Pfarrer nach Weidling kam.

Am 9. April 1897 insp. Herr Ph. Wagenhütter k.k. Bezirksschulinspector von Horn.

Am 1. August wurde der freiwillige Tausch des Schulleiters Heinrich Fraberger mit Schulleiter Ig. Kindermann in Stockern bewilligt u. Frau Leopoldine Kindermann zugleich als Arbeitslehrerin in Sachsendorf angestellt.

24. December 97 fand in der Schule ein Christbaumfest statt, wobei das Liederspiel "Das Weihnachtsfest v. J. Petz" mit Harmoniumbegleitung u. Gespräch mehrerer Kinder am Christabend zur Aufführung gelangte. Durch Sammlung in den 4 Gemeinden u. Beiträge des Ortsschulrathes u. der werten Jagdgesellschaft im Schloss Wiesent wurde ein Betrag v. circa 40 fl zusammengebracht, wofür Kleider, Schuhe, Lernmittel u. Backwerk angekauft wurde u. unter alle Kinder vertheilt wurde. Das Fest wurde von den Angehörigen sehr zahlreich besucht.

1898

1. Mai ein Schülerausflug zur Schlagerhütte. Dort wurde gespielt, geturnt, gesungen u. am Rückwege im Gasthause zu Reikersdorf die Kinder mit Bier, Semmeln u. Würsten bewirtet. Neben der Kapelle wurde von den Kindern unter Leitung des Lehrer Kindermann anlässlich des 50 jährigen Regierungsjubiläums Sr Majestät eine Kaisereiche gepflanzt. Der Schulleiter Kindermann hielt eine Ansprache an die Versammelten über die Bedeutung dieses Festes, zwei Kinder trugen passende Gedichte vor u. am Schlusse derselben wurde ein Hoch auf Se Majestät ausgebracht, in welches die versammelte Menge begeistert einstimmte. Nach Absingung der Volkshymne mit Musikbegleitung schloss die schöne Feier.

Im August war der Schulleiter in Eisgrub, Mähren, bei einem Obst- u. Gemüsebaucurs ebenso schon im März u. später im October. Hinzu hatte er vom Lande ein Stipendium [? pr] 50 fl.

Am 19. December wurde die Schule durch k. Rath Herr Ph. Wagenhütter, k.k. Bezirksschulinspector in Horn, inspiciert.

1899

Im März legte der Schulleiter neben der Schule gegen die Ortsstrasse zu einen Garten an, welcher mit Beerenobst bepflanzt wurde. Das Holz für den Zaun erhielt der Schulleiter ad personam gratis vom hochw. Stifte Altenburg. Die Herstellungskosten trug zum Theil der Ortsschulrath 8 fl 60 kr zum Theil der Schulleiter 4 fl 80 kr.

Im Schulgarten vor den Fenstern des Lehrzimmers legte der Schulleiter ein senkrechtes Spalier an. Die Bäume bezog er auf seine Kosten von Eisgrub (8 fl).

In den Schulgarten liess der Schulleiter Kindermann auf seine Kosten 2 zweispännige Fuhren Nadelstreu untergraben u. auch 2 Fuhren Sand um den Boden durchlässiger zu machen. Die Zufuhr u. das Unterbringen verursachte demselben eine Ausgabe von nahezu 7 fl.

Im Schulgarten legte er ein neues Cordenspalier an u. pflanzte ungefähr 50 [kann auch 150 oder 950 heissen] Stück Erdbeeren: [? Lautononoble] u. [? Margarit mus]

Besondere Begebenheiten 1880 bis 1889

[Im Original finden sich folgende Eintragungen zwischen den Schuljahren 1926/27 und 1927/28]

Besondere Begebenheiten.

Am 11. November 1880, um 1 Uhr nachmittags, während des Unterrichtes ertönte ganz traurig die Glocke. Ueber diese unerwartenen Töne ging Herr Schulleiter hinaus, um nachzuforschen was das zu bedeuten habe. Kaum die Haustüre geöffnet, den Brandgeruch einathmend, sah derselbe dichte Rauchwolken am Eingange östlicher Seite des Dorfes emporsteigen. In das Schulzimmer sogleich zurückgekehrt, ließ Herr Lehrer die Kinder nach Hause gehen, und ging sodann zur Brandstätte. Dort angelangt sah derselbe, daß schon bereits 3 Häuser in Flammen standen.

Die Entstehung der Feuerbrunst geschah durch eine absichtliche, boshafte Brandlegung u. zwar durch einen Knecht, der bei der Hauseigenthümerin Katharine Schredl, wo das Feuer ausbrach, bedienstet war.

Die Dorfbewohner waren größtentheils am Martinimarkt in Horn.

Nur einer zufälligen Aenderung der Windrichtung ist es zu verdanken, sonst wäre ganz Sachsendorf ein Raub der Flammen geworden.

Am 20. September 1883 um 4 Uhr nachmittags wurde Sachsendorf abermals durch die Töne der Sturmglocke erschreckt.

In unmittelbarer Nähe des Schulhauses standen zwei Häuser in Flammen nämlich das Haus Nr. 2 des Johann Blauensteiner Gastwirt und Nr. 3 des Johann Burger.

Die Entstehung des Feuers war Unvorsichtigkeit der Kinder.

Am 13. Juli 1885 um 1/2 10 Uhr abends explodierte durch reine Unvorsichtigkeit im Hause Nr. 2 des Gastwirtes Johann Blauensteiner in einer Schlafkammer ein Faß Brantwein. Da die Zimmerdecke dieses Gemaches schlecht gebaut war, fing das Feuer das Dach u. sogleich stand das ganze Haus in Flammen. Durch rasche Hilfe der Dorfbewohner u. besondere Geistesgegenwart des Herrn Ignaz Mörwald, damaliger Bürgermeister u. durch sehr günstige Windstille ist es zu verdanken, daß das Feuer nicht weiter [? griff].

Am 29. September 1889, zwischen 11 u 12 Uhr Mitternacht wurden die Einwohner von Sachsendorf abermals durch die Töne der Glocke erschreckt. In nächster Nähe des Schulhauses stand das ganze Haus des Johann Trappl in hellen Flammen. Nur durch rasche Hilfe der Dorfbewohner u. einiger Burschen aus Amelsdorf nämlich: Steininger Franz, Anton Brunner u. noch mehrere aus Amelsdorf war es zu danken, daß das Schulhaus u. das angrenzende Gemeindehaus nicht ein Raub der Flammen wurden.

Auch Herr Theodor v. Essingh, derzeit Ökonomie-Praktikant in Harmannsdorf erschien zur rechten Zeit am Brandplatze mit der herrschaftlichen Feuerspritze aus Harmannsdorf.

Somit wurde dem Feuer Wiederstand geleistet u. beide angrenzenden Häuser waren gerettet.

1898

Am 22. Juni circa 4 Uhr nachmittags ging über dem Ort ein heftiges Gewitter mit Hagelschlag nieder. Die Schloßen fielen in der Größe von Hühnereiern mit solcher Wucht herab, daß die Ernte vernichtet, die nach Westen gelegenen Fensterscheiben alle zertrümmert u. die Dächer, namentlich Ziegeldächer arg mitgenommen wurden. Die Obsternte war vollständig zerstört. An manchen Bäumen war kaum 1 Blatt zu sehen, alle voll Wunden, welche den Bäumen sehr arg schadeten. Die im Auftreten begriffene Blutlaus fand in diesen Wunden ein willkommenes Heim.

1900

Am 11. April wurde die Schule durch den k. Rath Herrn Ph. Wagenhütter inspiciert.

Am 14. April erhielt der Schulleiter über sein Ansuchen für die vier Fenster seiner Wohnung Roleaux. Stoff [? Schnuröre], Ringe u. Schmiedearbeit stellten sich auf 11 fl, das Montieren besorgte der Schulleiter selbst.

Am 14. Juli l.J. wurde vom Schulleiter in den nahen Herrschaftswald ein Schülerausflug unternommen. Um 2 Uhr bewegte sich der Zug vom Schulhause aus durch den Ort zum Festplatze. Voran die Schulkinder mit der vom Schulleiter angeschafften Fahne, hernach die junge Musikkapelle von Maiersch, hierauf eine grosse Menge Erwachsener.

Am Festplatze wurden unter Leitung des Schulleiters Ig. Kindermann von den Kindern verschiedene Turn- u. Preisspiele aufgeführt, die bei den Anwesenden manche Lachsalven erregten. Zur Jause bekam jedes Kind 1 Glas Bier, 1 Wurst u. 2 Brote. Von den umliegenden Ortschaften wurden durch die Musikklänge viele Neugierige herbeigelockt. Zum Schlusse hielt Schulleiter Kindermann an die versammelten Eltern u. Schulfreunde eine Ansprache, wobei er besonders das harmonische Zusammenwirken von Kirche, Schule u. Haus hervorhob, für die von einzelnen Gemeinden gespendeten Beiträge seinen Dank aussprach u. mit einem dreimaligen "Hoch" auf Sr Majestät als den Beschützer der Schule schloss, in das die Versammelten begeistert einstimmten. Während die Volkshymne gesungen wurde, brannte hochw. Pfarrer Emannuel Pauk von Reinprechtspölla ein prächtiges Feuerwerk ab.

Erst gegen 1/2 8 Uhr wurde der Heimweg angetreten.

Vom 1. bis 12. December musste die Schule wegen Keuchhusten geschlossen werden.

1901

Im Frühjahr hat der Schulleiter 15 Stück Zwerg-Cordon senkr. (Äpfel u Birnen) aus seiner Tasche gekauft u. im Schulgarten angepflanzt.

Neben dem Turnplatze gegen das Dorf zu legte der Schulleiter einen Beerenobstgarten an.

Am 4. October wurde das Namensfest Sr Majestät gefeiert.

Bei der Viertelausstellung in Horn wurden die Handarbeiten der Schülerinnen ausgestellt u. mit Preisen ausgezeichnet.

1902

Am 23. Jänner 902 wurde die hiesige Schule durch den Herrn K.K. Bezirksschulinspector kais. Rath Philipp Wagenhütter inspiciert.

Am 26. Juni fand in Horn der zweite Schulgartentag statt, an welchem auch der Schulleiter theilnahm.

25. December fand ein Christbaumfest statt, wobei das Liederspiel v. F. Petz "Das Weihnachtsfest" zur Aufführung kam. Der Besuch war sehr stark. Durch Sammlung wurde ein Betrag von 77 Kronen 2 h. aufgebracht, u. hiefür Kleidungsstücke, Schulsachen, Bäckerei, Äpfel, 200 St. Orangen angekauft u. verteilt.

1903

Im April hat der Schulleiter auf seine eigenen Kosten eine Birnenhütte im Schulgarten aufgestellt. Material u. Arbeitslohn betrug 78 Kronen. Ende April wurde der Zaun um den Turnplatz neu hergestellt.

In diesem Monate übersiedelte der hiesige Katechet Hochw. Emannuel Pauk von Reinprechtspölla nach Strizendorf u. die Schule erhielt nun einen Katecheten in der Person des Hochw. Herrn Dr. Josef Kluger, Chorherr Professor von Klosterneuburg.

27. 8. An diesem Tage wurde der hiesige Schulgarten von den Herren Hynais und Löschnigg, beide Ausschussmitglieder des n.ö. Landesobstbauvereines, besichtigt.

1904

Am 28. Juni besuchte Se Majestät Kaiser Franz Josef I. die l.f. Stadt Eggenburg.

Ende August wurde der Schulbrunnen gereinigt, neue Röhren eingesetzt u. die schadhafte Deckung durch Steinplatten ersetzt.

Am 6. November verunglückte der Schulleiter Ignaz Kindermann bei der Jagd in Reinprechtspölla dadurch, dass sich sein Gewehr entlud u. ihm der ganze Schuss in den Waden des linken Fusses ging. Da er infolge dieses Unglückesfalles längere Zeit den Dienst nicht versehen konnte, so wurde der Aushilfslehrer Herr Alois Boeck mit der Leitung der Schule provisorisch betraut. Er wirkte hier vom 14. November 1904 bis 1. April 1905.

1905

Am 1. Februar 1905 übersiedelte der bisherige Schulleiter Hr. Ignaz Kindermann in gleicher Eigenschaft nach Grafenberg. An seine Stelle kam am 1. April Ignaz Schüller, bisher Lehrer in Stadt Drosendorf.

Am 9. Mai d.J. waren 100 Jahre verflossen, seit der große deutsche Dichterfürst Friedrich von Schiller gestorben ist. Aus diesem Anlasse fand in der Schule über Anordnung des B.S.R. eine "Schillerfeier" statt, bei welcher nach einer besonders das reiche Seelenleben des Dichters schildernden Ansprache des Schulleiters die Schüler Gedichte dieses Geistesheros in Wort und Lied zum Vortrage brachten. Der Tag war schulfrei.

Am 24.12. 1904 beschloß der hohe n.ö. Landtag ein neues Schulgesetz (bzw. wurde dasselbe vom Sr. Majestät dem Kaiser sanktioniert), welches unter anderem auch den Lehrern N.Ö. die heiß ersehnte Gehaltsregulierung brachte. Auf Grund dieses Gesetzes fand am 14. Mai 1905 die Neuwahl des Ortsschulrates statt. Zum Obmann desselben wurde Hr. Josef Schredl aus Sachsendorf gewählt.

Da der Ofen im Schlafzimmer schon sehr schadhaft war, schaffte der O.S.R. über Antrag des Schulleiters einen neuen Regulier-Füllofen zum Preise von 80 K an.

Am 29.9.05 erließ Unterrichtsminister Exzellenz Freiherr von Bienerth eine definitive Schul- und Unterrichtsordnung.

1906/7

Der Schülerstand betrug am 1. Mai 1906: 31 Knaben, 29 Mädchen, mithin zusammen 60 Schüler.

Der Schulbesuch ließ auch in diesem Jahr viel zu wünschen übrig; besonders die Schüler aus Wiesent hatten viele unentschuldigte Versäumnnisse aufzuweisen. Es waren bei einer Zahl von 200 Schultagen 1251 unentschuldigte u. 233 nicht unentschuldigte Halbtage zu verzeichnen.

Der Winter 1906/7 war sehr streng; wegen großer Kälte fehlten am 24. Jänner, wo die Kälte -24° C betrug, 40 Schüler.

Einem Schüler erfroren beide Ohren.

Herr K.K. Bezirksschulinspektor Rud. Heißenberger inspizierte die Schule am 18.II. 1907 von 1/2 9 h vormittags bis 5 h nachmittags. Der Inspektionsbericht wurde vom K.K. B.S.R. Horn mit Befriedigung zur Kenntnis genommen.

1907/8

Im Monate Mai 1907 erhielt die hiesige Schule vom k.k. B.S.R. Horn eine Anzahl neuer Lehrmittel zugesandt u. zw.: Ambros, Wandfibel; Rothaug, Wandkarte von Österr. Ung. u. von Nied.Oesterr.; Lehmann Kulturgeschichtl. Bilder; Rusch-Gerasch, Wandbilder; Lentemann Zierbilder; Modelle der Saug- u. Druckpumpe u. a. Dieselben bilden eine sehr verwendbare Bereicherung des nur geringen Lehrmittelschatzes unserer Schule.

Am 13. Juni 1907 verschied in Horn nach langwierigem Leiden der ehemalige k.k. Bezirksschulinspektor Philipp Wagenhütter, welcher durch mehr als ein Vierteljahrhundert an der Spitze des Schulwesens im Horner Bezirke stand und sich um die Förderung derselben große Verdienste erwarb, welche auch maßgebenden Ortes durch die Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone und der Würde eines Kaiserlichen Rates gewürdigt worden waren. An dem Leichenbegängnisse beteiligte sich die Lehrerschaft des Bezirkes beinahe vollzählig.

Während der Hauptferien 1907 wurden am Schulhause über Antrag des k.k. B.S.R. verschiedene Reparaturen vorgenommen: Fenster u. Türen wurden frisch gestrichen, der [? Keller] betoniert, ein Abzugskanal vom Brunnen angelegt u. a. zur Aufbewahrung der Lehrmittel wurde ein neuer Kasten angeschafft.

Wegen Gefährdung der Sittlichkeit der Mitschüler mußte bezüglich der Schülerin Rosa Panholzer beim k.k. B.S.R. der Antrag auf Ausschließung gestellt werden. Diesem Antrage wurde durch Erkenntnis des k.k. B.S.R. vom 2. März 1908 Folge gegeben und die genannte Schülerin der Volksschule Burgschleinitz überwiesen.

Der Schulbesuch läßt noch immer sehr viel zu wünschen übrig; 608 unentschuld. Versäumnisse! Durchschnittl. Schülerzahl: 62; (32 K., 30 M.) Anzahl der Schultage: 208.

1908/9

Das Jahr 1908 war für Österreichs Völker eines der denkwürdigsten, ein Jubeljahr im vollsten Sinne des Wortes. Am 2. Dezember 1908 waren 60 Jahre verflossen, seit unser allgeliebter Herrscher Franz Josef I. den Thron Österreichs bestiegen hat: Daher herrschte auch allerwärts im ganzen weiten Reiche frohe Festesstimmung: Überall raffte sich die Bevölkerung auf, das 60jährige Regierungs-Jubiläum des verehrten Monarchen in besonders feierlicher Weise zu begehen. In Wien wurde ein großartiger Festzug veranstaltet, in Schönbrunn brachten 80.000 Schulkinder dem Kaiser ihre Huldigung dar, an vielen Orten wurden prächtige Denkmäler errichtet und selbst das kleinste Dörflein, es hatte sein Kaiserfest.

Da konnte und wollte auch die Schule Sachsendorf nicht hinter anderen zurückbleiben, das Ereignis zu feiern, wie ein solches in der Geschichte kaum einmal vorgekommen ist u. kaum wieder einmal vorkommen wird. Möglichst nahe dem denkwürdigen Tage, am 8. November, einem Sonntage, beging unsere Schule ihr Huldigungsfest für den geliebten Kaiser unter Teilnahme nicht nur der eingeschulten Gemeinden, sondern auch anderer Gäste aus der Umgebung. Der vorgeschrittenen Jahreszeit wegen mußte natürlich die Feierlichkeit ihrer Hauptsache nach im Lehrzimmer der Schule, die für diese Stunden außen und innen reichen Festschmuck angelegt hatte, abgehalten werden. Nach Begrüßung der Gäste durch den Schulleiter gaben die Herren Musiker des Kirchenchores von Reinprechtspölla, die bereitwilligst den musikalischen Teil der ganzen Feier übernommen hatten, durch Vortrag eines festlichen Marsches sofort der Versammlung die nötige Stimmung. Die Kinder ihrerseits antworteten diesem Festgruße durch ein frisch gesungenes vaterländisches Lied. Hierauf nahm der Schulleiter das Wort zur Festrede. In derselben gab er eine Würdigung des Herrscherlebens Franz Josef I., zeichnete den Kaiser besonders als den Arbeitskaiser u. stellte ihn als Muster jeglicher Tugend den Schülern als Vorbild zur Nachahmung hin.

Nach einem "Hoch" auf den Kaiser erklang jener Sang, der zumal im Munde der Kinder niemals einer rührenden Innigkeit entbehrt, das ehrwürdige: "Gott erhalte!" Nun trugen einzelne Kinder vaterländische Dichtungen vor und ein Mädchen bekränzte unter sinnigen Worten das Kaiserbild. Auch ein Andenken wurde noch unter die Kinder verteilt, die vom O.S.R. gespendeten Kaiserbüchlein. Das Schlußwort nahm der Katechet der Schule, Herr Pfarrer Dr. Kluger aus Reinprechtspölla. Er gedachte besonders der Frömmigkeit unseres Kaisers, einer Tugend, in der es das unscheinbarste Dorfkind dem mächtigsten Manne Österreichs gleichtun kann und soll.

Hiemit war die Festfeier im Schulhause zu Ende. Nun wurde vor dem Schulhause an einem geeigneten Plätzchen unter den weihevollen Klängen der Volkshymne die Kaiserlinde gepflanzt. Dann gings in festlichem Marsche in Brumüllers Gasthaus, wo für die Kinder im Auftrage des O.S.R. eine Jause bereit stand.

Bei Eintritt der Dämmerung wurde die fröhliche Schar nach Hause entlassen. Sie nahmen mit die Erinnerung an eine Stunde, die als Markstein ihrer Jugend beabsichtigt war. Die Erwachsenen aber vergnügten sich noch bei Musik u. Tanz geraume Zeit. Das ganze Fest verlief in schönster Weise u. wird wohl lange noch allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben.

Am 17. April 1909 wurde die Schule inspiziert u. dem Schulleiter für die erzielten günstigen Erziehungs- u. Unterrichtserfolge die Anerkennung des k.k. B.S.R ausgesprochen.

Das Jahr 1908 brachte den Bewohnern Sachsendorfs die lang ersehnte Strasse nach Reinprechtspölla an Stelle des bisherigen beinahe unpassierbaren Feldweges.

Schülerstand im Durchschnitte: 31 Kn., 31 Mäd. = 62.

Versäumnisse: unentschuldigt: 500 = 2%
entschuldigt: 786 = 3%

Schultage: 199.

Zeitungsartikel:

Sachsendorf. ( Kaiserfeier.) Möglichst nahe dem für Oesterreichs Völker denkwürdigsten Tage des heurigen Jahres beging unsere Schule am 8. d. ihr Huldigungsfest für den geliebten Kaiser unter Teilnahme nicht nur der eingeschulten Gemeinden, sondern auch anderer Gäste aus der Umgebung. Der vorgeschrittenen Jahreszeit wegen mußte natürlich die Feierlichkeit ihrer Hauptsache nach im Lehrzimmer der Schule, die für diese Stunden außen und innen reichen Festschmuck angelegt hatte, abgehalten werden. Nach Begrüßung der Gäste durch Herrn Schulleiter Schüller gaben die Herren Musiker des Kirchenchores von Reinprechtspölla, die bereitwilligst den musikalischen Teil der ganzen Feier übernommen hatten, durch Vortrag eines festlichen Marsches sofort der Versammlung die nötige Stimmung. Die Kinder ihrerseits antworteten diesem Festgruß durch ein frisch gesungenes vaterländisches Lied. Hierauf nahm Herr Schulleiter Schüller das Wort zur Festrede. In derselben gab der Redner eine klare, für Jung und Alt verständliche Würdigung des Herrscherlebens Franz Josef I. und zeichnete den Kaiser in weiser Anpassung an die Fassungskraft der Kinder besonders als den Arbeitskaiser, der von frühester Jugend an stramme und ernste Tätigkeit gewöhnt, trotz seiner 60 Regierungsjahre und trotz mancher schwerer Prüfungen im Staats- und Familienleben heute noch allen seinen Untertanen als Muster treuer Pflichterfüllung voranleuchtet. Und als der Redner mit einem "Hoch" auf den Kaiser geendet, erklang jener Sang, der zumal im Munde der Kinder niemals einer rührenden Innigkeit entbehrt, das ehrwürdige: "Gott erhalte!" Nun nach ihrem Lehrer zeigten auch die Kinder, was sie an huldigender Verehrung ihrem Kaiser darzubringen hatten. Vier derselben, zwei Knaben und zwei Mädchen trugen sehr hübsch vaterländische Dichtungen vor und eines der Mädchen bekränzte unter sinnigen Worten das Kaiserbild. Auch ein Andenken wurde noch unter die Kinder verteilt, die vom Ortsschulrat gespendeten Kaiserbüchlein. Das Schlußwort nahm der Katechet der Schule, der Pfarrer von Reinprechtspölla. Ausgehend von den prunkvollen Standbildern berühmter Habsburger in der Kaiserburg zu Wien, wies er hin auf das so einfach-schlichte Denkmal, das die Kinder unseres Volkes dem geliebtesten der Habsburger zu setzen sich eben anschicken, ein Kaiserdenkmal allerdings, das trotz seiner Bescheidenheit dennoch einen Vorzug vor allen übrigen hat, daß es nämlich aus der Werkstatt unseres lieben Schöpfers hervorgegangen ist. Und anknüpfend an einen Gedanken der Festrede gedachte der Katechet besonders der Frömmigkeit unseres Kaisers, einer Tugend, in der es ja das unscheinbarste Dorfkind dem mächtigsten Manne Österreichs und dem geachtetsten Fürsten Europas gleich tun kann und soll. Hiemit war die Festfeier im Schulhause zu Ende. Und nun wurde vor dem Schulhause an einem wunderschön geeigneten Plätzchen, dort, wo von unserem Dörfchen nur gerade vier Strassen nach allen Windrichtungen auseinandergehen, unter den weihevollen Klängen des Kaiserliedes die Kaiserlinde eingesetzt mit dem Wunsche: Möge sie dort stehen viele hundert Jahre lang und immerdar ein kaisertreues, glückliches Völkchen beschatten! Dann gings in festlichem Marsche in Brumüllers Gasthaus, wo für die Kinder im Auftrage des Ortsschulrates eine Jause bereit stand. Bei Eintritt der Dämmerung jedoch wurde die fröhliche Schar nach Hause entlassen. Sie nahmen mit die Erinnerung an eine Stunde, die als Markstein ihrer Jugend beabsichtigt war. Und gewiß! Wenn diese Kinder in spätesten Tagen wieder ihre Kaiserlinde erblicken, dann werden sie sich mit Stolz des Tages erinnern, von dem auch sie - nach einem Worte des Festredners - sich sagen können: da war ich auch dabei. Und die Alten, die am selben Tage eben nicht nach Hause gingen? Je, nun! Geigen und Geiger gabs ja genug. Also los! Und wenns bis 5 Uhr früh dauert!

1909/10

Die durchschnittliche Schülerzahl betrug im Schuljahre 1909/10: 31 Knaben, 30 Mädchen, mithin 61 Kinder. Der Schulbesuch wurde im Monate Jänner durch das Auftreten von Scharlach und Varizellen ziemlich beeinträchtigt. Glücklicherweise verbreitete sich die Krankheit infolge rechtzeitig getroffener Maßregeln nicht weiter, sodaß die Schule nicht geschlossen werden mußte. Die entschuldigten Versäumnisse betrugen 5%, die unentschuldigten 1%. Bei letzteren ist also eine Besserung des Schulbesuches zu konstatieren. Der größte Teil der Versäumnisse entfiel auf eine einzige Partei in Wiesent.

In den Hauptferien wurde das Lehrzimmer und die Außenseite des Schulhauses frisch getüncht.

Die Schule erhielt auch in diesem Jahre seitens des k.k. B.S.R. Horn einen Zuwachs an Lehrmitteln: Bezirkskarte, Österr. Ung. geol., naturgesch. Ansch. Bilder. Auch die Schülerbibliothek wurde um [leer] Bände vermehrt.

Am 20. Februar 1910 jährte sich zum 100. Male der Tag, an welchem der Volksheld Andreas Hofer für die seinem Volke und seinem Vaterlande geweihten Taten den Tod erlitt. Aus diesem Anlasse fand am 19. Februar eine kleine Schulfeier statt, bei welcher die Verdienste Hofers um das Vaterland als leuchtendes Beispiel inniger Vaterlandsliebe und Treue zum Herrscherhause der Schuljugend vor Augen geführt wurden u. patriot. Lieder u. Gedichte zum Vortrage gelangten.

Besondere Ereignisse:

Im Monate Jänner 1910 war am westlichen Abendhimmel eine interessante Erscheinung zu beobachten: Der Komet 1910 u. da bei diesem Anlasse wieder der alte Volksaberglaube auftauchte, wurden der Schuljugend entsprechende Belehrungen erteilt.

Am 14. März 1910 um 12 h mittags ertönte plötzlich die Feuerglocke. Das Anwesen des Wirschaftsbes. Joh. Heider in Sachsendorf No 9 stand in hellen Flammen u. da das ganze Haus mit Stroh gedeckt war, fiel es in kürzester Zeit dem Brand vollständig zum Opfer. Nur die Grundmauern blieben übrig, alle Vorräte, Lebensmittel, Kleider u. Einrichtung verbrannten, ebenso ein Mutterschwein mit 10 Jungen.

Man vermutete Brandlegung, da auch schon einige Tage vorher ein Strohhaufen im Hause von Joh. Habersohn in Brand geriet. Doch konnte das Feuer damals noch von den Ortsbewohnern rechtzeitig gelöscht werden.

1910/11

Kurz nach Beginn des Schuljahres brachen in der Schulgemeinde die Masern aus u. verbreiteten sich derart rasch, daß von den 58 Schulkindern 44 vom Unterrichte fernbleiben mußten. Da mithin eine geordnete Unterrichtserteilung unmöglich war, wurde die Schule vom 12. - 26. Juni 10 geschlossen. Anfangs Juli war die Epidemie erloschen.

Im Jänner 1911 fand die Volkszählung statt. In Sachsendorf, Buttendorf u. Gumping wurde dieselbe vom Schulleiter durchgeführt.

Sachsendorf hatte nach dem Stande vom 31.12. 1910 95 Einwohner, u. zw. 51 männliche u. 44 weibliche, sämtliche Einwohner röm. kath. und deutsch. Der Viehstand betrug: 15 Pferde, 66 Rinder, 1 Ziege, 120 Schweine, 10 Bienenstöcke, 260 Hühner.

Mit Erlaß vom k.k. n.ö. L.S.R. vom 11.I. 1911, Z. 6074-II wurde der Schuljahresbeginn für alle Schulen des Bezirkes Horn vom 1. Mai auf den 1. September verlegt. Das Schuljahr wurde also um 2 1/2 Monate verlängert.

Am 15. Mai 1911 inspizierte der k.k. L.Sch.I. Hr. Rud. Geißenberger die hiesige Schule.

Da der Schulleiter Ig. Schüller schon seit längerer Zeit an [? Neurasthenie] leidend war, wurde ihm vom k.k. B.S.R. für die Zeit vom 2. Juni bis 15. Juli ein Krankenurlaub gewährt. Der Schulleiter begab sich zum Kurgebrauche in die Kaltwasserheilanstalt in Walkenstein. Die Leitung der Schule wurde während dieser Zeit dem prov. Bez. Aushilfslehrer Josef Glöckl übertragen.

Der durchschnittliche Schülerstand in diesem Schuljahre betrug: 31 K, 29 M, zus. 60 Schüler.
Zahl der Schultage: 252.

Versäumnisse entsch. 5.267 %
nicht entsch. 0.276 %

1911/12

Am 29. Juni 1911 fand die Konstituierung des für die Funktionsperiode 1911 - 17 neugewählten Ortsschulrates statt. Demselben gehören an: Steininger Franz, Amelsdorf, (Obmann); Berger Josef, Reikersdorf, (Stellvertr.); Mörwald Josef, Pfaller Anton, Sachsendorf; Gruber Josef, Buttendorf. Zum Schulaufseher wurde Schredl Josef, Sachsendorf, ernannt.

Für das Schulzimmer wurden Vorhänge u. für die Wohnung des Schulleiters Holzjalousien neu angeschafft.

Vom k.k. B.S.R. erhielt die Schule eine Anzahl von Lehrmitteln zugewandt: Bilder f. Anschauungs-U., Geographie u. Naturgeschichte; 1 Satz Druckbuchstaben f. d. Setzkasten; Gewichte u. Hohlmaße; Heronsball; Modell einer Feuerspritze.

Die durchschnittl. Schülerzahl betrug: 32 K., 27 M., zusammen 59 Schüler.
Zahl der Schultage: 193.
Versäumnisse:
entsch.: 4.476 %
nicht entsch.: 0.390 %

1912/13

Auf eine traurige Art verlor die Schule in diesem Jahre einen braven, hoffnungsvollen Schüler, den 10jährigen Anton Schuch aus Amelsdorf. Derselbe wurde von einem wütenden Hund in die Wange gebissen u. trotzdem er zur Schutzimpfung nach Wien gebracht worden u. von dort anscheinend gesund zurückgekehrt war, sogar die Schule wieder besuchte, brach nach einigen Wochen bei ihm Hundswut aus u. der Knabe starb nach mehrtägigem, qualvollen Leiden. Seine Mitschüler gaben ihm unter Führung des Lehrers das letze Geleite bis zum Friedhofe in Burgschleinitz.

Am 29. November 1912 war Inspektion.

Am 1. Juni 1913 fand in Reinprechtspölla die Firmung statt. An dem feierlichen Empfange des Bischofs beteiligten sich auch unsere Schüler.

Kurze Zeit darauf, im Juli 13, schied der Religionslehrer der Schule, Hr. Pfarrer Dr. Josef Kluger aus Rpölla, der über 10 Jahre hier gewirkt hatte, von der Schule, um seinen neuen Wirkungskreis als Propst des Stiftes Klosterneuburg, zu welcher Würde ihn das Vertrauen seiner Mitbrüder berief, anzutreten. Am Vorabend seines Scheidens wurde ihm ein Fackelzug bereitet, an welchem auch sämtliche Schüler von Rpölla und Sachsendorf, alle mit Lampions, teilnahmen. Die Kinder sangen vor dem Pfarrhofe unter Begleitung einer Musikkapelle in trefflicher Weise zwei Lieder: "Der Zug des Herrn" und "Segne den Seelenhirt", worauf Hr. Oberlehrer Sühs aus Rpölla im Namen aller Lehrpersonen u. Schüler, dem scheidenden Priester den Dank für sein eifriges Wirken aussprach. Auch am nächsten Tage, als Hr. Dr. Kluger Abschied nahm, gaben ihm alle Schüler das Geleite bis zum Ausgange des Ortes.

An seine Stelle kam Chorherr Hermann Pfeiffer, bisher Professor im Stifte Klosterneuburg. Auch er wurde von den Schülern und zahlreichen Erwachsenen in feierlicher Weise beim Eingange in Rpölla begrüßt.

Möge er sich eines segensreichen Wirkens erfreuen.

Während der Ferien 1913 ließ der O.S.R. den alten, schadhaft gewordenen Schulgartenzaun durch eine hübsche, eiserne Einfriedung ersetzen.

Durchschnittliche Schülerzahl: 61 (29 K. 32 M.)

1913/14

Der durchschnittliche Schülerstand im Schuljahre 1913/14 betrug: 26 Knaben, 31 Mädchen = 57 Schüler.
Anzahl der vorgeschriebenen Schultage: 192.
Versäumnisse:
entsch: 2.348 %
unentsch: 0.150 %

Am 9. März 1914 wurde die hiesige Schule vom Hr. k.k. Bezirksschulinspektor Rud. Heihsenberger inspiziert. Dem Schulleiter wurde in Anbetracht der guten Erziehungs- u. Unterrichtserfoge die belobende Anerkennung des k.k. B.S.R. ausgesprochen.

An Lehrmitteln erhielt die Schule: 1 Modell des menschlichen Auges, 4 Hefte: Materialien f. d. Ansch.U. und 5 Anschauungsbilder.

Am 4. Juli 1914 beteiligten sich die Schüler an dem Trauergottesdienste für den + Thronfolger Erzherzog Franz Ferndinand u. seine Gemahlin Herzogin Sophie von Hohenberg, welche am 28. Juni in Sarajewo infolge einer von der serbischen Regierung unterstützten Verschwörung einer ruchlosen Mörderhand zum Opfer fielen.

*Ig. Schüller, Schulleiter*

1914/15

Weitab von unserem stillen, entlegenen Dörflein tobt der heiße Kampf. Mächtige Feinde stehen gegen uns und wollen das alte Habsburgerreich in Trümmer schlagen.

Doch in ungeahnter Stärke hebt der Doppelaar seine Schwingen, ihm zur Seite steht in alter Nibelungentreue Deutschland, der Freund in "schimmernder Wehr". Und auch der Halbmond, einst der Erbfeind der Christenheit, steht in treuer Waffenbrüderschaft an unserer Seite.

Treulos verließ uns Italien, der falsche Freund, in der Stunde der Gefahr. Doch, "wenn die Welt voll Teufel wär", "wir wollen und wir müssen siegen!" - Noch ist kein Ende des großen Ringens abzusehen und viele und große Opfer wird der männermordende Kampf noch verschlingen. Aber auch herrliche Früchte hat der Krieg gezeitigt. Patriotismus und Opferfreude fürs Vaterland lodern in hohen Flammen in den Herzen der Völker Österreichs, Gut und Blut setzen sie ohne Zaudern ein für Österreichs Ruhm und Größe.

In diesen sturmbewegten Zeiten fällt auch der Schule eine große Aufgabe zu und tat sich ein weites Feld der Betätigung vor ihr auf. Die Jugend soll die große Zeit miterleben in Wort und Tat, mitfühlen die unvergänglichen Taten unserer Helden und sich an ihnen begeistern, mitsorgen für ihr Wohl und für das des Staates. In diesem Sinne war das abgelaufene Schuljahr ein echtes Kriegsjahr. Nicht nur im Unterrichte wurden bei jeder passenden Gelegenheit die aktuellen Geschehnisse pädagogisch verwertet, hauptsächlich sollten die Kinder auch werktätig mithelfen an dem grossen Werke der Vaterlandsverteidigung nach ihren schwachen Kräften. Und es boten sich hiezu gar schöne Gelegenheiten.

So sammelten die Schüler im Herbst 1914 14 Kg Brombeerblätter als Tee-Ersatz, die getrocknet an die n.ö. Landes-Zwangsarbeits- u. Erziehungsanstalt in Korneuburg zur weiteren Verwertung abgeliefert wurden.

Als der Winter nahte, wurde die großzügige Aktion: "Handarbeitsunterricht im Dienste der Kriegsfürsorge" ins Leben gerufen. Tausende und abertausende von Kälteschutzmitteln wurden von fleißigen Mädchenhänden in Österreichs Schulen angefertigt, um die braven Soldaten gegen die Unbilden des Winters zu schützen.

Zur Beschaffung des nötigen Wollmaterials wurde vom Schulleiter im Einvernehmen mit dem Ortsschulrate eine Geldsammlung in der Schulgemeinde veranstaltet und auf diese Weise eine Summe von Kr 281.30 aufgebracht, u. zw: in Amelsdorf (durch besondere Bemühung des Hr. Gutspächters Friedrich Kment in Wiesent) 168 K, Buttendorf 23.30 K, Reikersdorf 32 K, Sachsendorf 38 K, Spende des Ortsschulrates 20 K. Hiefür wurden angefertigt und an den k.k. B.S.R. Horn als Sammelstelle abgeliefert: 37 Stück Schneehauben, 48 Paar Fußlappen, 48 Stück Leibbinden, 7 Paar Wadenstutzen, 52 Paar Fäustlinge, 34 Paar Pulswärmer, 8 Stück Wolleibchen. Hinzu kamen noch 4 kg von den Kindern gezupfte [? Scharpie].

Vom B.S.R. Horn wurden hierauf noch 4 kg Wolle beigestellt und diese von den Schülerinnen zu 12 P. Kniewärmern und 5 P. Fäustlingen verarbeitet.

Nun nahte das Weihnachtsfest heran. Auch dieser Tag sollte nicht vorübergehen, ohne daß Österreichs Jugend derjenigen gedachte, die fern der trauten Heimat in Eis und Schnee auf treuer Wacht standen gegen den Feind. Es erging der Aufruf an die Schuljugend, durch freiwillig gespendete Liebesgaben es ermöglichen zu helfen, daß auch die Soldaten am Weihnachtsabend ihr Christbäumchen und liebe Geschenke aus der Heimat erhalten können. Auch diese Aktion war von glänzendem Erfolge begleitet. Von den Schülern Nieder-Österreichs allein wurden gespendet insgesamt 2543 Kisten, deren jede Gaben für 250 Mann enthielt, so daß mithin Spenden vorhanden waren für 635.750 Mann. Da für jeden Mann durchschnittlich 4 Gaben (Päckchen od. Einzelgaben) bestimmt waren, so ergibt das eine Gesamtzahl von 2,543.000 Einzelspenden. Diese enthielten unter anderem: 6,000.000 Zigaretten, 360.000 Zigarren, 24.000 kg Lebkuchen, 16.000 kg Schokolade, 15.000 kg gedörrte Früchte, 12.000 kg Tee u. Kaffee mit Zucker u. v. a.

Von den Schülern Sachsendorfs wurde gespendet: 25 Päckchen Pfeifentabak, 300 St. Zigaretten, 20 St. Zigarren, 64 St. Schokolade, 10 Päckchen Dörrobst, 11 Päckchen Zuckerl, 6 Päckchen Lebkuchen, 6 Päckchen Tee mit Zucker, 6 Päckchen Seife, 3 St. Sacktücher, 1 Kamm, 9 Päckchen Briefpapiere u. Karten, also Gaben für 32 Mann.

Diese Spenden erhielt das k. u. k. Dragoner-Regiment Nikolaus Nikolajewitsch Großfürst von Rußland Nr 12, welches sich mit 5 Feldpostkarten dafür bedankte. Nachstehend einige Abschriften:

"Liebe Schüler! Herzlichen u. aufrichtigen Dank für eure Liebesgaben. Der liebe Gott möge Euch vielfach vergelten, was Ihr den Soldaten im Felde Gutes getan. Recht herzliche Grüße sendet Euch allen Josef Fritsch, Wachtmeister."

"Besten Dank für die Liebesgaben, die uns eine große Freude gemacht haben. Hoch Österreich!"

"Besten Dank für Eure schönen Weihnachtsgrüße, welche uns sehr freuten. Mit herzlichen Grüßen an Euch alle Eduard Schneider, Res. Korporal" (u. ä.)

Eine weitere Aktion betraf die Anfertigung von Papiersohlen (aus Zeitungspapier) und Papiersocken aus Billrothpapier. An unserer Schule wurden allein weit über 2000 Stück Papiersohlen und 200 Stück Billrothsocken von den Kindern angefertigt.

Auch bei der patriotischen Kriegsmetallsammlung sollten unsere Schuljungen die Vermittler sein zwischen der Kriegsverwaltung und der Bevölkerung, indem sie die gespendeten Metallgegenstände von Haus zu Haus einsammelten und in das Sammellokal überbrachten. Sie sollten auf diese Weise teilhaben an den großen Pflichten, die der Krieg der Gesamtheit auferlegt und sozusagen eine militärische Dienstleistung vollbringen. Und mit vor Freude geröteten Wangen und leuchtenden Augen unterzogen sie sich der ihnen gestellten Aufgabe. 2 große Kisten konnten mit Metallgegenständen in Gewichten von 120 Kg. gefüllt und an das K.K. Artillerie-Zeugsdepot in Wien abgesendet werden.

Im Frühjahr 1915 erging neuerlich der Ruf an unsere Schuljugend, zwei Werke der edelsten Menschenfreundlichkeit, das "Rote Kreuz" und den "Witwen- und Waisenhilfsfond" durch ihre Mitwirkung zu unterstützen und zu fördern. Groß sind Jammer und Elend, aber nie auch hat die Nächstenliebe herrlichere Triumpfe gefeiert als in der gegenwärtigen Zeit. Was könnte veredelnder auf die empfängliche Kinderseele wirken, als das Bewußtsein, durch selbstauferlegte Entsagung das große patriotische Lebenswerk nach Kräften gefördert zu haben?

Deshalb wurden nach einem Erlasse des k.k. n.ö. Landesschulrates an den Schulen Spartage eingeführt, an denen den Schülern Gelegenheit geboten wird, monatlich einmal einen durch Entsagung ersparten Betrag in beliebiger Höhe an dem Altare der Menschen- u. Vaterlandsliebe niederzulegen. Auch dieser Ruf verhallte nicht umsonst und allmonatlich können die Schüler ansehnliche Beträge an die genannten zwei Institute abliefern. Bei uns war das Erträgnis der Spartage bisher für die Monate April bis Juli 21 K 54 h. Die Namen der Spender u. die gespendeten Einzelbeträge sind in einem eigenen Verzeichnisse verbucht.

Mit Beginn der warmen Jahreszeit setzte auch die Aktion "Handarbeitsunterricht im Dienste der Kriegsfürsorge" wieder ein, um die Soldaten mit Sommerwäsche zu versehen. Der Ortsschulrat spendete zu diesem Zwecke auf Antrag des Schulleiters 50 K. Hiefür wurden im Handarbeitsunterrichte von den Schülerinnen fertiggestellt: 13 Hemden, 12 Beinkleider, 5 Taschentücher, 2 Viktualiensäckchen und 2 Paar Fußlappen.

Da während es Winters in N.Ö., besonders in Wien, ein ziemlich hoher Stand von Blatternerkrankungen festgestellt wurde, erschien es notwendig, eine allgemeine Impfung, bezw. Wiederimpfung an den Schülern der allg. Volks- u. Bürgerschulen durchzuführen. Bei uns wurde dieselbe am 24. Februar von Hr. Dr. Hartl aus Horn vorgenommen und unterzogen sich derselben nicht nur 51 (von 54) Schulkindern, sondern auch eine große Anzahl Erwachsener. Im Schulsprengel kam kein einziger Fall von Blatternerkrankung vor.

Durch die Einberufung aller Wehrfähigen bis zum 42. Lebensjahre entstand ein fühlbarer Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften. Daher wurden die Ortsschulräte ermächtigt, alle jene Kinder der 3 obersten Schuljahre (12. - 14. Lebensjahr), die erwiesenermaßen zu haus- und landwirtschaftlichen Hilfsarbeiten benötigt wurden, für die Zeit dieser Verwendung vom regelmäßigen Schulbesuche zu befreien. Diese Begünstigung wurde an der hiesigen Schule 2 Knaben und 2 Mädchen des 6. Schuljahres erteilt, die Schüler des 7. u. 8. Schj. traten mit 1.5. in den Genuß der Schulbesuchserleichterung nach lit. e.

Ein Jahr treuer Arbeit u. patriotischer Pflichterfüllung liegt hinter uns. Möge das kommende uns den gerechten Sieg u. heißersehnten Frieden bringen. Das walte Gott!

Statistisches:
Durchschnittliche Schülerzahl: 25 Kn., 30 Md. (= 55 Sch.)
Eingetreten: - Kn., 5 Md.
Ausgetreten: 3 Kn., 7 Md.
Zahl der Schultage: 194.
Versäumnisse:
entschuldigt 525 1/2 Tg., = 4.925 %
unentschuldigt 10 1/2 Tg., = 0.098 %

*Ig. Schüller, Schulleiter*

1915/16

Zwei schwere Kriegsjahre liegen hinter uns und noch ist kein Ende des furchtbaren, bluten Ringens abzusehen. Noch immer hoffen die Feinde, unser Vaterland zertrümmern zu können, trotzdem bisher alle ihre Massenstürme unter entsetzlichen Verlusten an den ehernen Mauern unserer tapferen Scharen abprallten, trotzdem unsere Sieger weit ins russische Reich eingedrungen sind, Serbien und Montenegro besiegt am Boden liegen und die Italiener am Isonzo und in Südtirol stets nur blutige Abweisungen erfahren haben. Österreichs Heldensöhne halten treu Wacht und scheuen nicht Not und Tod fürs Vaterland.

Unvergängliche Ruhmeskränze hat sich unser tapferes Heer in den beiden Kriegsjahren geflochten. Aber auch die Daheimgebliebenen kommen ihre Pflicht. Trotz der vielen Beschränkungen, die der Krieg dem Einzelnen auferlegt, gibt es kein Murren und Zagen. Und wo es gilt durch Werke der Fürsorge den Tapferen im Feld ein Dankesscherflein zu bringen, dem Vaterland zu dienen, da trifft man überall die Schule in vordester Linie. Viele Arbeit wurde auch im abgelaufenen Schuljahre wieder durch sie geleistet, auch sie hat sich Anspruch auf den Dank des Vaterlandes erworben.

Im Herbst 1915 sammelten die Schulkinder unter Anleitung des Lehrers Brennessel, aus denen Fasern Monturen, Plachen, Säcke etz. hergestellt wurden. Es konnten trotz der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit noch 7 kg getrocknete Stengel abgeliefert werden. Die Sammlung der Brombeer- und Erdbeerblätter ergab 5 1/2 kg Tee, an Eichenknoppern für Gerbzwecke wurden 21 kg gesammelt.

Die beiden von der Heeresverwaltung veranstalteten Woll- und Kautschuk-Sammlungen wurden zur Gänze von den Schülern allein unter Führung des Schulleiters durchgeführt. Es ergab die 1. Sammlung (vom 27. September bis 2. Oktober 1915) 441 kg Textilwaren und 5 kg Gummi, die 2. Sammlung (vom 12. bis 17. Juni 1916) 150 kg Textilwaren und 1 kg Gummi, zusammen also 591 kg Wolle und 6 kg Kautschuk.

Die ebenfalls von den Schülern durchgeführte Aktion "Bücher ins Feld" erbrachte 7 große Pakete Bücher, die nach zugekommenen Feldpostkarten eine sehr willkommene und erwünschte Gabe in Schützengräben und Spitälern bildeten.

Auch der "Handarbeits-Unterricht im Dienste der Kriegsfürsorge" wurde wieder aufs eifrigste gepflegt. Der Schulleiter veranstaltete wie im Vorjahre wieder eine Sammlung von Geld zur Anschaffung des Materials für Winterwäsche für die Soldaten und es kam auf diese Weise ein Betrag von 132 Kr. zusammen. (Amelsdorf 58 K, Buttendorf 15.30 K, Reikersdorf 22 K, Sachsendorf 26.70 K, Ortsschulrat 10 K). Es wurden angefertigt: 12 Hemden, 6 Unterhosen, 60 Sacktücher, 12 Westen, 9 Leibbinden, 14 Handtücher, 12 Paar Fußlappen. Der B.S.R. übersandte 4 kg Wolle zur Verarbeitung und es wurden daraus 2 Paar Wadenstutzen, 7 Paar Socken, 1 Paar Kniewärmer und 1 Paar Pulswärmer hergestellt. Von den Kleinen wurden außerdem 2 1/2 kg Leinenfasern gezupft.

Zur Anfertigung von Sommerwäsche spendete der Ortsschulrat 50 K und wurden hiefür 10 Stück Hemden und 3 Stück Unterhosen abgeliefert.

Auch zu Weihnachten wurde wieder der Soldaten im Felde dankbar gedacht und 32 Päckchen Liebesgaben in der vom k.k. n.ö. L.S.R. vorgeschriebenen Ausstattung an die Sammelstelle in Horn abgesandt. Jedes Päckchen enthielt: 1 Taschentuch, 1 Schachtel schwedische Zündhölzchen, 1 Tintenstift und ein einfaches Nähzeug, enthaltend 2 eingefädelte Nähnadeln, mehrere Steck- und Sicherheitsnadeln, einige Knöpfe u. etwas Zwirn, auf einem Tuchfleckchen befestigt. Die Kinder legten außerdem aus eigenem Antriebe jedem Päckchen einige Zigaretten u. eine Widmungskarte enthaltend einige herzliche Worte in Poesie oder Prosa, bei und schmückten die Gaben mit Tannenzweigen und Silberflitter.

Einen großen Erfolg hatte auch die "Rote Kreuz Woche" vom 30. April bis 7. Mai 1916, deren Durchführung abermals ganz in den Händen der Schule lag. 13 größere Schüler besorgten die Sammlung von Spenden und die Anwerbung neuer Mitglieder. Es gelang, dem "Roten Kreuze" in unserer Schulgemeinde 19 neue Mitglieder zuzuführen und an Mitgliedsbeiträgen und freiwilligen Spenden einen Betrag von 217 K 20 h aufzubringen, der voll und ganz seinem Zwecke zugeführt wurde.

Als an die Schüler der Aufruf erging, sich an der 4. österr. Kriegsanleihe zu beteiligen, wurde auch an unserer Schule sofort mit der Werbearbeit eingesetzt und eine Schulsammelstelle errichtet. Auch hier blieb der Erfolg nicht aus.

10 Schüler zeichneten bei der Anglo-Oesterr. Bank in Wien insgesamt 1100 K 40jährige Anleihe teils in Vollzahlungen, teils gegen Stundungsscheine, um so nach ihren schwachen Kräften beizutragen, dem Vaterlande die nötigen Mittel zur siegreichen Weiterführung des Krieges zu sichern.

Eine kleine Sammlung von Zinn- und Bleiabfällen (Staniol, Tuben, Plomben etz.) brachte ein Ergebnis von 1 kg Blei und 1 kg Zinn. Die gesammelten Gegenstände wurden der patriotischen Kriegsmetallsammlung überstellt.

Die im vorigen Schuljahre eingeführten Spartage wurden auch im heurigen Jahre monatlich abgehalten. Mit echt kindlichem Patriotismus wurde mancher ersparte Heller auf dem Altare des Vaterlands geopfert und mit freudigem Herzen hingegeben. Diese Spartage brachten im ganzen Schuljahre 38 K 70 h ein. Hievon wurden 13.96 K dem Roten Kreuze, 14.11 K dem Witwen- und Waisenfonde, 3.08 K der "U-Boot-Aktion" und 7.55 K der Ferialbestrebung "Wiener Kinder aufs Land" gewidmet.

Für die "unermüdliche, tatkräftige Mitwirkung an den Fürsorgeaktionen der Schulen N.Ö." und für die "selbstlosen, von lauterer Vaterlandsliebe getragenen Bemühungen" wurde der Volksschule Sachsendorf vom H. k.k. Statthalter v. N.Ö. im Namen des Hr. Ministers für Kultus und Unterricht der "Dank des Ministeriums" ausgesprochen.

Am 4. Oktober, dem Namensfeste Sr Maj. des Kaisers, wurden alle Kinder mit einem vom Kriegsfürsorgeamte des K.u.K. Kriesgministeriums gewidmeten Erinnerungsblatte beteilt.

Auch für die Mitwirkung an der patriot. Kriegsmaterialsammlung wurden an 10 Schüler künstlerisch ausgeführte Andenkblätter zur bleibenden Erinnerung an ihre werktätige Mithilfe in ernster Zeit verteilt.

Infolge des herrschenden Arbeitermangels wurden auch in diesem Schuljahre wieder 14 Schüler des 6. u. 7. Schuljahres zur haus- u. landwirtschaftlichen Hilfeleistung vom regelmäßigen Schulbesuche befreit.

Am 11. März wurde unsere Schule vom Hr. K.K. Bezirksschulinspektor Benedikt Willvonseder eingehend inspiziert. Der Inspektionsbericht wurde vom k.k. B.S.R. Horn im Hinblicke auf die "erzielten günstigen Unterrichtserfolge und den Fleiß und das zweckmäßige Lehrverfahren des Schulleiters" mit Befriedigung zur Kenntnis genommen.

So konnte auch das 2. Kriegs-Schuljahr mit dem Bewußtsein geschlossen werden, daß die Schule in dieser großen und schweren Zeit ihre Pflicht gegen die ihr anvertraute Jugend einerseits, gegen Kaiser und Vaterland andererseits, treu und redlich erfüllt habe.

Statistisches:

Durchschnittl. Schülerzahl: 28 Kn, 25 M. = 53 Sch.
Eingetreten: 2 K, 2 M.
Ausgetreten: 1 K, 4 M.
Schultage: 188.
Versäumnisse:
    entschuldigt: 973 1/2 Tg. = 9.77 %
    unentschuldigt: 23 1/2 Tg. = 0.235 %

*Im Juli 1916
Ig. Schüller, Schulleiter.*

1916/17

Noch immer stehen unsere und der treuen Verbündeten Armeen wehrhaft und siegreich im Kampfe gegen die Übermacht der Feinde, deren Zahl sich abermals bedeutend vermehrte.

Rumänien schlug sich treulos auf die Seite unserer Gegner. Doch bald brach das Strafgericht über den Verräter herein. In kraftvollem Ansturme eroberten die verbündeten Heere die Walachei und die Dobrudscha, schon am 7. Dezember 1916 war die Hauptstadt Bukarest in unseren Händen und der Feind in die Molden zurückgeworfen.

Um unnützes Blutvergießen zu vermeiden, stellten die Mittelmächte am 12. Dezember 1916 den Feinden ein Friedensangebot, doch in törichtem Haße wurde dasselbe zurückgewiesen. Um die Feinde zur Nachgiebigkeit zu zwingen, wurde am 1. Februar 1917 der verschärfte U-Bootkrieg erklärt. Infolgedessen stellte sich nun auch Amerika offen an die Seite unserer Feinde, China und andere kleinere Staaten folgten nach. Doch auch ihr von niedrigem Krämergeiste diktiertes Eingreifen vermag unsere unbeugsame Kraft nicht zu brechen.

In Rußland brach Mitte März die Revolution aus; der Zar verlor Thron und Freiheit und wurde nach Sibirien verschickt. Unsere tapferen Truppen aber säuberten in glänzender Offensive Galizien und die Bukowina fast gänzlich von der russischen Invasion, Czernawitz wurde zum drittenmale von der russischen Schreckensherrschaft befreit. Am Isonzo konnte der Italiener in bisher 10 großen Schlachten keinen nennenswerten Erfolg erringen.

So stehen unsere Heere auch am Beginn des 4. Kriegsjahres wohlgerüstet und kraftvoll da, zum "Kampfe entschlossen, zum Frieden bereit".

Am 21. November 1916 schloß unser geliebter Kaiser Franz Josef I. nach 68 Jahren ruhm- und segensreicher Regierung die müden Augen zum ewigen Schlummer. In tiefstem Schmerze trauerten Österreichs Völker an der Bahre ihres gütigen Landesvaters, den sie so unendlich viel zu verdanken hatten. Inmitten der Stürme des Weltkrieges ward er abberufen ins bessere Jenseits. Seine edle, verklärte Seele aber schwebt nun als Schutzgeist über seinem Hause und seinem Reiche. Unsere Schüler beteiligten sich am 30. November an einem für das Seelenheil des verblichenen Monarchen abgehaltenen Trauergottesdienste.

Dem greisen Herrscher im Silberhaare folgte der junge Kaiser im Schmuck der braunen Locken. Mit starker Hand ergriff Karl I. das Zepter und hält es aufrecht gegen eine Welt von Feinden. Und in kürzester Zeit ist es ihm gelungen, sich die Herzen und die Liebe seiner Völker wie im Sturm zu erringen durch seine rührende väterliche Sorge um das Wohlergehen seiner Landeskinder in diesen schweren, entsagungsvollen Zeiten. Heil Karl, Heil Zita, unserem edlen Kaiserpaar!

Wie in den abgelaufenen Kriegsschuljahren wurde auch heuer die Schuljugend verhalten, nach Maßgabe ihrer Kräfte und ihres Könnens mitzuarbeiten an dem Werke der Vaterlandsverteidigung durch Sammeltätigkeit und eigene Arbeit.

Im September 1916 wurden 100 kg getrocknete Brennesselstengel von den Schulkindern an die Sammelstelle abgeliefert.

Im Handarbeits-Unterrichte wurden aus der vom k.k. B.S.R. zur Verfügung gestellten Wolle angefertigt: 10 Paar Socken, 3 Schneehauben, 7 Paar Pulswärmer für die Soldaten.

Mit besonderer Freude und Begeisterung erfüllten die Mädchen eine Bitte der "Kriegspatenschaft" um Beschaffung und Anfertigung von Säuglingswäsche für die kleinen, hilflosen Kinder der Armen und Ärmsten, die in dieser traurigen Zeit ins Leben traten. In kürzester Zeit war das Material bei gutherzigen Spendern gesammelt und waren daraus im Handarbeits-Unterrichte angefertigt und zur Absendung an den genannten Verein bereit: 32 Wolljäckchen, 20 Hemdchen, 17 Windelunterlagen, 6 Häubchen, 3 Lätzchen, 2 Wickelbänder.

Der "Taschentuchtag" im Monat Juni 1917 erbrachte durch Sammlungen der Schüler von Haus zu Haus 4 Stück Sacktücher und einen Geldbetrag von 45 K.

Die Spartage im Schuljahre 1916/17 ergaben 27 K 40 h. Hievon wurden zugewendet: Dem "Roten Kreuz" 3 K 92 h, dem "Witwen- und Waisenfond" 3 K 92 h, der "U-Boot-Aktion" 4 K 56 h, der Aktion "Österreich für Ungarn" 5 K, für "Wiener Kinder aufs Land" 10 K.

Von den durch das k.k. Kriegsfürsorgeamt ausgegebenen "Schülerabzeichen" zu Gunsten der Kriegsfürsorge mit den Bildern des Kaisers, der Kaiserin und des Kronprinzen wurden durch die Schüler 55 Stück angekauft, um so auch ein äußerlich sichtbares Zeichen ihres Patriotismus tragen zu können. Dadurch floß der Kriegsfürsorge ein Betrag von 11 K zu (1 St. 20 h).

Gelegentlich der Ausschreibung der 5. und 6. Kriegsanleihe wurde wieder wie bei der 4. Anleihe an der hiesigen Schule eine Sammelstelle eingerichtet und die Werbetätigkeit eröffnet. Es zeichneten:

V. Kriegsanleihe: 4 Schüler mit 500 K;

VI. Kriegsanleihe: 14 Schüler mit 1500 K, zus. 2100 K.

Zur haus- und landwirtschaftlichen Hilfeleistung waren im Schuljahre 1916/17 23 Kinder der 3. Abteilung vom regelmäßigen Schulbesuche zeitweise befreit. Trotzdem gelang es, mit sämtlichen Schülern das Lehrziel zu erreichen. (Erschwerung des Unterrichtes!)

Die Teuerung
Es kostete vor - während - des Krieges:
1914 1915 1916 1917 1918 im Schleichhandel bis
1 kg Nullermehl 38 h 78 h n.E. n.E. - 15-20 K
1 kg Kochmehl 34 h - 76 h 1.20K 76 h
1 kg Brotmehl 16 h - - 50 h 50 h
1 kg Rindfleisch 2 K 5 K 12 K 14 K 9K H.P.
1 kg Schweinefleisch 2.20 K 6 K 11 K n.E. n.E. 18-20 K
1 kg Schmalz 2 K 8 K 9.60 K 8.40 H.P. 9.60 K H.P. n.E. 50-60 K
1 kg Reis 56 h 2.6 K 5 K n.E. n.E. 30 K
1 kg Erbsen 48 h 1.6 K n.E. n.E. n.E. 7K
1 kg Zucker 80 h 1 K 1.04 K 1.24 K 1.64 K 15 K
1 l Petrolium 36 h 68 h 48-56 h 56 h 56 h
1 kg Kaffee (Bohnen) 4.80 K 6.40 K 14-16 K 8 K, n.E. n.E. 60 K
1 kg Feigenkaffee 1.20 K 1.92 K 4.80 K 12 K n.E.
1 kg Rosinen 1.60 K 3.20 K 6 K 12 K 20 K
1 kg Salz 28 h 30 h 30 h 36 h 36 h
1 p Steinkohlen 3.15 K 3.80 K - 8 K 8.50 K
1 m weiches Brennholz (Scheiter) 8 K 10 K - 25-30 K 50 K
1 kg Butter 1.40 K 5.60 K 8 K 7.20 K H.P. n.E. 20 K
Eier für 2 K 45 St. 30 St. 15-10 St. 7-8 St. 6-7 St
1 Paar Herrenschuhe 16 K 20 K 50 K 100 K 150 K
1 Herrenanzug 48 K 96 K 180 K 3-400 K -
1 kg Knoblauch 20 h 4 K 5.20 K 8 K 15 K
1 kg Zwiebel 12 h 4 K 8 K 9 K 12 K
1 l Wein (Heuriger) 72 h 96 h 2.80 K 4 K 6 K
1 l Tafelöl 1.60 K 12 K 24 K n.E. n.E.
1 Spule Zwirn 14 h 60 h 2 K 13 K 24-30 K
1 Stearinkerze 4 h 10 h 24 h 10 h H.P. -
1 l Milch 12 h 24 h 30 h 40 h 52 h
1 kg Seife 80 h 4-5 K 8 K 8 K -
1 kg Soda 10 h - - 36 h -
1 l Essig 12 h - 60 h 1 K 1.20 K
1 kg Pfeffer 2 K - - 100 K -
1 Schwein mit 100 kg 160 K 440 K 780 K 1100 K - 2-4000 K
1 zweijähriger Stier 500 K 1600 K 3600 K - -
1 Rechen 44 h - - 4 K -
1 Heugabel 1.6 K - - 8 K -
1 Hemdkragen 40 h - - 2.80 K -
1 Paket herzegow. Zigarettentabak 44 h 44 h 90 h 1.20 K -
1 Reisbesen 56 h 80 h 3 K 6 K -
1 Reisbürste 14 h 1 K Ia 5 K IIa 2.20 K -
1 m Leinwand 1 K 3 K 5 K n.E. - 30 K
1 Maurer-Taglohn (ohne Kost) 5 K - - 20 K -
1 Paar Kinderstrümpfe IIa 70 h 4 K 5.80 K 12 K -
1 Schuhdoppler f. Herren 2.40 K 6 K 22 K 50 K -
1 Ferkel, 4 Wochen alt 500 K
(n.E.=nicht erhältlich, H.P.=amtlicher Höchstpreis)

Sonntag den 17. Juni 1917 um 3 h nachmittags hielt der Männergesangsverein Eggenburg im Schulhause einen Lichtbildervortrag ab mit folgendem Programm: 1. Eine Reise nach Amerika, 2. Der moderne Stellungskrieg, 3. Krönungsfeierlichkeiten in Budapest, 4. Verschiedenes.

Die Veranstaltung war großartig besucht und brachte dem Fond zur Unterstützung von Witwen und Waisen nach gefallenen Kriegern sowie für Jugendfürsorge im Gerichtsbezirke Eggenburg, dem das Erträgnis zufloß, durch Eintrittsgelder, Spenden und Blumenverkauf, ferner durch Benagelung der Wehrlyra einen bedeutenden Betrag ein. Veranstalter wie Besucher waren bestens zufriedengestellt.

Vom k.k. Bezirksschulrate wurde unsere Schule mit folgenden Lehrmitteln bedacht: 1 Stereoskop mit 40 Bildern, 1 Elektrophon mit Nebenapparaten, 1 Wandbild: Kaiser Josef als Pflüger; 5 Bände Jugendschriften.

Mitte November 1916 übersiedelte der bisherige Religionslehrer an unserer Schule, Pfarrer Hermann Pfeiffer, aus Gesundheitsrücksichten nach Weidling, da ihm bei seinem Lungenleiden das hiesige Klima zu rauh war. Die Schüler verloren an ihm einen herzensguten, liebevollen Lehrer, an dem sie mit voller Verehrung hingen. An seine Stelle kam der bisherige Pfarrer von Höflein a. Donau, Bertrand Petraschek, der am 18. November seinen Einzug hielt, woran sich auch die Schüler, der Lehrkörper und die Gemeindevertretung von Sachsendorf beteiligten.

Am 24. Mai 1917 war Tierschutztag. Nachmittags fand ein Ausflug statt, der uns über Buttendorf u. Kotzendorf nach Nonndorf und von da über Loibersdorf u. Harmannsdorf wieder nach Hause führte.

Statistik:
Durchschnittliche Schülerzahl: 28 K, 26 M., zus. 54 Sch.
Zahl der Schultage: 191.
Entschuldigte Versäumnisse: 594 1/2 Tage = 5.764 %
Unentschuldigte Versäumnisse: 58 Tage = 0.562 %

[wahrscheinlich im Jänner 1918 - vor dem Jahresbericht für das Schuljahr 1917/18 - eingetragen]

Notizen

über die Schicksale der Schulgemeinde Sachsendorf im Verlaufe des Weltkrieges 1914 - 1918.

Einwohnerzahl im Juli 1914:

Amelsdorf:
Buttendorf:
Reikersdorf: 63
Sachsendorf: 89

Eingerückt waren in der Zeit vom 1. August 1914 bis 1. Jänner 1918:

Amelsdorf: 16
Buttendorf: 24
Reikersdorf: 26
Sachsendorf: 23

Am 1. Jänner 1918 waren

gefallen: gefangen: enthoben:
Amelsdorf: 3 1 5
Buttendorf: 3 3 4
Reikersdorf: 5 3 8
Sachsendorf: 5 3 4

Kriegswitz: In einem Monate ist der Krieg aus! (Ja, aber in welchem?)

1917/18

Durch den Friedensschluß zu Brest-Litowsk schieden Rußland und Rumänien aus den Reihen unserer Feinde. In Italien trieben unsere Truppen in glänzendem Ansturme den Erbfeind bis zur Piave zurück und besetzten weite Gebiete feindlichen Landes.

Während so an den Fronten unsere Sache überall zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, nimmt dagegen im Hinterlande die Teuerung und die Lebensmittelnot immer grassere Formen an. Unsere Verwaltung scheint in vieler Hinsicht vollständig zu versagen. Die Banknotenpresse überflutet das Land mit Papiergeld und drückt den Geldwert stetig herab. Preistreiber und Lebensmittelwucherer besorgen immer ungenierter ihre schmutzigen Geschäfte und es fehlt die starke Hand, die hier rücksichtslos eingreifen würde. Der Mittelstand leidet furchtbar unter dem Drucke der Kriegsnot und die Friedenssehnsucht wächst von Tag zu Tag. Während andere Stände sich vielfach gewissenlos bereichern, scheint der Beamtenstand u. unter diesem speziell die Lehrerschaft völlig machtlos der Verelendung preisgegeben; denn was sollen 50-100%ige Teuerungszulagen besorgen bei einer Verteuerung aller notwendigsten Artikel um das 10 bis 50fache des Friedenspreises! Kosten doch z.B. jetzt im August 1918: 1 kg Butter 30-35 K, Eier 3 Stück 2 K, (auf 1 St. = 1 K!), 1 Paar Herrenschuhe 4-500 K, 1 Anzug 800-1000 K, 1 Schwein gar 1 kg Lebendgewicht 30-40 K.

Um die behördlich festgesetzen Höchstpreise kümmert sich niemand! Infolge der zugebilligten, vollständig unzulänglichen Lebensmittelquote ist die Bevölkerung dem Schleichhandel ausgeliefert, wenn sie nicht an Unterernährung zugrunde gehen will. So war z.B. der Mehlbezug auf Karten vor der Ernte durch fast 2 Monate ganz eingestellt, Fett wird schon seit Monaten überhaupt nicht zugewiesen, Kartoffel sind auf Karten nie zu bekommen; an Fleisch erhält der Konsument alle 14 Tage 10 dkg, an Milch täglich 1/8 l, an Koch und Brotmehl zusammen per Kopf und Woche 1 kg, schlechteste Qualität, etz ...

Es ist unter solchen Umständen gewiß für Schule und Lehrerschaft ein glänzendes Zeugnis, daß sie unbeirrt von aller Not nach wie vor treu und gewissenhaft ihrer Pflicht im Dienste der Kriegsfürsorge und des Staatsinteresses nachkommt.

Von unserer Schule verdienen folgende Leistungen erwähnt zu werden: Durch die Sammeltätigkeit der Schüler wurden i.J. 1917 aufgebracht und von der Schulleitung an die Sammelstelle Gnauer in Eggenburg abgeliefert:

44 kg Eicheln,
58 kg Kastanien,
26 kg Steinobstkerne,
5 kg Brombeerbätter,
12 kg Maisspindel.

Eine durch die Schüler von Haus zu Haus vorgenommene Wäschesammlung erbrachte:

2 St. Handtücher,
25 kg Altmaterial.

Am 14. Oktober 1917 wurden bei dem vom Bezirksvereine Eggenburg des k.k. österr. Militär-Witwen- und Waisenfondes veranstalteten Blumentage von den Schülern in den 4 Gemeinden des Schulsprengels verkauft:

100 St. Edelweißabzeichen a 20 h,
300 St. Blumen a 10 h,
50 St. Postkarten mit dem Bilde Ihr. Maj. der Kaiserin a 20 h,

wodurch ein Betrag von 60 K dem obgenannten Vereine zugeführt werden konnte.

An VII. Kriegsanleihe zeichneten 9 Schüler 900 K,
an VIII. Kriegsanleihe 8 Schüler 1000 K.

Die Spartage erbrachten einen Betrag von 38 K 83 h. Hievon wurden zugewendet:

dem "Roten Kreuze": 15 K 93 h.
dem "Witwen- u Weisenfonds": 12 K 70 h.
der "U-Boot-Aktion": 4 K 20 h.
dem Flottenverein: 6 K.

Am 25. November 1917 fand für die Schuljugend ein Dankgottesdienst statt anläßlich der Errettung Sr. Maj. des Kaisers aus ernster Lebensgefahr. (Ertrinken im Tagliamento.)

Da die Kohlenversorgung der Schulen infolge der Kriegsverhältnisse sehr unzulänglich war, mußte wegen Mangel an Heizmaterial der Unterricht vom 11.II. bis 18.II. 1918 gänzlich eingestellt werden. Vom 25.2. bis 2.IV. fand eine Einschränkung der Unterrichszeit behufs Streckung der Heizvorräte in der Weise statt, daß wöchentlich nur an 3 Tagen Unterricht erteilt wurde.

Zu haus- und landwirtsch. Hilfeleistung waren während der Sommermonate 18 Schüler vom regelmäßigen Schulbesuche zeitweilig befreit.

Statistik:
Durchschnittliche Schülerzahl: 25 K, 28 M = 53 Sch.
Zahl der Schultage: 179.
Entschuldigte Versäumnisse: 312 Tg. = 3.288 %
Unentschuldigte Versäumnisse: 23 1/2 Tg. = 0.247 %

*Juli 1918 - Schüller*

1918/19

Das ungeheure blutige Ringen der Völker ist zu Ende. Erdrückt von der Übermacht der Feinde, zermürbt durch die harte Not im Innern mußten die Mittelmächte die Waffen strecken und sich dem haßerfüllten, unerbittlichen Feinde ergeben. Die letzten Tage des Oktober 1918 waren für das Geschick der alten Donaumonarchie entscheidend.

Während die Wehrmacht gegen Italien sich in voller Auflösung befand, trat auch im Reiche selbst der Umsturz ein. Die einzelnen Nationen schloßen sich in Freistaaten zusammen, das alte Habsburgerreich fiel in Trümmer. Auch unsere Alpenlande erklärten sich als Republik Deutschösterreich.

Am 16. Februar 1919 fanden die Wahlen in die Nationalversammlung statt. Das Ergebis derselben in unserem Schulorte Sachsendorf war folgendes:

Wählerzahl: 55.
Abgegebene Stimmen: 50 Davon
Bauernbund (christl. soz.) 28,
national-demokratisch 11,
sozial-demokratisch 11.

Möge die junge Republik gedeihen und erstarken und sich recht bald erholen von den unheilvollen Folgen des Krieges und den furchtbar schweren Friedensbedingungen, die ihr auferlegt werden sollen.

Mit Beendigung des Krieges wurden auch an den Schulen die Spartage eingestellt. Der bis 31. Dezember 1918 noch gesammelte Betrag von 13 K 74 h wurde ja zur Hälfte dem "Witwen- u. Waisenfond" und dem "Roten Kreuze" überwiesen.

Wie in den Vorjahren sammelten auch in diesem Schuljahre wieder die Kinder Brombeer- u. Erbeerblätter, sowie Brennesselstengel und es gelangten bis 30.X. 1918 zur Ablieferung:

2 kg Brombeerblätter,
1 kg Erdbeerblätter,
20 kg Brennesselstengel.

Bedauerlicherweise mußte die Schule wegen Mangel an Heizmaterial, das der Ortsschulrat nicht rechtzeitig beistellte, vom 9. Dezember 1918 bis 13. Jänner 1919 geschlossen werden.

Auch waren im November 1918 viele Kinder an der Grippe erkrankt, so daß z.B am 5.11. von 51 Kindern nur 21 dem Unterrichte beiwohnten. Es bedurfte großer Mühe und angestrengten Fleißes, um unter diesen Umständen das Lehrziel zu erreichen, was aber trozdem gelang.

Am 1. Mai 1919 wurde, da dieser Tag vom Kabinettsrate als Amts- u. Schulfeiertag erklärt ist, eine kleine Feier veranstaltet, bei welcher den Schülern die Bedeutung dieses Tages unter Bedachtnahme auf die in staatlicher Hinsicht eingetretenen Veränderungen der letzten Zeit, sowie der Wert zielbewußter geistiger und körperlicher Arbeit dargelegt wurde. Hieran anschließend sollten an alle Schüler die im Auftrage des Staatsamtes für Unterricht hergestellten Gedenkblätter unengeltlich verteilt werden. Da sie jedoch nicht rechtzeitig einlangten, konnte die Verteilung erst später vorgenomen werden.

Am 24.XI. 1918 erhielt unsere Schule vom B.S.R. Horn an Lehrmitteln durch U. Pichler, Horn:
1 Stereoskop samt Bildern,
1 Elektrophon mit Nebenapparaten,
geogr. u. geschichtliche Wandbilder und
einige Bändchen Jugendschriften für die Schülerbibliothek.

Statistisches:
Durchschnittliche Schülerzahl: 26 K, 24 M = 50 Sch.
Zahl der Schultage: 176
Entschuldigte Versäumnisse: 194 1/2 Tg. = 4.482 %
Unentschuldigte Versäumnisse: 31 Tg. = 0.352 %

*Im Juli 1919 - Schüller, Schulleiter*

1919/20

Wie als mittelbare Folge des unglücklichen Krieges von 1866 das Reichsvolksschulgesetz entstand, so geht auch jetzt nach dem unglücklichen Ende des Weltkrieges das Bestreben dahin, unsere Schule grundlegend zu reformieren. An die Spitze des Unterrichtsamtes wurde als leitende Persönlichkeit der ehemalige, wegen seiner politischen Gesinnung von der damals herrschenden Partei entlassene Unterlehrer und jetzige Unterstaatssekretär Otto Glöckel berufen, der mit Feuereifer daran geht, das gesamte Schulwesen des Staates auf eine ganz neue Basis zu stellen. Es wurde vor allem der bisherige Zwang der Schüler zu den religiösen Übungen aufgehoben und auch den Lehrpersonen die Überwachung der Kinder bei diesen Übungen, zu der sie bisher verpflichtet waren, freigestellt. Eine weitere Verfügung betraf die Einführung des ungeteilten Vormittags-Unterrichtes an allen jenen Schulen, wo nicht zwingende Gründe dagegen sprechen. Mit Rücksicht hierauf wurde auch an unserer Schule nach den Herbstferien, d.i. am Oktober 1919 der ungeteilte Vormittagsunterricht eingeführt, u. zw. in der Weise, daß täglich, auch an den bisherigen Wochenferialtagen von 8 h früh bis 1/2 1 h mittags Unterricht erteilt wird, während sämtliche Nachmittage frei sind. Diese werden für die Turn- u. weibl. Handarbeitsstunden, sowie zu Lernausflügen verwendet. Für unsere auswärtigen Schüler hat dies den Vorteil, daß sie an den meisten Tagen den Schulweg nicht mehr wie bisher zweimal, sondern täglich nur einmal zu machen brauchen.

Da im Unterrichtsamte auch, vorläufig für das 1. bis 4. Schuljahr, ganz neue, den modernen Anforderungen entsprechende Lehrpläne ausgearbeitet wurden, die schon mit Beginn des nächsten Schuljahres zur Einführung gelangen, so wurden unter der Lehrerschaft Arbeitsgemeinschaften (Sprengel) gebildet, wo die neuen Lehrgänge eingehend durchberaten werden sollen. Die Schule Sachsendorf schloß sich diesbezüglich an den Sprengel Burgschleinitz an, und es fanden bereits, auch in den Ferien 1920 einige Zusammenkünfte statt, bei welchen fleißig gearbeitet wurde.

Am [leer] September 1919 fand die Konstituierung des neugewählten Ortsschulrates statt, bei welcher Herr Josef Pfaller, Gastwirt u. Wirtschaftsbesitzer in Sachsendorf, zum Obmann, Hr. Leopold Nöbauer, Wbs. in Amelsdorf zum Obmann-Stellvertreter gewählt wurden. Außerdem gehören dem neuen Ortsschulrate als Mitglieder an die Herren: Heinrich Gstöttner, Wbs. in Sachsendorf, Josef Gruber, Müller u. Wbs. in Reikersdorf, und als vom B.S.R. ernannter Ortsschulaufseher Anton Hörzig, Wbs. in Buttendorf.

Im Herbste 1919 wurde das schadhafte Dach des Schulhauses ausgebessert, ([leer] K), die Umzäunung des Schulgartens mit Drahtzaun abgeschlossen, (Südseite, [leer] K), und ein neuer Ofen für das Schulzimmer angeschafft (samt Rohren [leer] K.)

Da der frühere O.S.R. das Holz für die Beheizung des Schulzimmers nicht rechtzeitig beschafft hatte, mußte der Unterricht bis 4. November im ungeheizten Zimmer erteilt werden. Am genannten Tage herrschte im Lehrzimmer eine Temperatur von 5°C.

Erst vom 5.XI. an konnte das Schulzimmer beheizt werden, doch bedurfte es eines energischen Eingreifens seitens des Schulleiters, da die Schulgemeinde wegen der hohen Holzpreise es auf eine Schließung der Schule ankommen lassen wollte.

Am 12. November 19 wurde über schulbehördlichen Auftrag mit den Schülern eine Feier des Jahrestages der Republik abgehalten.

Programm:

  1. Chor: Deutsches Weihelied.
  2. Ansprache des Schulleiters.
  3. Vortrag von Gedichten durch die Schüler.

Am 16. Februar 1920 verbrühte sich der Schüler des 5. Schuljahres Franz Boigenfürst aus Amelsdorf, indem er zu Hause unversehens ein Gefäß mit siedendem Wasser umstieß, derart am ganzen Körper daß beinahe 1/3 der Körperhaut verbrannt wurde und wenig Hoffnung für sein Aufkommen bestand. Doch erholte sich der Knabe trotz der schrecklichen Brandwunden wieder, die Heilung erforderte jedoch 5 Monate.

Am [leer] Mai 1920 wurde anläßlich des Tierschutztages mit den Schülern des 4. - 7. Schuljahres das Krahuletz-Museum in Eggenburg besichtigt, wobei Hr. Krahuletz selbst in liebenswürdigster Weise die Führung und Erklärung übernahm. Die einzig dastehenden Sammlungen erregten das größte Interesse der Schüler.

Während der Ferien 1919 wurden dem Schulleiter aus dem versperrten Holzschuppen durch Einbruch 13 Hühner gestohlen, wodurch derselbe in Anbetracht der großen Teuerung einen bedeutenden materiellen Schaden erlitt. Die Täter konnten nicht ausgeforscht werden.

Als Ersatz für die während des Krieges abgelieferte Glocke wurde von der Gemeinde Sachsendorf im Sommer 1920 eine neue Gußstahlglocke im Gewicht von 280 kg um den Preis von 10.000 K angeschafft und diese Glocke am 18. Juli in feierlicher Weise eingeweiht. Kurz darauf erhielt auch die Gemeinde Buttendorf eine neue Glocke.

Statistik:
Durchschnittl. Schülerzahl:
Zahl der Schultage:
Entschuldigte Versäumnisse:
Unentsch. Versäumnisse:

*Im August 1920 - Schüller*

Zeitungsartikel:

Sachsendorf. ( Glockenweihe) Seit dem 18. Juli d. J. erklingt vom Türmchen unserer Betkapelle wieder die eherne Stimme einer Glocke und mahnt uns, über dem Irdischen das Himmlische nicht zu vergessen. Die frühere Glocke unserer Kapelle ist wie so vieles andere, leider auch Unersetzliches, ein Opfer des furchtbaren Weltkrieges geworden. Sonntag, den 18. Juli fand bei uns unter Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft und zahlreicher Menschen aus den Nachbarorten die feierliche Weihe der neuen Glocke statt. Um 3 Uhr nachm. wurde Hochw. Herr Dr. Berthold Cernik, Chorherr des Stiftes Klosterneuburg, der für den beurlaubten hochw. Herrn Pfarrer von Reinprechtspölla Bertrand Betraschek die Pfarrgeschäfte führte, beim Ortseingange von der Gemeindevertretung und einer stattlichen Anzahl von weißgekleideten Ehrenjungfrauen empfangen und sodann zur Kapelle geleitet, wo die bräutlich geschmückte Glocke der heiligen Handlung entgegenharrte. Nach einer Ansprache über den erhabenen Zweck der Glocken weihte der Priester unsere Glocke zu Ehren der heil. Mutter Anna. Nach der Weihe übergab die Glockenpatin Frl. Anna Schredl mit einem sinnigen Spruche und mit Hammerschlag die Glocke ihrer Bestimmung. Bald hielt die Glocke ihren Einzug in ihr luftiges Reich, um ihre ernsten Klänge über unseren stillen Ort zu senden und weit hinaus über die Felder bis zu den benachbarten Dörfern. Alle, die durch ihre Bemühungen und edlen Spenden die Anschaffung der Glocke, sowie die erhebende Feier der Glockenweihe ermöglicht und gefördert haben, besonders dem Herrn Bürgermeister Josef Mörwald, dem Herrn Vizebürgermeister Josef Schredl, der Fahnenpatin Anna Schredl und sämtlichen Ehrenjungfrauen sei die vollste Anerkennung ausgesprochen und wärmster Dank abgestattet. Unsere neue Glocke ist in Gußstahl hergestellt. Sie wurde in den Glockenwerken in Pilsen gegossen und von der Maschinenschlosserei Rudolf Mrkor in Schönberg am Kamp ausgearbeitet und aufmontiert. Ihr Gewicht beträgt 280 Kilo.

1920/21

Mit Beginn des Schuljahres 1920/21 wurden die neuen Lehrpläne für die Grundschule (1. - 5. Schulj.) versuchsweise eingeführt. Zur eingehenden Beratung über alle den Lehrplan betreffenden Angelegenheiten wurden im ganzen Bezirke sogen. Lehrer-Arbeitsgemeinschaften gebildet; die Schule Sachsendorf schloß sich der Arb.Gem. Burgschleinitz an; allmonatlich fand dort eine Sprengelkonferenz statt, welche der Schulleiter regelmäßig besuchte.

Um den Lehrpersonen des Bezirkes Gelegenheit zu bieten, sich mit den Ideen u. Techniken des modernen Zeichenunterrichtes eingehend vertraut zu machen, wurden von Prof. Rich. Rothe, Wien, einige Zeichenkurse abgehalten. Der Schulleiter beteiligte sich an einem solchen in Sigmundsherberg am 2. u. 3. März 1921.

Am 22.9. 1920 wurde die hiesige Schule vom Hr. Bezirksschulinspektor inspiziert.

Am 19. September 1920 fand in Reinprechtspölla die Einweihung des von den Gemeinden Reinprechtspölla, Harmannsdorf, Sachsendorf u. Buttendorf gemeinsam gestifteten Kriegerdenkmales statt. Die Schulkinder von Sachsendorf beteiligten sich hieran unter Führung des Schulleiters, sangen gemeinsam mit den Schulkindern Reinprechtspölla bei der Feierlichkeit das Lied "Der tote Soldat" u. legten nach der Enthüllung des Denkmales einen aus Eichenlaub u. Herbstblumen gewundenen Kranz vor demselben nieder.

Als Lehrmittel schaffte der Ortsschulrat 1 Stück der "Zeittafel für d. Bez. Horn" von Karl Süß an (20 K), sowie 1 Stück des Buches "Unser Horner Gau" (20 K). Die Schüler kauften 20 Stück des Buches aus eigenen Mitteln an.

Da der Schulleiter gegen Ende des Schuljahres wegen Erkrankung an [? Lungeneniphyten u. Neurasthenie] seinen Dienst nur mehr schwer versehen konnte, erhielt er vom B.S.R. einen zweimonatigen Erholungsurlaub (15. Mai - 15. Juli 1921). Während dieser Zeit versah Hr. Michael Lackner, prov. Aushilfslehrer, (früher in Gars) hier den Schuldienst.

Statistik:
Durchschnittl. Schülerzahl: 31 Kn + 23 M = 54 Sch.
Schultage: 226
Entschuldigte Versäumnisse: 5 % (612 Tage)
Unentsch. Versäumnisse: 0.1 % (27 Tage)

*Im August 1921. - Schüller*

1921/22

Da sich am 21. Jänner 1922 der Todestag unseres größten heimischen Dichters Franz Grillparzer zum 50. male jährte, fand über Antrag des n.ö. L.Sch.R. an besagtem Tage in der letzten Unterrichtsstunde eine bescheidene Gedenkfeier statt, um das Interesse der Jugend auf diesen Dichter u. sein Werke hinzulenken. Der Schulleiter schilderte in einer Ansprache an die Kinder Grillparzers Lebenslauf u. sein Schaffen, sowie die Bedeutung seiner Werke, worauf von einzelnen Schülern ein Bruchstück aus "König Ottokars Glück u. Ende" mit verteilten Rollen gelesen u. einige Gedichte zum Vortrage gebracht wurden. Mit einem Liede wurde die Feier geschlossen. Am 3. Jänner 1922 vormittag erschoß sich in der Küche seines Elternhauses in Sachsendorf No. 8 der hiesige 23jährige Wirtschaftsbesitzersohn Josef Pfaller, ein ehemaliger braver Schüler unserer Schule. Heil u. unversehrt war er aus dem Kriege heimgekehrt. Nun machte er, wahrscheinlich in einem Anfalle von Trübsinn, seinem jungen, hoffnungsvollen Leben ein gewaltsames Ende. R.I.P.

Am 10. Juli 1922 besuchte Hr. Bezirksschulinspektor Franz Lukas die hiesige Schule.

Statistik:
Durchschnittl. Schülerzahl [leer]
Schultage: [leer]
Versäumnisse:
entsch: [leer]
unentsch: [leer]

*August 1922 - Schüller*

Eingesehen am 10. Juli 1922 - (Lukas B.-Sch.-I.)

1922/23

Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres wurde uns ein fleißiger, braver Schüler durch den Tod entrissen. Der 8jährige Karl Toifl aus Reikersdorf hatte in den letzten Tagen der Ferien beim Dreschen geholfen und sich dabei durch das Zahnrad des Göpels an der Fußsohle eine unbedeutend scheinende Wunde zugezogen. Nach einigen Tagen stellte sich Starrkrampf ein und der Knabe starb an Blutvergiftung am 4. September 1922 im Spital zu Eggenburg, wohin er tags vorher gebracht worden war. Seine Mitschüler beteiligten sich unter Führung des Lehrers vollzählig an dem Leichenbegräbnisse. Sie schmückten den Sarg mit einem Kranze, gaben dem Toten das letzte Geleite bis zum Friedhofe in Eggendorf und warfen ihm Blumen als letzen Gruß ins Grab.

Ein halbes Jahr später holte sich der Sensenmann abermals ein Opfer aus den Reihen unserer Schüler. Franz Klein aus Sachsendorf, Schüler des 5. Schuljahres, erkrankte an Gehirnhautentzündung und starb am 26. März 1923 im Spitale zu Gars. Am 29. März (Gründonnerstag) wurde er, begleitet von seinem Lehrer und seinen Schulkammeraden, auf dem Friedhofe zu Reinprechtspölla in die kühle Erde gebettet. Auch ihm hatten die Mitschüler Kränze und Blumen gespendet. Sein Katechet, hochw. Herr Pfarrer Petraschek hielt am offenen Grabe eine ergreifende Ansprache. - Ruhet sanft ihr beiden!

Im Monate April 1923 brach unter den Schulkindern eine Masernepidemie aus, so daß zeitweilig mehr als die Hälfte der Schüler vom Unterrichte fern bleiben mußte. Glücklicherweise erlosch die Krankheit bald u. nach ungefähr drei Wochen war die Schülerschar wieder vollzählig.

Zur Erinnerung an den österreichischen Tonkünstler, den Liederfürsten Franz Schubert, fand über Anordnung des B.S.R. Horn am 30. November 22 in der letzen Unterrichtsstunde eine Gedächtnisfeier statt. Nach einer Ansprache des Lehrers über die Bedeutung Schuberts brachten die Schüler Gedichte (Lob des Gesanges u.a.) zum Vortrag und sangen das Lied: Der Lindenbaum v. Schubert u. das Gloria aus seiner Deutschen Messe.

Am 25., 26. u. 27. Juni beteiligte sich der Schulleiter an einem Turn- u. Spielkurs in Eggenburg.

Statistisches:
Durchschnittliche Schülerzahl: 27 Kn., 25 M. = 52 Sch.
Schultage: 218.
Entschuldigte Versäumnisse: 624 Tg. = 5.5 %
Unentschuldigte Versäumnisse: 3 Tg. = 0 %

*August 1923 - Schüller*

Eingesehen am 23. Mai 1924 (Lukas B.-Sch.-I.)

1923/24

Mit Ende des Schuljahres 1922/23 wurde die Handarbeitslehrerin der hiesigen Schule, Fräulein Walpurga Newerkla aus Kühnring auf Grund des Abbaugesetzes nach vollstreckter 35jähriger Dienstzeit in die Altersversorgung übernommen. Mit Frl. Newerkla verlor unsere Schule eine tüchtige und äußerst pflichteifrige Lehrkraft. Selbst das schlechteste Wetter, weder strömender Regen, noch heftige Schneeverwehungen konnten sie trotz des weiten Weges hindern, pünktlich zum Unterrichte zu erscheinen. Trotz körperlicher und geistiger Rüstigkeit mußte sie nun zu ihrem größten Leidwesen unfreiwillig die Stätte ihres langjährigen ersprießlichen Wirkens verlassen und in den Ruhestand treten. Den Handarbeitsunterricht erteilte sie in Sachsendorf seit 1905. Gleich zeitig war sie auch Handarbeitslehrerin in Reinprechtspölla und stand seit 1888 im Schuldienste.

Vom August 1923 bis Ende Februar 1924 fand an der hiesigen Schule kein Handarbeitsunterricht statt. Mit 1. März 1924 wurde dann Fräulein Luise Widhalm, wohnhaft in Nonndorf b. Gars, als Handarbeitslehrerin für Sachsendorf dauernd bestellt. Dieselbe versieht den Handarbeitsunterricht auch in Nonndorf und Zaingrub.

Der Winter 1923/24 war streng und lange andauernd. Am 12. April 1924 lag der Schnee 1/2 m hoch; beim Unterrichte fehlten 33 auswärtige Schulkinder. Noch anfangs Mai mußte das Schulzimmer geheizt werden.

Im Oktober 1923 wurde der Schulbrunnen neu hergestellt. (Kosten: [leer])

Während der Sommerferien wurde das Schulhaus innen und außen frisch gefärbelt.

(Aus dem Schulorte:
Nationalratswahl in Sachsendorf, 21.10.1923.
Wahlzahl 57 (28 m., 29 w.). Abgegebene Stimmen 55 (27 m., 28 w.).
Davon entfielen

auf die christlichsoziale Partei 49 (23 m., 26 w.),
auf die großdeutsche Partei 3 (2 m., 1 w.),
auf die sozialdemokratische Partei 3 (2 m., 1 w.).

Wahlbeteiligung: 96 %).

Statistik:
Durchschnittliche Schülerzahl: 21 K, 23 M = 44.
Zahl der Schultage: 237.
Entschuldigte Versäumnisse: 316 Tg. = 3 %
Unentschuldigte Versäumnisse: 26 Tg. = 0.2 %
Gesamte Versäumnisse: 3.2 %

*Im August 1924 - Schüller*

1924/25

Das Schuljahr 1924/25 begann Samstag den 22. August 1924 mit einem Schülerstande von 17 Knaben u. 25 Mächen = 42 Schülern. Hievon waren aus Amelsdorf 15, aus Buttendorf 14, Reikersdorf 6, Sachsendorf 7 Schüler.

Einer Anregung des B.S.R. Horn folgend stellte die Schulleitung an die 4 eingeschulten Ortsgemeinden das Ansuchen, aus den den Gemeinden zufließenden Beträgen aus der Fürsorgeabgabe der Schule einen angemessenen Beitrag zur Anschaffung von Wandkarten, Lehrmitteln u. Büchern für die Schüler- u. Lehrerbücherei zu überweisen. Diesem Ansuchen ensprechend spendeten die Gemeinde Amelsdorf 25 S, Buttendorf 18 S, Reikersdorf 24 S und Sachsendorf 22 S, zusammen 89 S. Für diesen Betrag schaffte die Schulleitung an: Eine große Wandkarte der Republik Österreich u. eine ebensolche von Europa, ferner [leer] Bändchen Jugendschriften u. [leer] pädagogische Werke für die Lehrer-Bibl.

Im Frühjahr 1925 wurde der alte, schon teilweise vermorschte Holzzaun um den Turnplatz durch einen neuen Drahtzaun aus der Schlosserei Alois Steininger in Eggenburg ersetzt. ([leer] S.)

Am 1. April 1925 waren 20 Jahre verflossen, seit der Schulleiter Ignaz Schüller den Dienst an der hiesigen einklassigen Volksschule angetreten hatte. Aus diesem Anlasse erschienen am 17. Mai d.J. die Vertreter des Ortsschulrates und die Bürgermeister der 4 eingeschulten Gemeinden im Schulhause, um dem Jubilar den Dank der Gemeinden für sein 20jähriges Wirken auszusprechen und ihm ein künstlerisch ausgeführtes Dank- und Anerkennungsdiplom in schönem Rahmen zu überreichen.

Infolge eines Fußleidens mußte der Schulleiter sich ab 1. Juni 1925 einer längeren ärztlichen Behandlung unterziehen, zu welchem Zwecke ihm vom B.S.R. Horn ein Urlaub bis zum Ende des Schuljahres erteilt wurde. Den Untericht erteilte vom 2. Juni bis 4. Juli, an welchem Tage das Schuljahr schloß, Herr Otto Gebhart, Volksschullehrer in Eggenburg.

(Aus dem Schulorte:

Am 30. November 1924 fand in Sachsendorf die Neuwahl des Gemeinde-Ausschusses statt. Abgegeben wurden 22 Stimmen, sämtliche für die Liste der christlichsozialen Wirtschaftspartei. Zum Bürgermeister wurde am 15. Dezember Hr. Johann Habersohn, Wirtschaftsbesitzer No. 4, gewählt.)

Statistik:
Durchschnittl. Schülerzahl: 17 K + 23 M., = 40 Sch.
Zahl der Schultage: 224.
Entschuldigte Versäumnisse: 346 = 3.8 %
Unentschuldigte Versäumnisse: 6 = 0.06 %
Gesamte Versäumnisse: 3.86 %

*Im August 1925 - Schüller Schulleiter*

Zeitungsartikel 1:

Sachsendorf. ( Ehrung.) Am Sonntag den 17. Mai fand im Schulhause eine schlichte, aber eindrucksvolle Feier statt. Beim Herrn Schulleiter Ignaz Schüller erschienen die Vertreter des Ortsschulrates und der eingeschulten Gemeinden, um demselben aus Anlaß der Vollendung des 20. Jahres seines Wirkens an der Schule in Sachsendorf ihren Dank auzusprechen. Im Namen des Ortsschulrates sprach dessen Obmann Herr Josef Pfaller aus Sachsendorf Worte des Dankes für das langjährige, erfolgreiche Wirken des Gefeierten und überreichte ein von der Preßvereinsdruckerei Eggenburg geschmackvoll ausgeführtes Diplom in schönem Rahmen. Als Vertreter des Ortsschulrates waren noch folgende Herren anwesend: Anton Hörzig und Josef Gruber aus Buttendorf, Leopold Nöbauer aus Amelsdorf und Alois Pfannhauser aus Reikersdorf. Auch die Bürgermeister der eingeschulten Gemeinden waren erschienen und sprachen jeder für seine Gemeinde den Dank aus und zwar die Herren: Jordan Josef für Buttendorf, Habersohn Johann für Sachsendorf, Vizebürgermeister Dum Anton für Amelsdorf und Berger Josef für Reikersdorf. Herr Schulleiter Schüller gab seiner Freude Ausdruck für diese Anerkennung, dankte für die Ehrung und forderte die Vertreter der Schulgemeinde auf, mit ihm alle Kräfte einzusetzen, um die Jugend zu braven, tüchtigen Menschen heranzubilden. Er schloß mit den Worten: "Eine Gemeinde, die ihren Lehrer ehrt, ehrt sich selbst." So prangt denn in der Wohnung des Herrn Schulleiters Schüller an der Wand das schöne Anerkennungsdiplom als äußeres Zeichen der Wertschätzung und dankbaren Gesinnung einer Schulgemeinde gegenüber dem Lehrer ihrer Kinder, zugleich aber auch als Ehrendokument für die Gemeinde selbst, welche die keineswegs leichte Arbeit für die Erziehung ihrer Jugend in dieser Weise zu würdigen versteht.

Zeitungsartikel 2:

Sachsendorf. ( Von unserer Schule.) Am 1. April d. J. waren es 20 Jahre, daß Herr Schulleiter Ignaz Schüller an unserer Schule wirkt. Ein Zeitraum von 20 Jahren bedeutet im Leben des Menschen, das ja nicht allzuviel der Jahre erreicht, eine große Spanne Zeit. Was bedeuten aber erst 20 Jahre im Wirken eines Lehrers in einer Gemeinde! Wer einigermaßen Verständnis dafür hat, der kann ermessen, was es heißt an einer einklassigen Schule zu wirken, in welcher der Lehrer nicht Kinder gleichen Alters vor sich hat und gleichmäßig unterrichten kann, sondern vom 6. Lebensjahre bis zum Alter des Schulaustrittes, die er alle verschieden zu behandeln und zu unterrichten hat. Das ergibt wohl eine große Summe von Mühe und Arbeit, die sich im Laufe von 20 Jahren gar oftmals mit Sonnenaufgang immer wieder erneut. Diese schwierige Aufgabe hat H. Schüller der durch fast 15 Jahre auch den Organistendienst an der Pfarrkirche in Reinprechtspölla versehen hat, in den 20 Jahren seines Wirkens in einer Weise gelöst, daß jede Schulgemeinde die einen so tüchtigen Lehrer für ihre Jugend hat wahrlich zufrieden sein kann und zu beglückwünschen ist. Wer Gelegenheit hat, die immer mehr zutage tretende Verrohung und Entartung der heutigen Jugend zu beobachten, der muß sich freuen, wenn er sieht, wie die Kinder nicht bloß unterrichtet, sondern auch erzogen werden. Daß der Lehrer nicht immer für das Benehmen der Jugend auf der Gasse verantwortlich gemacht werden kann, wenn die anderen dazu berufenen Faktoren nicht mitwirken, sieht jeder vernünftig Denkende ein. Daß Herr Schüller auch auf die Erziehung und das Benehmen der Kinder großen Einfluß genommen hat, mag ein unbefangener Beobachter erkennen, der seine Schüler auf der Gasse betrachtet. Daß Herrn Schüllers Wirken wiederholt vom Bezirksschulrate durch Anerkennungsschreiben gewürdigt wurde, davon redet der Jubilar in seiner Schlichtheit und Bescheidenheit nicht. Aber die Schulgemeinde, zu der auch Buttendorf, Amelsdorf und Reikersdorf gehörten, weis es zu schätzen und gedenkt am 20. Jahrestage des Dienstantrittes ihres Herrn Schulleiters dankbar all der Arbeit, die dieser für die Erziehung und den Unterricht der Jugend geleistet hat und noch leistet. Mit dankbarer Anhänglichkeit werden aber nicht bloß die Eltern, die ja das höchste Interesse an der Heranbildung und Erziehung ihrer Kinder haben, sondern auch die Schüler alle, die zu seinen Füßen gesessen sind - es sind rund die Hälfte der Bewohner - auf ihren Lehrer blicken und sich vereinigen in dem Wunsche Herr Schüller bleibe der Schulgemeinde Sachsendorf auch fernerhin erhalten. Herrn Schüller selbst aber danken die Eltern der Schulgemeinde an dieser Stelle für sein erfolgreiches und mühevolles, langjähriges Wirken zum Wohle ihrer Kinder.

1925/26

Zu Beginn des Schuljahres (24. August 1925) besuchten 38 Kinder (21 Knaben u. 17 Mädchen) die Schule. Hievon waren aus Amelsdorf 14, aus Buttendorf 12, aus Sachsendorf 6 u. aus Reikersdorf ebenfalls 6 Schüler.

Der auf den 25. Oktober 1925 fallende 100. Geburtstag des berühmten österreichischen Komponisten Johann Strauß, des "Walzerkönigs", sollte nicht nur in den musikalischen Kreisen der Bevölkerung, sondern über Veranlassung des n.ö. Landesschulrates auch an allen Schulen gefeiert werden. Darum wurde auch an unserer Schule am 29. Oktober eine "Johann-Strauß-Feier", freilich nur in allereinfachster Form, veranstaltet, indem der Lehrer den Schülern die künstlerische Entwicklung des Meisters, sein Lebenswerk u. das Kulturbild seiner Zeit in faßlicher Form erläuterte u. sie auf die Bedeutung dieses österreichischen Künstlers u. seinen Weltruhm aufmerksam machte.

Infolge Einschränkung der Feiertage wurde angeordnet, daß von nun an am 2. Februar, 25. März u. 8. September, welche Tage bisher als gebotene Feiertage galten, Unterricht erteilt werden müsse.

Die Sitte, einen bestimmten Tag des Jahres als "Tag der Mutter" zu begehen u. an diesem Tage die Mutter zu ehren und die hingebungsvolle Mutterliebe besonders zu feiern, wurde durch Erlaß des Bundesministeriums für Unterricht auch auf die Schulen ausgedehnt und angeordnet, daß im Monate Mai ein Tag als Tag der Mutter begangen werde. An unserer Schule fand dieser "Muttertag" am 31. Mai statt, indem der gesamte Unterricht darauf eingestellt wurde, den Kinderherzen die aufopferungsvolle, selbstlose Mutterliebe vor Augen zu führen und sie zu besonderer Zuvorkommenheit und Dankbarkeit gegen die Mutter anzuleiten.

Am 1. Juli 1926 feierte der Katechet unserer Schule, der hochw. Herr Pfarrer Bertrand Petraschek von Reinprechtspölla, sein 25jähriges Priesterjubiläum. Aus diesem Anlasse veranstaltete die Pfarrgemeinde am Vorabend des genannten Tages einen Fackelzug, an welchem sich auch die Schuljugend von Rpölla und Sachsendorf beteiligte und wobei nebst anderen Sprechern auch der gefertigte Schulleiter dem Jubilar in einer Ansprache die Glückwünsche der Schulleitung, der Schulkinder, des Ortsschulrates u. der Schulgemeinde Sachsendorf, zum Ausdrucke brachte.

Für die Küche der Lehrerwohnung schaffte der O.S.R. einen neuen tragbaren Herd um den Betrag von 270 S an.

Als erster in der ganzen Umgebung stellte der Schulleiter von Sachsendorf am 15. November 1925 einen Radio-Apparat, u. zw. einen Dreilampenempfänger auf. Der Kostenaufwand betrug über 500 S. Hiedurch trat unser entlegener Ort mit einem Schlage in Verbindung mit der weiten Welt u. im Schulhause erklingen nun Vorträge und musikalische Darbietungen nicht nur aus Wien, sondern auch aus Berlin, Breslau, Hamburg, London, Touluse, Paris, Rom, Bern, Budapest, Brünn, Prag, Frankfurt a. M., Stuttgart, Königsburg u. anderen Sendern in herrlicher Wiedergabe. Im Laufe von 3 Monaten erfolgte dann noch die Aufstellung je eines Zweiröhrenapparates durch Hr. Pfarrer Petraschek in Rpölla u. Hr. Förster Ölkorn in Harmannsdorf u. eines Detektorapparates durch Hr. Wirtschaftsbesitzer Hengl in Amelsdorf.

Statistisches:
Durchschnittliche Schülerzahl: 19 Kn., 16 M. = 35 Sch.
Schultage: 244.
Entschuldigte Versäumnisse: 259 Tage = 2.8 %
Unentschuldigte Versäumnisse: 5 Tage = 0.05 %

*August 1926 - Ig. Schüller, Schulleiter*

1926/27

Mit einem Schülerstande von 39 Kindern (18 Kn., 21 M.) begann am 2. September 1926 das laufende Schuljahr. Von den Schülern waren 16 aus Amelsdorf, 11 aus Buttendorf, 6 aus Sachsendorf u. 6 aus Reikersdorf.

Wegen [? Lungenemphzsens] u. Hypertrophie des Herzens mußte der gefertigte Schulleiter vom 20. Februar 1927 bis zum Ende des Schuljahres Urlaub nehmen. Den Unterreicht erteilte während dieser Zeit Hr. Lehrer Otto Gebhart aus Eggenburg. Vom 20. Juli bis 12. August 1927 befand sich der Schulleiter zum Kurgebrauche in Gleichenberg.

Am 20. Juli 1927 schied der Religionslehrer unserer Schule, Hochw. Hr. Bertrand Petraschek , Pfarrer in Rpölla, von seinem bisherigen Wirkungsorte u. übersiedelte als Pfarrer nach Hitzing (Wien, XIII.) - An seine Stelle kam Hochw. Hr. Koloman Habicher.

Aus dem Schulorte:

Bei der Sonntag den 24. April 1927 stattgehabten National- u. Landtagswahl entfielen in Sachsendorf auf die

Einheitsliste 25 m. 24 w. = 49 Stimmen
Landbund 1 m. 2 w. = 3 Stimmen
sozialdemokr. Partei 2 m. 0 w. = 2 Stimmen
Gesamt 54 Stimmen

Wahlberechtigt waren 30 m., 30 w.
Wahlbeteiligung: 90 %

Statistisches:
Durchschnittl. Schülerzahl: 16 Kn., 20 M. = 36 Sch.
Entschuldigte Versäumnisse: 4.9 %
Unentschuldigte Versäumnisse: 0 %

*August 1927 - Ig. Schüller, Schulleiter*

[An dieser Stelle finden sich im Original Aufzeichnungen über "Besondere Vorkommnisse" aus den Jahren 1880 bis 1898, welche wegen der besseren zeitlichen Zuodnung zwischen das Jahr 1899 und 1900 verschoben wurden]

1927/28

Für den noch beurlaubten Schulleiter Ig. Schüller wurde mit 1. September 1927 vom Bezirksschulrate Horn Herr Rudolf Maier aus Eggenburg als Aushilfslehrer an der hierortigen Schule bestimmt.

Der Lehrkörper besteht aus dem prov. Schulleiter Rudolf Maier, dem Hochw. Herrn Pfarrer Koloman Habicher und der Handarbeitslehrerin Luise Widhalm.

Das neue Schuljahr begann am 2. September 1927. Der Schülerstand betrug mit Schulbeginn:

Schulj. Knaben Mädchen Abtlg. Knaben Mädchen Zusammen
1. 4 5 I. 4 5 9
2. 2 6 II. 2 6 8
3. 4 1 III. 4 3 7
4. 0 2
5. 2 3 IV. 7 7 14
6. 3 2
7. 2 2
8. 0 0
  17 21   17 21 38

Von der angeführten Schülerzahl waren 14 aus Amelsdorf, 8 aus Buttendorf, 8 aus Sachsendorf und 8 aus Reikersdorf.

Mit 12. September dieses Jahres wurde vom Bezirksschulrate Horn der prov. Schulleiter Rudolf Maier von der Schulleitung Sachsendorf nach Eggenburg versetzt und Herr Lehrer Karl Stippel aus Eggenburg mit der Schulleitung betraut.

Nach langjähriger ersprießlicher Tätigkeit nahm Herr Schulleiter Ignaz Schüller Abschied von den ihm liebgewordenen Bewohnern der Gemeinden Amelsdorf, Buttendorf, Reikersdorf und Sachsendorf.

Am Vorabend (Samstag 1. Oktober) bewegte sich ein Fakelzug unter den Klängen der strammen Feuerwehrkapelle von Reinprechtspölla zum Schulhause und Schulobmann Herr Pfaller brachte bei dem Ständchen dem Abschiednehmenden ein dreifaches Hoch.

Am Sonntag nachmittag fand in der festlich geschmückten Klasse eine imposante Abschiedsfeier statt. Nach der einleitenden Ansprache des derzeitigen Schulleiters Herrn Karl Stippl aus Eggenburg, der die Verdienste unseres Herrn Schulleiters in würdigster Form in das richtige Licht stellte und im Namen der vier Gemeinden und des Ortsschulrates den Dank zum Ausdruck brachte, folgte eine zu Herzen gehende Abschiedsrede des Hochw. Herrn Pfarrers Koloman Habicher aus Reinprechtspölla.

Die Schulmädchen und Knaben und die erwachsenen Ortsmädchen brachten ein schönes Festlied zum Vortrag. Dazwischen reihten sich gut einstudierte Gedichte, worauf eine Schülerin ein herzliches Blumengewinde übergab. Namens der ehemaligen Schüler überreichte Fräulein Josefa Hofer mit Worten der Ehrerbietung und des Dankes dem Scheidenden ein silbernes Rauchservice.

Gerührt dankte Schulleiter Schüller für die Ehrungen, worauf sich die Festteilnehmer in Pfallers Gasthause zu einer gemütlichen Zusammenkunft einfanden. Möge es Herrn Schulleiter Ig. Schüller recht lange gegönnt sein, seinen wohlverdienten Ruhestand in bester Gesundheit zu verbringen.

Ein nochmaliger Lehrerwechsel wurde am 18. XI. 1928 von Seite des Bezirksschulrates Horn vorgenommen. Herr Karl Stippl wurde nach Eggenburg zurückversetzt und der prov. Lehrer Ed. Steiner als prov. Schulleiter mit der Leitung der Schule betraut.

Das Herbstwetter war heuer besonders schön, was für die Bestellung der Äcker und Wiesen von überaus großem Vorteil war.

Das Ernteerträgnis war gut. Besonders die Kartoffeln waren gut geraten.

Der Winter brachte wenig Schnee und war im allgemeinen nicht zu kalt.

Der Schulleiter Ig. Schüller trat nach 23 jähr. Tätigkeit an der Schule wegen eines Leidens, das er sich im Schuldienst zugezogen hatte, frühzeitig am 1. Februar 1929 in den Ruhestand.

Mit 1. April 1928 wurde vom B.S.R. Horn der prov. Schulleiter Ed. Steiner von der Schulleitung Sachsendorf nach Eggenburg versetzt.

Der Schulleiter Emmerich Maurer wirkte in dem zum Floridsdorfer Schulbezirk gehörigen Orte Bogenneusiedl als def. Schulleiter.

Über eigenes Ansuchen beim Landesschulrat wurde er in gleicher Eigenschaft in den Ort Sachsendorf versetzt.

Am 1. April 1928 trat er hier den Dienst an.

Der Schulleiter Emmerich Maurer wurde am 3. August 1894 zu Krems a.d. Donau geboren und absolvierte daselbst die Lehrerbildungsanstalt. Er mußte im Jahre 1914 wegen Einberufung zum milit. Kriegsdienst sein Studium unterbrechen diente dort 4 1/2 Jahre und stand auf der russischen und italienischen Front. Er erlangte die Leutnantscharge und wurde mit dem "goldenen Verdienstkreuze" ausgezeichnet. Nach dem Umsturze vollendete er seine Studien und maturierte an der Kremser Lehrerbildungsanstalt im Jahre 1920.

Am 20. Oktober 1920 trat er in den Schuldienst und wirkte als prov. Lehrer an folgenden Schulen: Gföhl, St.Leonhard am H.W., Stein a.d. Donau, Obermeisling, Mittelberg u. Idolsberg (Kremser Schulbezirk).

1921 legte er an der Kremser Lehrerbildungsanstalt die Lehrbefähigungsprüfung ab. Mit 1. November 1922 wurde er def. Schulleiter in Poigen (Schulbezirk Horn).

Von Poigen kam er als def. Schulleiter nach Schandachen (Schulbezirk Gmünd). Dann erlangte er die Schulleiterstelle in Bogenneusiedl (Schulbezirk Floridsdorf-Umg.). Über eigenes Ansuchen erhielt er aus Dienstesrücksichten die Schulleiterstelle in Sachsendorf.

Wie gewöhnlich wurde auch heuer am [leer] der Muttertag abgehalten. Der Schulleiter hielt an die Kinder eine kurze Anrede, in welcher er die Bedeutung der Mutter schilderte und sie aufmerksam machte, der Mutter zu Ehren dieses Festes Geschenke zu machen.

Am 22. Mai wurde die hiesige Schule durch den Herrn Bezirksschulinspektor Professor F. Lukas inspiziert.

Der heurige Sommer war recht schön. Die Leute brachten ihre Ernte gut nach Hause. Auch Obst hat das Jahr viel gebracht, wenn auch die Zwetschkenbäume wegen des Frühjahrsreifes weniger Ertrag als sonst lieferten. Aus diesem Grunde konnte kein Besitzer Sliwowitz brennen.

Durch die Einrichtung der Postautos zur Personenbeförderung kam auch unser Ort zum guten Teil, indem am 20. Mai die Linie Wien - Horn eröffnet wurde.

Das Schuljahr schloß am 15. Juli. Der Schulleiter führte die Kinder zum Schlußgottesdienst nach Reinprechtspölla.

Zum heurigen Schulschluß wurde zur allgemeinen Freude der Kinder und deren Eltern am 20. Juli ein Ausflug nach Aggstein unternommen. Da die Direktion der Bundesbahnen den Lehrern die Begünstigung auf der Eisenbahn versagt hatte, wurde der Ausflug mit einem Lastkraftauto gemacht. An der Fahrt beteiligten sich neben 32 Schulkindern auch manche Eltern und man konnte feststellen, daß sowohl die Kinder als auch die Eltern mit der Fahrt recht befriedigt waren, was z. Teil auch auf die schöne Witterung zurückzuführen war.

Statistisches:
Durchschnittliche Schülerzahl: 36
Entschuldigte Versäumnisse: 6.490
Unentschuldigte: 0

*Im Juli 1928 - Emmerich Maurer, Schulleiter*

1928/29

Das Schuljahr begann am 1. September mit einem Schulgottesdienst in Reinprechtspölla, wobei der Schulleiter die Kinder dorthin führte.

Der Lehrkörper besteht aus dem Schulleiter Emmerich Maurer, dem Hochw. Herrn Pfarrer Koloman Habicher und der Handarbeitslehrerin Luise Widhalm.

Der Schülerstand betrug mit Schulbeginn:

Schulj. Knaben Mädchen Zusammen Abtlg. Knaben Mädchen Zusammen
1. 3 2 5 I. 3 2 5
2. 4 3 7 II. 4 3 7
3. 2 6 8 III. 6 7 13
4. 4 1 5
5. . 2 2 IV. 5 8 13
6. 1 2 3
7. 2 2 4
8. 2 2 4
  18 20 38   18 20 38

Von der angeführten Schülerzahl waren aus

Amelsdorf: 13
Buttendorf: 11
Reikersdorf: 8
Sachsendorf: 6

Die vom 8. - 16. September in Horn stattgefundene Landesausstellung wurde sowohl von der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften als auch von den Schulkindern der hiesigen Schule besucht. Diese war für die Stadt Horn sowie für den ganzen Bezirk von größter Bedeutung, da sie zu vielen Neuerungen auf dem Gebiete der Industrie und Landwirtschaft Anregung gegeben hatte. Die gesamte Bevölkerung hatte dieser Ausstellung das vollste Interesse entgegengebracht.

Auf Anregung des Schulleiters Emmerich Maurer wurde in der Gemeinde Sachsendorf trotz vieler gegenteiligen Ansichten der Bevölkerung Verhandlungen über die Einleitung des elektrischen Lichtes gepflogen.

Über diese Schwierigkeiten kam man bald hinweg, was hauptsächlich auf die diplomatischen Ansprachen des Bauleiters Karl Böhm der Firma Anton Pinppera Büro für Elektrotechnik Mühldorf bei Spitz a.D. zurückzuführen war.

Doch jetzt geht im Volk das Gespräch herum, man hätte die Ausführung dieses Problemes nicht sogleich an die erst beste Firma vergeben sollen, da man vielleicht bei Heranziehung mehrerer anderer Firmen billiger dazugekommen wäre.

Die Herbstferien dauerten vom 8. Oktober bis 20. Oktober 1928.

Anläßlich des 100. Todestages - das war am 19. November 1928 - des österreichischen Liederfürsten Franz Schubert führte der Schulleiter die Schulkinder zum Gottesdienste nach Reinprechtspölla. Nach dem feierlichen Gottesdienste, bei dem die Schubertmesse von den Kindern gesungen wurde, versammelten sich die Kinder in der Schule Sachsendorf, wo der Schulleiter an die Kinder eine Anrede über Schuberts Leben u. Schaffen hielt und die Feier mit einigen von den Kindern gesungenen Schubertliedern beendet.

Am 18. Dezember 1928 wurde die hiesige Schule durch den Herrn Bezirksschulinspektor Professor F. Kukas inspiziert.

Da seit mehreren Jahrzehnten an der hiesigen Schule kein Schülertheater zur Aufführung gelangte, nahm sich der Schulleiter die Mühe, mit den Kindern mehrere Weihnachtsstücke zur Vorführung zu bringen.

Aus diesem Grunde wurde das Schulzimmer vor der Aufführung, welche am 25. XII. stattgefunden hatte, von den Kindern schön ausgeschmückt.

Der vom Förster Tren gespendete Christbaum, der vom Fußboden bis zur Zimmerdecke reichte, wurde ebenfalls von den Kindern aufgeputzt. Die dazu erforderlichen Sachen wurden aus den gespendeten Mitteln der vier Gemeinden angekauft. Zur Bestreitung der damit verbundenen Auslagen wurde ein Eintrittsgeld von 50 g festgesetzt.

Es war geradezu erstaunenswert, mit welchem Geschick sich die Kinder in ihre Rollen fanden. Es war auch überaus erfreulich, daß sich zu dieser Feier viele Leute eingefunden hatten. (Rgw.: 50 S).

Zeitungsartikel:

Sachsendorf. ( Theateraufführung) Herr Schulleiter Emmerich Maurer veranstaltete eine Schüleraufführung. Die Kinder fanden sich mit Geschick in ihre Rollen; sie spielten so entzückend und lebenswahr, daß man sich herzlich freut, die kleinen Künstler wiederholt auf der Bühne sehen zu können. Das Wohlwollen, womit man diesem Unternehmen entgegenkam, sowie der freundliche Beifall, mit dem die Kleinen reichlich bedacht wurden, bedeuten volle Anerkennung und Ansporn. Die Aufführung ist gewiß ein großer Triumph des selbstlosen Veranstalters, dessen Mühe auf diese Weise belohnt ward. Eltern und Kinder danken ihrem umsichtigen Herrn Schulleiter.

Die Weihnachtsferien dauerten v. 24.XII.1928 - 1.I.1929.

Im Monat Jänner 1929 hielt Herr Dr. Kranner Bezirksführer der Heimwehr aus Eggenburg in Sachsendorf eine Versammlung ab, in der er die Bevölkerung zur Gründung einer Heimwehr aufforderte. Es bildete sich auch wirklich eine Ortsgruppe, die Herr Schulleiter Emmerich Maurer als Ortsgruppenführer wählte.

Das erste Halbjahr schloß an der bisherigen Schule am 16. Jänner, das zweite Halbjahr begann am 20. Jänner.

Der heurige Winter machte sich infolge seiner überaus großen Kälte und des vielen Schnees überaus bemerkbar. Ja, nicht nur die hohen Kältegrade, die sogar einigemale 30° unter Null erreichten, sondern auch die 3 1/2 monatige Andauer machten sich in unliebsamer Weise geltend. Durch die großen u. häufigen Scheefälle kam es manchmal zu großen Straßenverwehungen, die den Schulweg der Kinder besonders erschwerten. Das Gehen war recht beschwerlich, sodaß die Kinder aus den zur Schule gehörigen Gemeinden mit Hilfe des Schlittens zur Schule gebracht werden mußten. Da die Schneeverwehungen immer weiter fortschritten und die Kälte noch bis März in aller Strenge anhielt, war[en] selbst Schlitten gefährdet, sodaß vom Ortsschulrate beschlossen wurde, den Unterricht an der Schule für die Zeit v. 4. März bis 9. März 1929 zu schließen, da der Schulleiter mit der minimalen Kinderzahl, die heuer wegen der großen Winterkälte besonders zu verzeichnen war, keinen geordneten Unterricht erteilen konnte.

Anläßlich der Feier des "guten Buches" am 22. März 1929 wurde vom Schulleiter auf deren Bedeutung und Nutzen hingewiesen.

Anschließend daran wurden durch den Lehrer einige spannende Märchen von Grimm zum Vortrag gebracht. Es wurde auch aufmerksam gemacht, sich von Zeit zu Zeit schöne und gute Bücher anzuschaffen, um dadurch das Verständ. und den Schönheitssinn der Kinder zu bilden und zu wecken.

Am 19. April 1929 fuhr der Schulleiter Emmerich Maurer mit dem Motorrade über den Stieferner Berg hinunter [,dabei] riß ihm beim Bade die einige Tage vorher reparierte rückwärtige Handbremse, sodaß er stürzte und nach Untersuchung des Arztes erhebliche Verletzungen am Rücken und eine Gehirnhautentzündung festgestellt wurden. Der Schulleiter konnte deshalb für die Zeit v. 19. April bis 27. April 1929 keinen Unterricht halten. Für die Zwischenzeit wurde keine Aushilfe bestellt.

Anläßlich des Muttertages am 12.V.1929 machte der Schulleiter die Kinder in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung dieser Feier aufmerksam und erinnerte besonders an die Zeit des Weltkrieges, in der man das Mutterherz besonders schätzen und lieben lernte. Nach Beendigung dieser Worte, wurde von den Kindern zum Abschluß das schöne Lied "Muttersprache Mutterlaut" gesungen.

Am 13.V.1929 fand in der hiesigen Schule die Impfung statt durch den Gemeindearzt von Eggenburg Herrn Wartmann.

Auf den Erlaß des Bezirksschulrates Z.VI-535 v. 15.5.1929 betreffend des Völkerbundes, wurden am 18.V.1929 vom Schulleiter die Schüler in kindlicher Weise über die Ziele und die Bedeutung des Völkerbundes belehrt.

Im heurigen Frühjahr zeigten die Obstbäume reichlichen Blütenansatz, doch wurde dieser infolge regnerischer Witterung zur Zeit des Blühens sehr herabgemindert. Im allgemeinen war der Frühling regnerisch, die eingeackerten Kartoffeln, wie auch alles andere Grünfutter konnten sich im Wachstum beschleunigen und darin einen ungehemmten Fortgang nehmen.

Der d.b. Handarbeitslehrerin Aloisia Widhalm wurde laut Erl Zl.: VI-460/1 des B.S.R. für die Kursteilnahme in Klosterneuburg ein Urlaub v. 1. bis 15. Juli gewährt.

Am [leer] fand in Reinprechtspölla die Religionsprüfung statt, zu der vom hiesigen Schulleiter die Schulkinder hingeführt wurden und an derselben teinahmen.

Das heurige Schuljahr fand durch einen Ausflug nach Rosenburg einen besonders schönen Abschluß. Der Weg dorthin wurde zu Fuß zurückgelegt. Die Räume der Burg wurden unter den Anleitungen eines Führers besichtigt.

Die Heimreise wurde bis Gars mit der Bahn, von dort aus mit einem Lastkraftwagen unternommen.

An der hiesigen Schule schloß der Unterricht am 15. Juli. Die Ferien wurden wie alljährlich geteilt.

Etwas schöner gestaltete sich die schöne Jahreszeit, der Sommer. Wenn auch anfangs regnerisch und kühl, so doch am Ende sehr schön. Durch die anfängliche regnerische Witterung waren wohl die Heu-, Korn- und Weizenernte etwas behindert, doch kann diese kleine Störung mit Rücksicht auf die reichliche Ernte als nicht ungünstig bezeichnet werden. Etwas mehr zeigte sich der Schaden bei den Obstbäumen, von denen manche wohl antrieben, doch in überraschend kurzer Zeit ein großer Prozentsatz einging. Der Schaden ist auf den vergangenen überaus kalten Winter zurückzuführen.

Statistisches:
Durchschnittliche Schülerzahl: 35
Entschuldigte Versäumnisse: 11.310.

*E. Maurer*

(Eingesehen am 11.II.30 - Lukas, B.-S.-I.)

1929/30

Der Beginn des Schuljahres 1929/30 setzte mit einem feierlichen Gottesdienst in Reinprechtspölla am 2. September ein.

Der hiesige Lehrkörper besteht aus dem Schulleiter Emmerich Maurer, dem Hochw. Herrn Pfarrer Koloman Habicher und der Handarbeitslehrerin Aloisia Widhalm.

Der Schülerstand betrug mit Schulbeginn:

Schulj. Knaben Mädchen Zusammen Abtlg. Knaben Mädchen Zusammen
1. 8 3 11 I. 8 3 11
2. 3 2 5 II. 3 2 5
3. 2 2 4 III. 4 7 11
4. 2 5 7
5. 4 1 5 IV. 6 5 11
6. . 2 2
7. 1 1 2
8. 1 1 2
  21 17 38   21 17 38

Der heurige Herbst war dem Landwirt bei seiner Arbeit besonders gnädig, sodaß die Kartoffeln, Rüben, die besonders gut gediehen, u. a. in bestem Zustand heimgebracht werden konnten.

Im hiesigen Schulgarten mußten 7 Bäume entfernt werden. Auch die übrigen Bäume ließen in Bezug auf Ertrag viel zu wünschen übrig.

Die Herbstferien wurden vom 30. September bis 13. Oktober angesetzt.

Für die heurige Gemeinderatswahl am 10. Nov. 1929 wurde vom Wahlausschuß eine christlichsoz. Partei aufgestellt. Die Wahlkandidaten sind folgende:

  1. Johann Haberson, Wbs.
  2. Josef Mörwald, Wbs.
  3. Heinrich Gstöttner, Wbs.
  4. Josef Schredl jun. Wbssohn
  5. Johann Klein, Wbs.
  6. Emmerich Maurer, Schulleiter.
  7. Josef Leopold, Wbs.
  8. Leopold Hammer, Wbs.
  9. Anton Pfaller sen., Wbs.
  10. Adolf Widhalm, Wbs.
  11. Heinrich Brantner, Wbs.

Da sich im Orte keine andere Wahlliste bildete, so kann die eine Liste als gewählt angesehen werden.

Der Wahlausschuß hatte zur neuen Wahl sämtliche Kandidaten aufgestellt, ohne diese zu fragen, ob sie einverstanden sind.

Als nun die Liste am 3. November an der Amtstafel angeschlagen wurde, war Herr Josef Pfaller Schulobmann, als größter Steuerträger nicht wenig enttäuscht, als er in der Liste nur als Ersatzmann aufschien. Anfangs verhielt man sich im Dorfe darüber ruhig, doch Herr Förster Tren, als Freund des Herrn Pfaller aus Wisend brachte es durch seine Reden so weit, daß einige Wahlkandidaten sich für Herrn Josef Pfaller einsetzten und sich gegen die bestehenende Liste auflehnten.

Das Haupt darunter war Josef Schredl jun. Diese Stimmung machte sich auch zum 1. mal bemerkbar, als am Wahltag von 66 Wahlberechtigten nur 16 wählen gingen.

Das einzige Ziel der Kandidaten war, einfach die Wahl umzustürzen, um dadurch bei einer Neuwahl Herrn Josef Pfaller aufstellen zu können. So wurde nun den obgenannte Zweck befolgend bei der 1. Bürgermeisterwahl Herr Josef Schredl jun. gewählt und von diesem sofort abgedankt um eben eine Auflösung der Gemeinde zu erzielen.

In 14 Tagen trat man nochmals zusammen und es wurde Herr Mörwald Josef zum Bürgermeister gewählt. Auch dieser bemerkte gleich, daß er das Bürgermeisteramt nur vorläufig annehmen wird.

Man will eben solange wählen u. wieder abdanken, bis die Bezirkshauptmannschaft eine Neuaufstellung der Gemeinde anordnet.

Bei der Bürgermeisterwahl am 5. Jänner 1930 wurde Josef Schredl jun. gewählt, welche Wahl er diesmal annahm.

In den Katastralgemeinden wurden als Bürgermeister gewählt:

In Amelsdorf Herr Boigenfürst.
In Buttendorf Herr Pfaller.
In Reikersdorf Herr Berger.

Am [leer] 1930 erstrahlte unser Ort das erste Mal im elektrischen Lichte. Im Schulhauses wurde v. Ortsschulrate 6 Flammen angebracht.

Am 11. Februar 1930 wurde die Schule von Herrn Bezirksschulinspektor Reg. Rat Franz Lukas inspiziert.

Semesterschluß war am 15. Feber 1930. Anschließend waren 2 Tage Semesterferien.

Am Vortag des Staatsfeiertages wurde in der Klasse eine kleine Republikfeier abgehalten, bei der zum erstenmal die Bundeshymne gesungen wurde.

Am 11. Mai wurde der Muttertag mit einer diesbezüglichen Ansprache an die Kinder gefeiert.

Die Religionsprüfung fand heuer am 15. Mai statt.

Am [leer] war öffentliche Schulimpfung.

Bezirksschulrat Horn, Neukonstituierung.


Vorsitzender:

Dr. Hermann Tinus, Bezirkshauptmann.

Vertreter des Religionsunterrichtes:

Kanonikus Franz Eder, Dechant und Pfarrer in Gars.

Bezirksschulinspektor:

Franz Lukas, Professor.

Amtsarzt:

Dr. Bruno Langbank, Bez.-Sanitätsrat.

Vertreter des Lehrerstandes:

Karl Rabl, Hauptschuldirektor in Gars,
Dr. Anna Harmer, Hauptschullehrerin in Eggenburg,
Josef Wunderl, Oberlehrer in Langau,
Franz Lunzer, Oberlehrer in Sigmundsherberg,
Alois Zaunbauer, Studienrat, Direktor des Bundes- Real- und Obergymnasiums in Horn.

Vertreter der Gemeinden:

Georg Mantler, Wirschaftsbesitzer in Kühnring,
Franz Schneider, Bürgermeister in Eggenburg,
Dr. Alfred Weinberger, Gem.-Arzt in Röschitz,
Ladislaus Bacalar, Lehrer in Eggenburg,
Heinrich Schöchtner, Wirtschaftsbesitzer in Zittersdorf,
August Schaden, Glasermeister in Geras,
Alois Gruber, Wirtschaftsbesitzer in Trabenreith,
Dr. Robert Breitschopf, Pfarrer in Horn,
Josef Gaßner, Bundesrat in Sigmundsherberg.

Durch die Bundesregierung entsendete Mitglieder:

Rudolf Macho, Krankenkassen-Sekr. in Kühnring,
Franz Fitzinger, Pfarrer in Weitersfeld,
Johann Steinböck, Bürgermeister in Frauenhofen,
Rudolf Fischer, Kom.-Rat in Horn.

Bei den Ortsschulratswahlen wurden gewählt:

Von Sachsendorf: Herr Josef Pfaller, Gastwirt,
Von Buttendorf: Herr Anton Pfaller, Wbs,
Herr Leopold Pfaller, Wbs,
Von Amelsdorf: Herr Anton Boigenfürst, Wbs,
Herr Anton Dum, Wbs,
Von Reikersdorf: Herr Anton Burger, Wbs,
Herr Josef Berger, Wbs.

Der Schulaufseher, Herr Heinrich Gstöttner, Wbs, wurde von der Gemeinde Sachsendorf gewählt.

Der Ortsschulrat konstituiert sich demnach wie folgt:

Vertreter der Religionsgenossenschaften:

Herr Koloman Habicher, Pfarrer in Reinprechtspölla.

Vertreter der Schule:

Herr Emmerich Maurer, Schulleiter.

Schulaufseher:

Herr Heinrich Gstöttner, Wbs. in Sachsendorf.

Vertreter der Gemeinden:

Herr Josef Pfaller, Gastwirt in Sachsendorf,
Herr Anton Pfaller, Wbs. in Buttendorf,
Herr Leopold Pfaller, Wbs. in Buttendorf,
Herr Anton Boigenfürst, Wbs. in Amelsdorf,
Herr Anton Dum, Wbs. in Amelsdorf,
Herr Anton Burger, Wbs. in Reikersdorf,
Herr Josef Berger, Wbs. in Reikersdorf.

Bei der am 15. Juni 1930 stattgefundenen Ortschulratsobmannwahl wurde Herr Anton Burger, Wbs. in Reikersdorf zum Obmann und zu seinem Stellvertreter Herr Josef Berger, Wbs. in Reikersdorf gewählt.

Diese Wahl wurde von Herrn Anton Boigenfürst Wbs. in Amelsdorf angefochten, weil der Schulaufseher mitgewäht hatte. Die Bezirkshauptmannschaft Horn erklärte darauf die Wahl für ungiltig und es fand am 23. Oktober 1930 die neuerliche Wahl statt.

Bei dieser erschien als gewählt:

Herr Anton Dum, Wbs. in Amelsdorf als Obmann und Herr Anton Burger, Wbs. in Reikersdorf als Obmannstellvertreter.

Das Schuljahr 1929/30 schließt mit dem 15. Juli 1930. Da der 15. Juli auf einen Dienstag fällt, so findet die Verteilung der Schulnachrichen am vorhergehenden Samstag (12. Juli 1930) statt.

Das Wetter war in diesem Jahr normal. Die Ernte war gut. Die Mäuseplage war heuer so groß, daß eine großangelegte Mäusevergiftung stattfinden mußte.

Statistisches:
Durchschnittliche Schülerzahl: 38.
Entschuldigte Versäumnisse: [leer]
Unentschuldigte: 0.

*Emmerich Maurer*

1930/31

Das Schuljahr begann am 2. September mit einem Schulgottesdienst in Reinprechtspölla, wobei der Schulleiter die Kinder dorthin führte.

Der Lehrkörper besteht aus dem Schulleiter Emmerich Maurer, dem Hochw. Herrn Pfarrer Koloman Habicher und der Handarbeitslehrerin Luise Widhalm.

Der Schülerstand betrug mit Schulbeginn:

Schulj. Kn. Md. Zusammen Abtlg. Kn. Md. Zus.
1. 4 5 9 I. 4 5 9
2. 6 2 8 II. 8 4 12
3. 2 2 4
4. 3 2 5 III. 4 7 11
5. 1 5 6
6. 3 1 4 IV. 4 4 8
7. . 2 2
8. 1 1 2
  20 20 40   20 20 40

Von der angeführten Schülerzahl waren aus

Amelsdorf: 6
Buttendorf: 12
Sachsendorf: 10
Reikersdorf: 12

Die Herbstferien dauerten vom 6. Oktober bis 19. Oktober 1930.

Im Oktober 1930 erschien der neue Lehrplan für Landschulen und wurde sofort der Unterricht nach Form A erteilt.

Die Wahlen in den Nationalrat fanden am 9. November 1930 statt.

Das Ergebnis der Nationalratswahl im Wahlkreis 10 (Viertel oberm Manhartsberg):

Gesamtsumme der abgegebenen gültigen Stimmen: 140.836.

Hievon entfielen auf:

1. Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei 13.347 Stimmen
2. Kommunistische Partei Österreichs 62 Stimmen
3. Sozialdemokratische Partei 32.768 Stimmen
4. Heimatblock 8.214 Stimmen
5. Christlichsoziale Partei u. Haimwehr 72.016 Stimmen
6. Nationaler Wirtschaftsblock u. Landb. Dr. Schober   13.871 Stimmen
7. Österreichische Volkspartei 558 Stimmen

Die berechnete Wahlzahl ist 17.605.

Somit erscheinen gewählt aus dem Wahlvorschlage der

Sozialdemokratische Partei:

1. Laser Adolf, Redakteur, geb. 1879, Krems a.d.D, Austrasse 23

Christlichsoziale Partei und Heimwehr:

1. Oelzelt Franz, Stadtpfarrer u. Generaldirektor aus Wolkersdorf, geb. 1887, Gmünd.
2. Teufl Josef, Weinhauer u. Bgm., geb. 1873, Unt.Rohrendorf.
3. Brinnich Franz, Bauer u. Wagenmeister, Heimwehrgauführer, geb. 1879, Hollenbach.
4. Stögner Dr. Hans, Professor, geb. 1878, Horn.

Der 10. Oktober 1930, als Jahrestag der Volksabstimmung in Kärnten, wurde dazu benützt, die Kinder zur Heimatliebe zu erziehen.

Die Weihnachtsferien dauerten v. 24.XII.1930 bis 1. Jänner 1931.

Das erste Halbjahr schloß an der hiesigen Schule am 14. Feber, das zweite Halbjahr begann am 18. Feber 1931.

Der Winter war heuer milde. Im Februar fiel unerwartet viel Schnee.

Wegen Krankheit des Schulleiters Emmerich Maurer, mußte die Schule vom 23. Feber bis 28. Feber 1931 und vom 7.III. bis 11. März geschlossen werden.

Der Unterricht in Religion und weibl. Handarbeiten blieb jedoch aufrecht.

Wegen Furunkulose mußte der Schulleiter vom 7. März bis 20. März 1931 Urlaub nehmen.

Den Unterricht erteilte vom 12.III. bis 20.III.1931 Herr pr. Lehrer I. Hanina aus Eggenburg.

Am 20. März 1931 war der Schulleiter Emmerich Maurer wieder genesen und hat den Unterricht wieder aufgenommen.

Im heurigen Winter gab es gewaltige Schneeverwehungen, ungangbare Wege - aber Frau Handarbeitslehrerin Luise Widhalm war immer pünktlich da. Haben oft um sie gebangt. Von Nonndorf bei Gars geht sie zu Fuß zu uns herauf.

Unser wehrter Herr Bezirksschulinspektor Reg. Rat, Professor Lukas besuchte am 28. April 1931 die Schule.

Am 10. Mai wurde der Muttertag abgehalten.

Die Religionsprüfung fand heuer am 10.V.1931 statt.

Am 19. Mai 1931 fand an der hiesigen Schule die Impfung statt. Durch den Gemeindearzt von Eggenburg Herrn Dr. Wartmann.

Die Schulklasse unternahm im abgelaufenen Schj. eine Wanderung nach Eggenburg.

Hier wurde das Krahuletzmuseum besucht. Frau Angela Stift führte uns durch sämtliche Räumlichkeiten und erklärte in liebenswürdiger, leichtfaßlicher Weise die hier ausgestellten Schätze.

Am 11. Juli wurde das Schj. mit einem feierlichen Gottesdienste geschlossen.

Statistisches:
Durchschnittl. Schülerzahl: 40
Entschuldigte Versäumnisse: 3.573

*Im August 1931 - Emmerich Maurer*

1931/32

Der Beginn des Schuljahres 1931/32 setzte mit einem feierlichen Gottesdienst in Reinprechtspölla am 2. September 1931 ein.

Der hiesige Lehrkörper besteht aus dem Schulleiter Emmerich Maurer, dem Hochw. Herrn Pfarrer Koloman Habicher und der Handarbeitslehrerin Aloisia Widhalm.

Der Schülerstand betrug mit Schulbeginn:

Schj. Knaben Mädchen Zusammen Abteilung Knaben Mädchen Zusammen
1. 2 1 3 I. 2 1 3
2. 3 3 6 II. 9 5 14
3. 6 2 8
4. 3 4 7 III. 6 7 13
5. 3 3 6
6. 1 5 6 IV. 4 8 12
7. 3 1 4
8. . 2 2
  21 21 42   21 21 42
Sachsendorf: 7
Buttendorf: 13
Amelsdorf: 10
Reikersdorf: 12

In den Hauptferien wurde das Lehrzimmer frisch getüncht.

Im August 1931 starb der Schüler Anton Steininger an Gedärmverwicklung. Die Schulkinder beteiligten sich vollzählig an seinem Begräbnisse. Von den Schulkindern wurde ein schöner Kranz gespendet.

Die Herbstferien dauerten v. 28. September bis 11. Oktober 1931.

Die d.b. Handarbeitslehrerin Aloisia Widhalm erhielt den Schulsprengel Nonndorf bei Gars, Zaingrub und Maiersch.

Mit 1. November 1931 wurde Frau Emma Dobry, wohnhaft in Eggenburg, als Handarbeitslehrerin für Sachsendorf bestellt. Dieselbe versieht den Handarbeitsunterricht auch in Reinprechtspölla.

Mit Frau Aloisia Widhalm verlor unsere Schule eine pflichteifrige Lehrkraft.

Am 23. November 1931 kam aus Eggenburg die überraschende Trauernachricht, daß der Herr Oberlehrer Ignaz Schüller gestorben sei. Eine unabsehbare Menschenmenge begleitete den edlen Duldner auf seinem letzten Wege.

Herr Oberlehrer Ignaz Schüller wußte nicht nur die Liebe der Kinder, sondern auch das Vertrauen der Eltern zu erwerben.

Er war ein lieber Amtsbruder, deren Andenken in bester Erinnerung bleiben wird.

Am 14. Dezember 1931 wurde die Schule v. Herrn Bezirksschulinspektor Reg.Rat, Professor Franz Lukas inspiziert.

Am [leer] Jänner geleiteten wir den Wirtschaftsbesitzer Josef Schredl aus Sachsendorf zur letzen Ruhestätte. Herr Josef Schredl war jahrelang Mitglied des Ortsschulrates u. Gemeinderats. Er ruhe in Frieden.

Am 6. April 1932 hielt Emmerich Maurer eine Goethe u. Haydn Feier mit nachstehenden Programm ab.

  1. Goethes Leben u. Wirken.
  2. Vorlesung:
    1. Erlkönig.
    2. Hochzeitslied.
  3. Lied: Heidenröslein.
  4. Haydns Lebenslauf.
  5. Bundeshymne.

Knapp vor Weihnachten brach eine Masernepidemie in unserem Schulsprengel aus, so daß viele Kinder während der Weihnachtsferien das Bett hütten mußten.

Nach Neujahr konnte der normale Schulbetrieb wieder aufgenommen werden.

Der Sommer 1931 war ein gewitter- und regenreicher. Besonders der Monat August war ein an Wetterunbilden reicher Monat. Trozdem fiel die Ernte gut aus.

Der Winter 1931/32 war äußerst milde. Den ganzen Jänner gab es Niederschläge. Die Sonne schien äußerst warm, so daß man für die Wintersaat und für die Obstbäume ernste Besorgnisse im Falle eines noch später eintretenden Winterwetters hatte. Der Feber war auch dann winterlich. Gott sei Dank trafen aber die gehegten Besorgnisse wegen des nun gehemmten Wachstums der Pflanzenwelt nicht ein. Im Gegenteil - die Ernte im darauffolgenden Sommer war eine überaus gute. Sowohl die Kornernte, als auch die Obsternte waren ausgezeichnet.

Am 9. Juli wurde die Schuljahr mit einem feierlichen Gottesdienste geschlossen.

Statistisches:
Durchschnittl. Schülerzahl: 40
Entschuldigte Versäumnisse: 4.447

*August 1932 - Em. Maurer*

(Eingesehen am 20. Mai 1933 - Lukas, B.-S.-I.)

1932/33

Das Schuljahr 1924/25 begann Freitag den 2. September 1933 mit einem Schülerstande von 24 Kaben u. 21 Mädchen.

Der hiesige Lehrkörper besteht aus dem Oberlehrer Emmerich Maurer, dem Hochw. Herrn Pfarrer Koloman Habicher und der Handarbeitslehrerin Emma Dobry.

Wegen Krankheit mußte die Handarbeitslehrerin Emma Dobry in den Wintermonaten einen Urlaub nehmen. Den Unterricht erteilte während dieser Zeit Frau Handarbeitslehrerin Luise Widhalm.

Am 20. Mai 1933 wurde die hiesige Schule von Herrn Reg.Rat, B.S.I. Franz Lukas inspiziert.

Der Winter 1932/33 war verhältnismäßig mild, jedoch neblig und mit starkem Rauhreif. Letzterer war so stark, daß durch die anhaftenden Eisnadeln die Leitungsdrähte derart beschwert wurden, daß einzelne rissen. Auch einige Bäume brachen unter der Last des Reifes zusammen. Der Sommer 1933 war oft durch längere regenarme Zeiten auffallend. Diese begünstigen eine starke Vermehrung der Feldmäuse, die besonders in Klee u. Korn starken Schaden machten.

Am 1. Juli 1933 wurde das Schuljahr mit einem feierlichem Gottesdienst geschlossen.

Durchschnittl. Schülerzahl: 42
Entschuldigte Versäumnisse: 9.454 %

*30. August 1933 - Emmerich Maurer, Oberlehrer*

(Eingesehen am 15. Juni 1934 - Lukas, B.-S.-I.)

1933/34

Das Schuljahr 1933-34 begann mit einem feierlichen Gottesdienst am 31. August 1933.

Der Schülerstand betrug am Anfang des Schuljahres:

Abt. Schuljahr Mädchen Knaben Zusammen
1. 1. 3 2 5
2. 2. 5 2 7
3. 1 2 3
3. 4. 2 4 6
5. 5 2 7
4. 6. 2 2 4
7. 2 1 3
8. 5 1 6
22 19 41

Mit dem 1.10.1933 wurde der bisherige Oberlehrer, Herr Emmerich Maurer aus Dienstrücksichten vom Landesschulrat für Nieder-Österreich Z.II-4356/1 vom 25. September 1933 nach Klein-Ulrichschlag versetzt.

Die internistische Leitung übernahm Herr Erwin Sauer.

Vom 12.II.1934 bis 17.II.1934 brach in Wien und anderen großen Orten ein sozialdemokratischer Aufstand aus, der zu bewaffneten Kämpfen in diesen Orten führte. Er wurde nur mit Anwendung von Gewaltmitteln bekämpft, da die Regierungsgegner auf Güte nicht hörten. Durch Radioverlautbarung wurden sämtliche Schulen gesperrt. In Wien gab es viele Tote, da Maschinengewehre, ja sogar leichte Kanonen eingesetzt worden waren. Die Sozialdemokraten benutzen die Wohnbauten der Gemeinde Wien als Festungen!

Am 14.4.1934 verschied nach langem schmerzvollen Magenleiden Herr Koloman Habicher, Pfarrer von Reinprechtspölla und Religionslehrer in der Pfarre und an der Schule Sachsendorf. Er wurde nach einem feierlichen Pontifikalrequiem am 17.4.1934 zu Grabe getragen. Die Schulen Reinprechtspölla und Sachsendorf nahmen an der Leichenfeierlichkeit teil. Der verstorbene Pfarrer wurde allgem. tief betrauert. Als sein Nachfolger wurde einstweilen Hochwürden Otto Kochwasser als Provisor vom Chorherrnstifte Klosterneuburg ernannt. Dieser blieb bis zur Ernennung des neuen Pfarrers. Chorherr Josef Roithammer übernahm die Pfarre. Er wurde am 30.V.1934 bei einem festlichen Fackelzug begrüßt. Es sprach ein Kind ein Gedicht, hierauf ergriffen die Herren: Dietrich (Bürgermeister von Reinprechtspölla), Wunderl (Oberlehrer von Reinprechtspölla) und Sauer (i. Obl. v. Sachsendorf), das Wort. Am folgenden Tage fand nach dem Frohnleichnamsfeste vormittags ein kl. Festmahl im Pfarrgarten statt, zu dem die Vertreter der Schulen und Gemeinden vom neuen Pfarrer geladen wurden.

Die Feier des Muttertages ging am 12.V.1934 in sehr würdiger Form vor sich. Die Kinder lernten Gedichte und malten ein Wunschblatt.

Am 26.V.1934 wurde der Tag der Jugend festlich begangen. Die Schule bekam eine neue Fahne, die am selben Tage geweiht wurde. Nach dem feierlichen Volkshochamte fand eine Heldenehrung statt, bei der Herr Obl. Wunderl aus Reinprechtspölla eine Ansprache hielt. Darauf zogen die Kinder zum Fahnenmast und es wurden Gedichte und Lieder von den Schülern beider Schulen (Reinprechtspölla u. Sachsendorf) vorgetragen. Herr. E. Sauer hielt hierauf eine Rede zum Tag der Jugend, in der diese zur Treue und Liebe, zum Opermut für die Heimat aufgefordert wurde. Dann folgten weitere Lieder und Gedichte. Mit dem Absingen der Bundeshymne war diese schöne Feier beendet.

Mit 1.VI.1934 wurde der bisherige provisorische Leiter der Schule von der Lehrerernennungskommission in Wien zum def. Oberlehrer der Schule Sachsendorf ernannt.

Am 15. Juni 1934 wurde die Schule vom Herrn B.S.I. Lukas inspiziert.

Am 18.VI.1934 fand die Religionsprüfung der Schüler u. Schülerinnen in der Pfarrkirche Reinprechtspölla statt.

Die Schulen Sachsendorf und Reinprechtspölla unternahmen gemeinsam in 2 Kraftwagen einen Ausflug durch die Wachau nach M.Taferl. Die Rückfahrt führte über M.Langegg und das Straßertal nach Hause. Leider war der Tag etwas regnerisch. Dennoch war aber alles in guter Stimmung.

Am 14. Juli 1934 wurde das Schuljahr mit der Zeugnisverteilung und einem feierlichen Gottesdienste geschloßen.

Von den 19 Knaben erreichten 4 das vorgeschriebene Lehrziel nicht; einer, Dum Franz, erhielt das Austritts-Entlassungszeugnis. Von den 22 Mädchen erreichte 1 das Lehrziel nicht. Das Entlassungs-Zeugnis erhielten: Leeb Marie, Sommer Marie, Burger Anna, Brantner Hildegard, Pfaller Antonia.

Am 25. Juli 1934 überfielen als Wachebeamte und Heeresangehörige verkleidete Putschisten das Ravaggebäude in der Johannesgasse und überraschten gleichzeitig das Bundeskanzleramt auf dem Ballhausplatz. Sie besetzten es und Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß wurde erschossen. Schon nach wenigen Stunden war aber die Ruhe wieder hergestellt. Es war der Ausnahmezustand verhängt und Militärgerichte eingesetzt.

Am 31.VII.1934 wurde ein Gedächtnisgottesdienst für den verstorbenen Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß in Reinprechtspölla gehalten, an dem die Schüler der Schulen Sachsendorf und Reinprechtspölla unter Führung des Lehrkörpers teilnahmen.

Der Winter war mit Ausnahme von einigen sehr kalten Tagen vor Weihnachten milde. Der Sommer war sehr warm und trocken, dennoch aber waren die Ergebnisse des Landbaues bis auf Futter u. Stroh gut.

Schuljahr 1934/35

Am 3. September 1934 wurde das Schuljahr mit dem Heiligengeist-Amt begonnen. Der Schülerstand verteilte sich wie folgt:

Abt. Schuljahr Knaben Mädchen Zusammen
1. 1. 4 2 6
2. 2. 2 4 6
3. - 4 4
3. 4. 2 1 3
5. 4 2 6
4. 6. 4 3 7
7. 2 2 4
8. 1 2 3
39

In den Herbstferien verehelichte sich der Obl. E. Sauer und als er am 20. Oktober heimkam, wurde ihm die Mitteilung gemacht, daß im Laufe der beiden vorhergehenden Tage die Oberlichte von der Tür zum Turnhofe eingedrückt worden war. Ein kurzer Überblick ergab, daß das Fahrrad d. Obl. fehlte. Der Dieb mußte den Hausbrauch und die Entfernung des Oberlehrers gut gekannt haben, sonst hätte er wohl nicht die beiden Hacken an der Tür so leicht öffenen können. - Es ist dies seit einem halben Jahr der 2. Diebstahl. Denn während der Sommerferien wurden 2 Birnbäume völlig abgeräumt. Einige Leute machten den Obl. aufmerksam, daß von diesen beiden Bäumen nie eine Ernte möglich gewesen sei! Die Frucht soll stets gestohlen worden sein.

Am 9.XI.1934 wurde für das Denkmal des ermordeten Heldenkanzlers Dr. E. Dollfuß gesammelt. Es beteiligten sich im Namen der Schule an der Sammelaktion die Schüler: Kern Johann und Brychta August für Sachsendorf, Buchinger Leopold u. Freischlag Josef für Amelsdorf, Burger Josef u. Pfannhauser Friedrich für Reikersdorf und Leeb Johanna für Buttendorf. Es wurden 21 S 36 g gesammelt.

Am 6.XII. besuchte ein Nikolaus und ein Krampus die Schule. Es war ein sehr frohes Erlebnis für unsere Kinder. Alle wurden reichlich mit Backwerk, Äpfeln und Zeichenrequisiten beschenkt. Die Kosten trug ebenso wie im Vorjahr der Oberlehrer. Die beiden Töchter des Herrn Bürgermeister Boigenfürst Anton (Amelsdorf) hatten die Freundlichkeit wie voriges Jahr die Rollen des Krampus u. des Nikolaus zu übernehmen.

Der milde Winter, bis Dezember 1934 fast kein Frost, zeigte seine Auswirkung auch auf die Pflanzenwelt. Zu Weihnachten blühte im Freien: Christ- od. Schneerose, Gänseblümchen, Maiblumen, Huflattich (2 Stück!), Veilchen, Primeln. Die Palmkätzchen sind sehr stark entwickelt und die Knospen mancher Blumen haben sich erhalten, blühten bezw. weiter, so von Ringelblume, Löwenmaul, Chrisanthemen.

Die zur Aushilfe dagewesene Handarbeitslehrerin Leopoldine Herzig wurde wieder enthoben und die Stelle definitiv der Frau Oberlehrer Rosa Kreta verliehen. Frl. L. Herzig nahm tiefbewegt von den Kindern Abschied. Auch die Kinder weinten um ihre gütige, stets mit ihnen mitfühlende Lehrerin. Es ist nur zu hoffen, daß das gute Verstehen zwischen der neuen Lehrkraft und den Schülerinnen sich bald wieder zu derselben Innigkeit entfalten möge.

Von 11. - 16.II.1935 wurde eine Vaterländische Woche in Eggenburg abgehalten, der auch für 3 Tage der Oberlehrer der Schule Sachsendorf beiwohnte.

Am 8.IV.1935 inspizierte Herr Inpektor Regierungsrat F. Lukas die Schule.

Am 1.V.1935 wurde der Tag des neuen Österreich festlich begangen. Die Schüler wohnten geschlossen einem Festgottesdienst in Reinprechtspölla bei. Dann zogen alle in die Schule zurück, wo der Oberlehrer eine kurze Anprache hielt und sie auf die Bedeutung des Tages aufmerksam machte. Darauf hörten alle in der Wohnung des Oberlehrers die Übertragung des Festes aus dem Wiener Station.

Am 11.V.1935 wurde der Muttertag gefeiert. Die Kinder sagten Gedichte auf und überreichten selbst angefertigte Wunschblätter.

Am 19.V.1935 empfingen 2 Knaben und 6 Mädchen die Erstkommunion. Sämtliche Schüler unter der Führung des Oberlehrers begleiteten sie mit der Fahne in die Kirche. Alle Schüler gingen nach den Erstkommunikanten zum Sakramentsempfang. Nach der hl. Messe waren die Erstkommunionskinder zu einem Frühstück in den Pfarrhof eingeladen.

Am 20. Mai 1935 war die Religionsprüfung der Schule Sachsendorf in der Pfarrkirche in Reinprechtspölla. Die Kinder entsprachen sehr gut.

In der Nacht vom 11.VI. auf 12.VI. war um 1/2 3 Uhr früh ein heftiges Gewitter. Ein sogenannter Wasserstrahl schlug in die Lindenbäume ein und riß armstarke Äste ab. Einer davon fiel mit solcher Wucht auf eine Eisenstütze des Gartenzaunes, daß sie abbrach. Sonst wurde kein Schaden angerichtet.

Am 6.VII. wurde mit einem feierlichen Gottesdienste der Unterreicht des Schuljahres 1934/35 geschlossen.

Von den 41 Schülern erreichten 5 das Lehrziel nicht.

Beim Landes-Jugend-Preisausschreiben gewannen Leeb Rosa und Freischlag Rudolf die Klassenpreise. Sie erhielten je ein in blaues Leinen eingebundenes Buch mit dem Titel: Heimaterde wunderhold. Sogar ein Bezirkspreis wurde erworben. Ihn bekam der Schüler Josef Berger. Er erhielt nebst einem Anerkennungsschreiben ebenso ein Buch und eine feine Silberuhr, auf deren Zifferblatt: Landes-Jugend-Preisausschreiben 1935, zu lesen ist. Das Schriftstück hatte folgenden Wortlaut:

Pr. 128/17-I-1935
Betreff: Niederösterreichisches Landes-Jugendpreisausschreiben 1935, Bezirkspreis.
An Herrn Josef Berger, Sachsendorf
Im niederösterreichischen Landes-Jugendpreisausschreiben 1935 wurde Ihnen der Bezirkspreis zuerkannt.
Ich freue mich, Sie hievon verständigen zu können und gratuliere Ihnen zu dieser schönen Leistung.
Wien, am 28. Juni 1935.
Der Landesvertreter des Bundeskomissärs für Heimatdienst.
Unterschrift. (leider unleserlich)

Es war nur schade, daß die Preise verspätet einlangten. Doch versammelten sich am 10.VII. alle Schüler der Mittel- und Oberstufe. Der Leiter der Schule würdigte die Preisträger und eiferte die übrigen Schüler zur Heimatliebe und Heimattreue an. Die Feier, zu der auch der Herr Schulaufseher Gstöttner gekommen war, nahm einen sehr feierlichen Verlauf und man sah die große Freude der Preisträger. Mit dem Lied "Wir Jungen stehen bereit" und der Bundeshymne war die Feier beendet.

Herr Berger kam noch am Abend desselben Tages und dankte für den schönen Preis, den sein Sohn erhalten hatte. Er bat diesen Dank weiterleiten zu wollen.

Schuljahr 1935/36

Am 2. September 1935 wurde das Schuljahr mit dem Hl. Geistamt begonnen.

Der Schülerstand verteilte sich in folgender Weise:

Abteilung Schuljahr Knaben Mädchen zusammen
1. 1. 2 1 3
2. 2. 3 2 5
3. 2 5 7
3. 4. 0 2 2
5. 3 2 5
4. 6. 3 2 5
7. 5 3 8
8. 3 2 5
39

In der am 4. September 1935 stattgefundenen Ortsschulratssitzung legten die Mitglieder dieser Körperschaft ihr Amt nieder. (Antrag des B.S.R. vom 10. August 1935 Zahl VI.-939/86 laut Gesetz vom 25.VII.1935) Die Herrn Bürgermeister beschlossen ehestens an den Vorschlag des neuen O.S.R. zu gehen und diesen Vorschlag der vorgesetzten Behörde bekannt zu machen.

Die eingeschulten Gemeinden entsandten nach Wahl in den Ortsschulrat ihre Vertreter u. zw.:
Amelsdorf: Herrn Bürgermeister Anton Boigenfürst
Buttendorf: Herrn Anton Pfaller
Reikersdorf: Herrn Franz Steininger u. Herrn Leop. Pfaller
Sachsendorf: Herrn Josef Bruckner

Der Vorsitzende des O.S.R. ist ex lege der Bürgermeister der Gemeinde Sachsendorf Herr Josef Pfaller, ferner gehören dem O.S.R. der Pfarrer Herr Josef Roithammer und der Obl. Erwin Sauer an. Als Schulaufseher wurde Herr Johann Klein dem B.S.R. vorgeschlagen.

Der Winter 1935/36 war überaus mild, nur einige Kältetage.

Am 1. Mai zogen die Schüler unter Führung des Oberlehrers nach Reinprechtspölla zum Schulgottesdienste. Nach diesem fand eine Feier im Schulgebäude Sachsendorf statt. Der Obl. schilderte den Einzug des Frühlings. Darauf sangen die Schüler (1. - 4. Schj!) "Nun treiben wir den Winter aus" und (5. - 8. Schj) "Der Mai ist gekommen". Hierauf wies der Obl. auf die Schönheit des Maien - auf die Schönheit der Heimat hin. Die Schüler brachten nun das "Waldviertler Heimatlied" zum Vortrage. Nun wurde auf "den Frühling" des Vaterlandes hingewiesen und an den Gründer des Aufstieges Dr. E. Dollfuß. Es wurde dessen Bild enthüllt und mit Tannenreis geschmückt in der Klasse befestigt. Nach der Ermahnung, so wie dieser Führer stets treu zu Österreich zu stehen, sangen die Schüler "das Lied der Jugend". Mit dem Absingen der Bundeshymne war die Feier, der auch die Bevölkerung Sachsendorfs beigewohnt hatte, beendet.

Der Schüler Leopold Buchinger, 7. Schuljahr, erhielt bei dem Preisausschreiben des Österreichischen Naturschutzbundes, Wien I., Strauchgasse 1, an dem sich mehrere Schüler mit Einsendung von Aufsätzen beteiligt hatten einen Trostpreis. Er erhielt sämtliche bisher erschienenen Hefte der Zeitschrift des obgenannten Verbandes. Wohl ein schöner Preis, da sich daran doch viele Schüler beteiligt haben.

Heuer beteiligte sich zum 1. Male die Schule an der Ausgestaltung des Sonnwendfeuers. Dieses wurde wie alle Jahre auf der "Heide" abgehalten. (21.VI.) Die Ansprache hatte der Oberlehrer Sauer im Auftrage der V.F. [Volksfront] übernommen. Die Schuljugend stand vorne, die Mädchen im Dirndelkleide mit Kränzen aus Wucherblumen und Kornblumen im Haar. Sie sangen das Lied "Ich hab mich ergeben" und das "Waldviertler Heimatlied" . Dann tanzten sie mit brennenden Besen nach der Melodie des Liedes "Nichts lustiger, als in der Zeit ..." einen Reigen und warfen zum Schluße jeder Strophe den Besen hoch in die Luft. Nun wurde das "Lied der Jugend" zum Vortrage gebracht. Hierauf wurde ein vom Obl. gespendetes Feuerwerk (Feuerräder, Raketen) entzündet. Mit dem Absingen der Bundeshymne war die Feier beendet. Der Bürgermeister J. Pfaller sprach dem Obl. den Dank für seine Bemühung und das gute Gelingen des Festes aus.

Am 4. Juli 1936 fand nach der feierlichen Dankmesse die Verteilung der Schulnachrichten und der Zeugnisse statt. Der allgemein. Erfolg war gut. 3 Schüler erreichten das Lehrziel nicht.

Der Durchschnitt der Schulversäumnisse (1935/36) betrug 2.3368 %.

Schuljahr 1936/37

Am 31. August 1936 begann mit dem Hl. Geistamte das Schuljahr 1936/37. Der Schülerstand verteilte sich auf die einzelnen Schulstufen bzw. Abteilungen wie folgt:

Abt. Schuljahr Knaben Mädchen
1. 1. - 2
2. 2. 2 1
3. 5 2
3. 4. - 3
5. - 2
4. 6. 2 1
7. - 2
8. 4 2
13 15

Es ist seit dem Bestehen der Ortsschule das 1. Mal, daß vom Gutshofe Wiesent kein Schulkind zur Schule geht.

Bei den am 26. Oktober 1936 stattgefundenn Ortsbauernratswahlen wurden gewählt: Josef Schredl (36 Stimmen), Ehrenberger Leopold Franz (29 Stimmen), Brantner Heinrich (27 Stimmen). Als Ersatzmitglieder wurden gewählt: Pfaller Josef (27 Stimmen), Waldschütz Franz (27 Stimmen), Bruckner Josef (25 Stimmen). Bei Stimmengleichheit entschied das Los. Es haben 90.7 % aller Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Alle Stimmen waren gültig.

Am 18. November 1936 unternahm die Schule Sachsendorf bei herrlichem Herbstwetter einen Ausflug nach Klosterneuburg. Die Autobusfahrt führte über Weikersdorf - Tulln zum Hagenbachtal, wo bei Maria Gugging ein kurzer Aufenthalt zur Besichtigung der Grotte gemacht wurde. In Klosterneuburg selbst war feierlicher Einzug in die neu renovierte Stiftskirche. Nach dem Hochamte wurden die Kinder durch die Stadt geführt und aus der Geschichte der Stadt an anknüpfenden Punkten erzählt. Nachmittags unternahm ein Teil der Eltern mit ihren Kindern eine Fahrt auf die Höhenstraße, die leider bei Nebel war. Die übrigen Schüler waren recht vergnügt bei den vielen Buden des Leopoldimarktes. Abends kamen alle wohlbehalten nach Hause. Es war ein schöner, lehrreicher und eindrucksvoller Ausflug.

Die letzten Tage des Monats Jänner 1937 (26. - 28.) waren nach mildem Winter stürmisch bei sehr starkem Schneewehen. Die Wehen waren stellenweise über 1 m hoch. Die Straße nach Reikersdorf war für jeden Verkehr unpassierbar. Ein Auto blieb stecken und mußte ausgeschaufelt werden. Pferde sanken auf der Straße zum Heidewäldchen bis zum Bauche ein.

Am 3. Juni machte die Schule Sachsendorf mit der Schule Reinprechtspölla gemeinsam einen Ausflug auf den Manhartsberg zur Pyramide. Von dort ging es nach Diendorf zum "bunten Sand". Der Ausflug war schön, das Wetter herrlich. Die Kinder lernten wieder ein Stück ihrer engeren Heimat kennen. Von den Schülern der Schule Sachsendorf waren bisher 10 noch nicht bei der Pyramide, 10 nicht in Diendorf, 9 noch nicht in Eggendorf. Schülerstand: 23.

Statt der Sonnwendfeier wurde bei einer Lichterprozession die Marienstatue von der Pfarrkirche zum neuen Kriegerdenkmal übertragen. Die Schuljugend nahm an der Feier begeistert teil.

Am 27. Juni war der Einweihung des neuen Kriegerdenkmales der Pfarrgemeinde in Reinprechtspölla. Zu dieser erschien Erzherzog Otto in Vertretung "Kaiser Ottos", Landesrat Steinböck aus Frauenhofen i.V. des Landeshauptmannes Reither, Baron Sutner von Stockern, Graf Traun von Harmannsdorf u. a. mehr. An [? Rorgerationen] war die Schützengarde von Eggenburg, die Feuerwehr, die Schulen ausgerückt.

Nach der Weihe ergriff Dr. Parath, Bezirksorganisator der V.H. das Wort. Er sprach in begeisterter Weise und ehrte auch den Künstler der das Werk schuf: Herrn Schlagenhauser. Nach ihm ergriff Erzherz. Otto das Wort und Landesrat Steinböck. Nachher war im Gasthause ein fröhliches Beisammensein. Hier hat sinnige Kunst (Anreger Pfarrer Josef Roithammer) und Opfermut seitens der Bevölkerung den gefallenen Helden des Vaterlandes ein schönes und ehrendes Denkmal geschaffen.

Am 3. Juli 1937 fand nach der Hl. Schlußmesse die Zeugnisverteilung statt. Der allgemeine Erfolg war gut. Vier Schulkinder erreichten das Lehrziel nicht.

Der Durchschnitt der Schulversäumnisse betrug 3.36 %

Schuljahr 1937/38

Am 2. Sept. 1937 wurde das neue Schuljahr mit der hl. Geistmesse begonnen.

Der Schülerstand verteilte sich in folgender Weise:

Abt. Schuljahr Knaben Mädchen
1. 1. 5 1
2. 2. 2 2
3. 2 2
3. 4. 5 1
5. - 3
4. 6. - 3
7. 1 -
8. - 2
Summe 15 14

In den Monaten Dezember, Jänner und in der 1. Hälfte des Monats Februar wurde in der Schule ein Volkstanzkurs im Sinne der V.F. Organisation "Neues Leben" abgehalten. Der O.S.R. bewilligte die Benützung des Klassenzimmers zu diesem Zwecke. Es nahmen 18 Teilnehmer an dem Kurs, der völlig kostenlos unter Leitung des Oberlehrers Erwin Sauer (der die Tänze auf der Geige begleitete) teil. Die Jugend war darüber sehr froh und viele Anfragen über den Beginn eines 2ten Kurses zeugen für den guten Erfolg der Sache.

Am 11. März 1938 demissionierte der bisherige Kanzler Österreichs Schuschnigg. Es wurde noch in den Nachtstunden (Demission um 8 h abends!) eine neue Regierung gebildet, die um Unruhen vorzubeugen das Reich um Unterstützung ersuchte. Diese wurde auch vom Reiche der neuen nationalen Regierung gewährt. Nun überstürzten sich die Nachrichten. Was noch vor einer Stunde neu war, war eben schon wieder überholt. Der Unterricht entfiel für einige Tage. Deutsche Truppen kamen und ihnen voran unter ungeheuren Jubel des gesamten Volkes der Führer und Reichskanzler des Reiches.

Adolf Hitler kam nach Wien. Der Jubel des Volkes war und ist unbeschreiblich, das muß man eben gesehen, erlebt haben. Schon am 13.III. wurde Österreich an das Reich angeschlossen und damit dem Volke sein Selbstbestimmungsrecht gewährt, das nach den Verträgen (§ 88) verboten war. Doch wurde über diese Sache eine Volksabstimmung für den 10. März [später korr. auf II.] ausgeschrieben. Diese ergab 99.75% für den Anschluß.

Die Abstimmung in den 4 Schulgemeinden war 100 % ig. Wohl ein sehr schönes Ergebnis. Die Jugend war am Vortage und am Wahltage selbst, unter Sprechchören und Leitung des Obl. [spätere Anmerkung dazu: SIC!] durch die Orte gezogen. Der Schmuck der Häuser des Ortes Triumphbögen etz. kann man nicht schildern. Ein Haus wetteiferte mit dem anderen. Die Schule allein verbrauchte über 100 m Tannengewinde.

Am 1. Mai war der Tag der Arbeit. Zu Mittag war der Gemeinschaftsempfang der Übertragung aus Berlin in der festlich geschmückten Klasse, in der auch sonst schon die Wahlreden gemeinsam empfangen wurden. Es waren über 70 Personen anwesend. Nachher gingen alle im geschloßenen Zuge auf das Plätzchen vor der Kapelle. Dort wurde am Vortag der 18 m hohe Maibaum zu Ehren des Führers aufgerichet. Nun sangen alle das Lied, "Der Mai, der Mai, der fröhliche Mai". Danach wurden 10 Volkstänze aufgeführt unter Leitung des Obl. Zum Schluße wurde das Deutschlandslied und das Horst Wesel-Lied gesungen. Die Feier dauerte unter dem Maibaum eine gute Stunde.

Am 15. Mai 1938, (Muttertag) fand eine Sammlung für Deutsche Jugendherbergen, Landesverband für N.Ö. statt. Trotzdem, daß fremde Sammler in das Schulgebiet sich wagten und so das Ergebnis um gut 25 % schmälerten, ergab diese ein Endergebnis für die Schule, das schön genannt werden muß (18 RM, 82 Pf.). Amelsdorf spendete 6 RM, Buttendorf 5 RM 16 Pf., Reikersdorf 4 RM 89 Pf. und Sachsendorf 2 Rm 77 Pf.

Die Witterung im Frühjahre war heuer recht schlecht. Spätfröste zerstörten fast die gesamte Obstblüte. Im April: 4. minus 4 ° C, 13. minus 6 ° C sind nur einige Beispiele. Dies wirkt sich eben recht unangenehm aus.

Die Getreideernte war heuer verhältnismäßig recht gut, wenn gleich es stark regnete, so daß manche Garben auswuchsen und dadurch Schaden entstand. Bei den Erdäpfeln versagte durch Anfaulen die Sorte "Juliperle". Die Sorte "Ackersegen" dagegen gedieh prächtig.

Schuljahr 1938/39

[Die Überschrift zum Schuljahr 1938/39 fehlt im Orignial. Der Schuljahreswechsel muss aber ungefähr hier gewesen sein.]

In der C-S.R. wurden die deutschen Minderheiten stark bedrängt. In Verhandlungen der Großmächte Deutschland, Italien, Frankreich, England bzw. deren maßgebende Staatsmänner Hitler Musolini, [? Valadior] u. Chamberlain wurde nun in München die Abtretung der Sudetendeutschen Gebiete an Groß-Deutschland beschlossen. Am 1.X.1938 zogen die deutschen Truppen in das Gebiet ein und die Besetzung war am 10.X. vollendet. Nach dieser Tat der Staatsmänner (auf Anregung des Führers) wurde eine schwere Kriegsgefahr gebannt. Das Volk atmete erleichtert auf.

Seit 1. - 15. Oktober vollzog sich die Zusammenziehung der 9 Gemeinden Amelsdorf, Buttendorf, Gumping, Harmannsdorf, Matzelsdorf, Reikersdorf, Reinprechtspölla, Sachsendorf und Klein-Burgstall zur Großgemeinde Harmannsdorf, deren 1. Gemeindeverwalter Herr Manhart Leopold ist. Als Sprengelleiter der NSDAP fungiert für die Großgemeinde Herr Schredl Rudolf als Sprengelleiter aus Sachsendorf.

Am 5.X.1938 fand nach einer gerichtlichen Kommission die Zeugeneinvernahme in der Schule, als neutraler Boden, statt. Es handelt sich um ein Servitut (Weg) auf dem Acker des Bürgermeisters Josef Pfaller (Gastwirt). Sein Gegner, der das Servitutrecht besitzt ist Herr Anton Pfaller. Es ist wohl das 1. Mal, daß das Schulgebäude zu diesem Zweck gebraucht wurde. Die Verhandlung wird in Eggenburg geführt.

Da Herr Josef Pfaller nach der neuen Ordnung gegen Ende des Monats Oktober das Recht als Gemeindebeirat entzogen wurde, verlor er auch die Stelle als Schulobmann. Mit seinen Agenden wurde Herr Schredl Rudolf betraut.

Schon am Vortage (des 30.I.) wurde das Führerbild umkränzt und der Raum entsprechend geschmückt. In aller Frühe wurde die Hausfahne ausgesteckt und um 8 h eine Flagge hochgezogen. Danach fand in der Klasse eine schlichte Feier statt. Der Obl. sprach die verbindenden Worte, zwischen denen passende Gedichte von den Schülern Buchinger Alfred, Berger Franz, Brantner Franziska, Brychta Maria, Leeb Leopoldine u. Vlcek Maria vorgetragen wurden. Alle Schüler sangen auch einige nationale Lieder. Leider waren von der Bevölkerung infolge Glatteises und herrschender Grippe außer dem Schulobmanne nur 3 Personen zur Feier gekommen.

Um 9 Uhr hörten alle die Radioübertragung aus Berlin, bei der Dr. Göbls sprach. Mit den Liedern der Nation wurde die Feier geschlossen.

Am 8. Juli 1939 wurde das Schuljahr im Beisein der Vertreter der NSDAP geschlossen. Es wurde die Schulfahne feierlich eingeholt und das Lied: Laßet im Winde die Fahnen wehen wurde gesungen. Dann sprach die Schülerin Fanziska Brantner einen Spruch:

Es gibt ein Wort, das Tore sprengt,
das sich durch alle Nebel drängt,
das alle Mauern niederrennt,
und weder Schuld noch Schranken kennt.
Es gibt ein Wort, das trotzt und siegt,
das jede Lanze niederbiegt,
ein Wort das Berg auf Berge türmt,
bis es zuletzt den Himmel stürmt,
das Wort das trotzig, stark und still;
es heißt: ich will.

An das Gedicht schloß sich die Rede des Lehrers, der auf die Arbeit des Jahres - auf die Sommerarbeit in den Ferien hinwies. In dieser Weise als Vorbild für zähes Wollen den Führer der Jugend vor Augen stellte.

Mit dem 3fachen Heil auf den Führer und Reichskanzler und den Liedern der Nation war die Feier geschlossen.

Nun folgte die Reifsprechung der Schülerin Maria Vlcek und ihre Aufnahme in das schaffende Volk durch den Hoheitsträger der NSDAP Pg Rudolf Schredl. Darauf folgte die Verteilung der Schulnachrichten. Die meisten Schüler hatten mit gutem Erfolg das Jahr beendet.

8 Tage vor Schulschluß fand in der Schule ein Fest der Jungmädchen statt. Schule und Jungmädchen unter ihrer Führerin Erna Reichl hatten zusammen gearbeitet um einen schönen Nachmittag den geladenen Eltern und Erwachsenen des Dorfes zu bieten. 1 1/2 Stunden füllte das reiche Programm aus. Es war sehr schön und die Bevölkerung hätte gerne eine Wiederholung des Festes gesehen, was aber in Anbetracht der Zeit nicht möglich war.

Kriegsschuljahr 1939/40

Mit einer Morgenfeier wird am 18. Sept. durch Karl Beischlager, prov. Leiter, das Schuljahr eröffnet.

Es war an jenem denkwürdigen Tag, an dem das polnische Heer nach 18 Tagen Feldzug vernichtet, Polen gänzlich geschlagen war. Am 1. Sept. im Morgengrauen ließ der Führer unsere Wehrmacht über die Grenzen hinweg unseren arg bedrängten, verfolgten, zu Tode gequälten, eingekerkerten deutschen Brüdern im Zwangsstaat Polen zu Hilfe kommen. Es war ein Siegeszug ohnegleichen, obwohl die Polen ein gut ausgerüstetes, überaus starkes, zäh und fanatisch kämpfendes Heer hatten. Als ewiger Schandfleck wird auf dem polnischen Volke die Ermordung von 58.000 deutschen Volksgenossen im damaligen P. während der 3 Kriegswochen lasten. Viele von ihnen wurden nicht nur erschossen, sondern oft arg verstümmelt, Augen ausgestochen, Zungen, Ohren, Nasen, Hände, Geschlechtsteile abgeschnitten, alles bei lebendigem Leibe. Und dazu heißt es von diesem Volke noch, daß es überaus katholisch ist.

Zum schnellen, siegreichen Ende des Krieges gegen Polen (35,000.000 Einwohner) hat entscheidend unsere weit überlegene Luftwaffe beigetragen. Schon am 2. Kriegstag hatte sie sich die Luftherrschaft über den ganzen Raum erkämpft. Über deutschem Reichsgebiet wurde kaum ein polnischer Flieger gesichtet.

Die Welt hatte nun erlebt, was es heißt, sich mit der von Adolf Hitler geschaffenen und geführten Wehrmacht des Großdeutschen Reiches in einen Kampf einzulassen.

England, und unter engl. Druck auch Frankreich, hatten am 3. Sept. dem Reich den Krieg erklärt unter dem Vorwand der Hilfeleistung Polen gegenüber. Ihr wahrer Kriegsgrund kam aber im Laufe der folgenden Monate immer mehr zum Durchbruch. Die Gegner wollten nicht mehr und nicht weniger als die gänzliche Vernichtung des deutschen Volkes, die Zertrümmerung und Zerreißung des nun endlich, nach so vielen Irrwegen entstandenen Großdeutschen Reiches.

Zu größeren Kampfhandlungen im Westen war es bis zum 10. Mai 1940 nicht gekommen. England hoffte, mit seiner Blockade erfolgreich diesen "Entscheidungskampf auf viele Jahrhunderte" zu gewinnen.

Der Krieg in Polen war am 28. Sept. 39 mit dem Fall von Warschau beendet. Und nun folgten viele, lange Monate des Wartens. Dazu kam noch ein fürchterlich langer, sehr kalter, stürmischer Winter mit argen Scheeverwehungen. Die Kohlenzufuhren stockten ziemlich - Züge steckten im Schnee - die Verwehungen waren furchtbar - im Februar wochenlang tägliches Schneetreiben - und so wurden von 21. Febr. bis 18. März in Niederdonau alle Schulen geschlossen. Viele Obstbäume, meist ältere, sind in diesem strengen Winter erfroren. Viele Herbstsaaten sind "ausgewintert".

Meist ist der Bericht des ORW ganz kurz: "Keine besonderen Ereignisse". So auch noch im März, April. Alles ist gespannt. Jetzt wäre doch schon Zeit! Es kann doch nicht so weiter gehen. Einmal muß doch losgeschlagen werden.

9. April: Sondermeldung des O.R.W.: Unsere Truppen marschieren in Dänemark ein, die Dänen leisten keinen Widerstand. Unsere See- und Luftflotte haben alle größeren Hafenplätze in Norwegen besetzt. Der Führer ist unseren Feinden um 10 Stunden zuvorgekommen. Sie wollten uns über diese Länder von Norden her angreifen. Die Leistung unserer Kriegsmarine war angesichts der 6-fachen überlegenen Feindflotte eine der glänzendsten Taten deutscher Seeleute. Die Gegner suchen uns Norwegen zu entreißen, werden aber in kurzer Zeit aus ganz Norwegen vertrieben. Heldenhaft halten unsere Gebirgstruppen das heiß umkämpfte Narvik. Am 10. Juni muß die Feindflotte auch den letzten Punkt Norwegens räumen, Norwegen selbst, das nur teils, aber tapfer, gekämpft hatte, streckt am 10. Juni die Waffen.

Inzwischen aber ward an anderer Front die größte Schlacht der Weltgeschichte geschlagen. Die Feinde versuchten über Belgien und Holland - an den Westwall wagten sie sich nicht heran - ins Ruhrgebiet einzubrechen. In breiter Front trat am 10. Mai unsere Wehrmacht zum Angriff an. Der Führer ist wieder bei seinen Soldaten. Und nun folgt Tag für Tag Sondermeldung auf Sondermeldung. Lüttich, die größte u. stärkste Festung Europas fällt nach 2 Tagen. Holland streckt nach 5 Tagen die Waffen, Belgien nach 18 Tagen. Am 4. Juni ist die Flandernschlacht mit dem Fall von Dünnkirchen siegreich beendet.

1,200.000 Gefangene, 75 feindliche Divisionen vernichtet, ihre Ausrüstung in unseren Händen, ... Der Nichtfachmann kann sich einfach nicht mehr alles richtig vorstellen. Und wieder war die Luftwaffe entscheidend. Am selben Tag, am 4.6., aber traten unsere Divisionen von Neuem an, am 14. Juni fällt Paris, am 17. Juni bittet Frankreich um Waffenstillstand, am 21. Juni wurde der Vertrag unterzeichnet. Die größte Militärmacht der Welt ist vernichtend geschlagen, geschlagen wie noch nie in seiner Geschichte. 10 Tage flattern von allen Häusern die Siegesfahnen, 7 Tage läuten im ganzen Reich zu Mittag die Glocken.

Der Weg für die Neuordnung Europas ist frei. Deutschland hat sich seinen Platz an der Sonne erkämpft.

Am 10. Juni trat Italien an unserer Seite in den Krieg ein. Seit Jahren haben beide R. durch ihre einmaligen Führer und durch ihre gleichen Ziele und sich nicht kreuzenden Interessen zusammengefunden.

Freudig und mit Eifer, angespornt durch die herrlichen Waffentaten unserer Wehrmacht, erfüllte die Schuljugend die ihr gestellten Aufgaben.

Knochen und Tuben wurden durch die Kinder zur Schule als Sammelstelle gebracht.

Im Frühjahr und Sommer sammelt die Schuljugend an Heilkräutern und Teesorten:

100 kg Brom-, Erd- u. Himbeerblätter (getrocknet!),
4 kg Hollunderblüten,
4 kg Spitzwegerich,
12 kg Brennesselbätter,
0.40 kg Veilchenblüten, Lindenblüten, Mutterkorn, Hagebutten.

Ansonsten half die Schuljugend bei der Kultur der Hackfrüchte und bei der Einbringung der Ernte im Herbst und Sommer.

Schülerstand am Beginn 37, am Ende 38 Schüler, davon 23 Knaben, 15 Mädchen. Aus Sachsendorf besuchen nur 6 Schüler die Schule.

Am 6. Juli wurde mit einer Morgenfeier das Schuljahr durch Franz Trenker, der seit 12.II.40 hier aushilfsweise in Verwendung steht und täglich von seiner Stammschule Mörtersdorf nach Sachsendorf kommt, geschlossen.

*Sachsendorf am 12. Juli 1940 - Fr. Trenker Obl.*

Kriegsschuljahr 1940 - 1941

Mit einer Morgenfeier eröffnet Franz Trenker am 9. September das Schuljahr. 11 Kinder (3 Kn., 8 M.) traten ins 1. Schj. ein. Die Schule wird von 26 Kaben und 21 Mädchen besucht.

Verteilung auf die einzelnen Schulstufen:

Schulstufe Knaben Mädchen Zusammen
1. 4 8 12
2. 4+1 5 9+1
3. 6 1 7
4. 4 1 5
5. . 2 2
6. 4 1 5
7. 2 1 3
8. 1 2 3
  26 21 47

Die Sammlung von Tee- u. Heilkräutern wurde während der Ferien und im Herbst weitergeführt. Das Ergebnis an unserer Schule war ein sehr gutes. Die Schule erhielt ein Diplom des Reichsverbandes f. Tee- u. Heilkräuter. Der Leiter der Schule ein Dank- u. Anerkennungsschreiben der Gau[ver]waltung der SNBB.

Gesammelt wurde im Kalenderjahr 1940:

27.80 kg Erdbeerblätter, getrocknet,
119.25 kg Himbeerblätter,
0.70 kg Brombeerblätter,
3.20 kg Hollunder(blätter)-blüten,
10 kg Brennesselblätter,
5.80 kg Spitzwegerich,
0.45 kg Veilchenblüten,
1.60 kg Lindenblüten,
0.60 kg Mutterkorn,
5.55 kg Hagebutten,
17.80 kg Brennesselstengel,
86 kg Kastanien.

An Altmaterial wurde bis zum Schluß dieses Schuljahres gesammlt:

2096 kg Eisen,
5.70 kg Gummi,
56.50 kg Papier,
247 kg Lumpen,
4 kg versch. Metalle
12 kg Glas

Der Führer hatte sich im Sommer 1939 durch einen Nichtangriffs- u. Freundschaftsvertrag mit Rußland Rückenfreiheit im Kampf gegen unseren Erbfeind Frankreich und den Feind jeder europäischen Zusammenarbeit - England - geschaffen.

Durch den Winterfeldzug gegen Finnland - der für Rußland äußerst schwierig verlief - hatte Rußland große Gebiete Finnlands gewonnen.

Als nun im Frühjahr und Sommer 1940 der Kampf im Westen tobte, eignete sich Sowjet-Rußland Litauen, Lettland, Estland an und marschierte in Bessarabien ein und sowjetisierte all diese gewonnen Gebiete. Im Herbst 1939 waren ihm bereits große Teile Polens zugefallen, obwohl dieser Staat nur durch den Einsatz deutschen Blutes niedergerungen wurde.

Durch deutsch-italienische Schiedsprüche erhielt Ungarn das nördliche Siebenbürgen und Bulgarien die bulgarischen Teile der Dobrudscha von Rumänien zurück.

Im September 1940 schlossen Deutschland, Italien, und Japan einen Vertrag, der die Ausweitung des Krieges verhindern, bezw. bald wieder friedliche Verhältnisse herbeiführen sollte. Hiebei wurden die europäischen und Japans Interessengrenzen festgelegt. Dem Vertrag traten der Reihe nach bei: Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Südslawien.

2 Tage nach dem Beitritt Südslawiens wurde dort die deutschfreundliche Regierung von englandhörigen und kommunistischen Offizieren gestürzt. Englands Plan, das Reich vom Südosten her anzugreifen, sollte Wirklichkeit werden. Seit 27.X.40 stand Italien mit Griechenland im Kriege. Am 6. April 41 gab der Führer den Befehl zum Angriff auf Südslawien und Griechenland, denn beide Staaten waren zum Aufmarschgebiet des Feindes geworden. Nach 12 Tagen waren die Serben gänzlich geschlagen, ihr Staat zerfiel, Kroatien wurde selbständig, die Südsteiermark und Teile von Kärnten kehrten heim ins Reich, andere Teile kamen an Bulgarien, Ungarn und Italien. Die beiden Letzteren beteiligten sich am Kampfe. Nach 21 Tagen war Griechenland vollständig besiegt und besetzt. Die Kriegführung in diesen beiden gebirgigen Ländern mit schmalen und schlechten Straßen war besonders schwierg. Umso höher sind die Leistungen unserer vorzüglichen Wehrmacht einzuschätzen. Vom 20. Mai bis 1. Juni wurde die griechische, von den Engländern stark besetzte und befestigte Insel Kreta aus der Luft erobert. Dies war eine Glanzleistung der deutschen Wehrmacht, die die ganze Welt in Staunen versetze. Die Luftmacht war stärker als die Seemacht.

Seit 22. Juni ist die deutsche Wehrmacht im Kampf mit der Sowjetmacht. 160 Divisionen hatte Rußland nach und nach an unserer Ostgrenze zusammengezogen. Nach 14 Tagen stehen unsere Divisionen tief in Feindesland.

Im Seekrieg verlor England bis 1.7.41 12.5 Mill. BRT Handelsschiffsraum. Fast täglich greifen unsere Flieger - oft im Großeinsatz - kriegswichtige Ziele in England an.

Schülerstand am Ende des Schuljahres:

Stufe Knaben davon
nicht reif
Mädchen davon
nicht reif
Zusammen davon
nicht reif
1. 4 . 7 1 11 1
2. 3 1 5 . 8 1
3. 6 2 . . 6 2
4. 4 1 1 . 5 1
5. 1 . 2 . 3 .
6. 3 . 1 . 4 .
7. 2 . 1 . 3 .
8. 1 . 2 . 3 .
  24 4 19 1 43 5

Ausgetreten sind 5 Knaben und 2 Mädchen.

Das Schuljahr wird am 5. Juli von Fr. Trenker mit einer Morgenfeier und Schulentlassungsfeier geschlossen.

*Sachsendorf, am 10. Juli 1941 - Fr. Trenker Obl.*

Kriegsschuljahr 1941/42

Mit einer Morgenfeier eröffnete Obl. Franz Trenker am 8. Sept. 1941 das neue Schuljahr. Die Schule wird von 22 Knaben und 20 Mädchen besucht.

Auch das Kriegsjahr 1941 brachte ein günstiges Sammelergebnis bezüglich der Heilkräuter und des Altmaterials. Die Schule erhielt vom Reichsverband f. Tee- u. Heilkräuter ein Anerkennungsdiplom für das Sammeljahr 1941.

Am 9. Feb. 1942 wurde der bisherige Schulleiter Obl. Fr. Trenker zum akt. Wehrdienst einberufen.

Zur Weiterführung des Unterrichtes und der Schulleitung wurde die plm. Lehrerin Hilda Kachelmayr aus Röschitz am 10. Feb. 1942 abgeordnet.

Infolge der großen Kälte war in der Zeit vom 26. Jän. bis 15. März 1942 kein Unterricht.

Seit der anglo-jüdische Imperialismus erkennen mußte, daß Japan entschlossen ist, sich niemals unter sein Joch zu beugen, bereiteten die Plutokratien den Vernichtungskrieg u. d. Einkreisung gegen Japan vor. Die erste Niederlage erlitten d. japanfeindlichen Mächte bereits, als sich Franz. Indochina in die ostasiatische Ordnungspolitik Japans einfügte. Am 8. Dez. 1941 erfolgte der erste japanische Angriff gegen Hawai, der ein voller Erfolg über die us.-amerikanische Flotte wurde, wodurch Japan bereits die Seeherrschaft im Pazifik gewann.

Nun erklärten auch die Achsenmächte als Partner des Dreierpaktes US-Amerika den Krieg.

Japans Streitmacht eroberte Hongkong, Singapur (Schonan), die Philippinen, die Sunda-Inseln und Burma. Mit diesen Erfolgen wurde die Versorgung Tschunking-China mit Kriegsmaterial nahzu unterbunden.

Die Abwehrschlachten des Winters 1941/42, des strengsten Winters seit 145 Jahren in Rußland, werden in der Weltgeschichte nicht nur als ein Zeugnis unvergänglichen deutschen Heldentums fortleben, sie werden ebenso wie die großen Bewegungsfeldzüge als Entscheidungsschlachten im Kampf um eine neue Weltordnung gelten. Sie haben Japan in seinem Sturm über den Ozean den Rücken im Nordwesten gedeckt. Sie haben Europa die weitere Konsolidierung und kraftvolle Fortsetzung seines Krieges gegen die Räuber der See gestattet.

Zu den harten Abwehrkämpfen unserer unvergleichlich tapferen Soldaten in den weiten Schnee- u. Eisfeldern Rußlands trugen die Volksgenossen in der Heimat dadurch bei, daß sie bereitwillig warme Wollsachen u. Kleidungsstücke spendeten.

Die Kämpfe unserer Achsen-Landstreitkräfte u. ihrer Verbündeten in Rußland u. Nordafrika erfuhren durch U-Boote und Flugzeuge eine hervorragende Unterstützung.

U-Boote drangen bis an die Küsten Amerikas vor u. versenkten sogar in der Missippi-Mündung u. im St.Lorenzstrom feindliche Handelschiffe.

Die Mächte des Dreierpaktes haben in den letzten Wochen an allen Fronten angreifend so bedeutsame Siege errungen, daß selbst im Feindlager offen von einer Krise der plutokratisch-sowjetischen Kriegführung gesprochen wird. Innerhalb der großen Einheit der gemeinsamen europäisch-ostasiatischen Kampfleistung sind es vor allem folgende Ereignisse, welche die Standfestigkeit des Feindes schwer erschüttert haben: Feldmarschall Rommels kühner Vorstoß nach Ägypten, die deutsche Offensive über den Don und in das Kaukasusgebiet, Japans Sprung auf die Aleuten und die erfolgreiche Seekriegsführung der Dreipaktmächte.

Wie bisher stellte sich die Schuljugend eifrig in den Dienst der Heilkräutersammlung, sodaß bis Schulschluß 80 kg Trockengut der Sammelstelle abgeliefert werden konnte.

Der Schülerstand betrug am Ende des Schuljahres 45, davon 5 nicht reif. 1 Knabe tritt in die Hauptschule ein. 3 Knaben und 1 Mädchen erhielten das Entlassungszeugnis.

Das Schuljahr wurde am 11. Juli von Hilda Kachelmayr mit einer Morgenfeier und Schulentlassungsfeier geschlossen.

*Sachsendorf, den 31. Juli 1942 - Hilda Kachelmayr, dzt. Schulleiterin*

Kriegsschuljahr 1942/43

Beginn: 4.9.1942.

Dieses Schuljahr wurde von der plm. Lr. Hilda Kachelmayer begonnen und am 16.9.1942 von der aplm. Lr. Gertrude Türk weitergeführt. Am 18.1.1943 übernahm die Führung des Unterrichtes und die Schulleitung die aplm. Lr. Elfriede Garber.

Der Schülerstand zu Anfang des Schuljahres betrug: 20 Kaben, 24 Mädchen.

Verteilung auf die einzelnen Schulstufen:

Schj. Knaben Mädchen
1. 2 3
2. 4 5
3. 3 6
4. 3 3
5. 4 2
6. 2 2
7. - 2
8. 2 1

Die Sammlung von Altmaterial wurde fortgesetzt und mit der Sammlung von Heilkräutern wurde im Frühjahr wieder begonnen.

Vom Kriege

Nachdem unsere Soldaten tief nach Rußland vorgedrungen waren, spielte sich in wochen- und monatelangen Kämpfen ein erschütterndes Drama deutschen Heldenmutes und Siegeswillen ab. - Stalingrad -.

Durch Verrat des italienischen Bundesgenossen, der einen Frontteil von Stalingrad zu halten hatte, aber feige Flucht vorzog konnte dies geschehen. Die in Stalingrad kämpfende 6. Armee unter Generalfeldmarschall Paulers und Generaloberst Strecker verteidigte sich und kämpfte mit Heldenmut und Todesverachtung bis zum letzten Augenblick. Am 2. Feber fiel Stalingrad wieder in die Hände des Feindes. Der Heldenmut unserer Stalingradkämpfer aber geht ein in die Geschichte als ein Zeugnis deutschen Heldentums. Für uns Deutsche ist der Name Stalingrad höchste Verpflichtung.

Der Führer zog die Truppen aus dem Kaukasus zurück und bildete am Kubau einen Brückenkopf. Während wir in Stalingrad kämpften, haben Engländer und Amerikaner Truppen in Marokko gelandet. An der Grenze von Tunis stellte sich ihnen unser Afrikakorps unter Führung von Generalfeldmarschall Rommel, Träger des Eichenlaubes mit Schwertern und Brillianten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, die er am 11.III.43 aus der Hand des Führers erhalten hatte, entgegen.

Gleichzeitig griffen Engländer unsere Stellungen bei El Alamein an. Wieder durch Verrat des italienischen Bundesgenossen sah sich Rommel gezwungen, sein Korps zurückzuziehen. Die Lyrenaika wurde nur Schritt für Schritt dem Feinde überlassen. Sechs Monate nach der Landung der Amerikaner wurde das deutsche Afrikakorps von Tunis nach Sizilien übersetzt.

Das Schuljahr endete am 7.VII. 1 Knabe und 1 Mädchen traten in die Hauptschule über (Eggenburg - Ravelsbach). Der Schülerstand betrug 21 Knaben - 25 Mädchen.

Im Rahmen der Verwandtenverschickung (Umquartierung der Kinder aus der luftgefährdeten Stadt Wien) traten ein Junge und ein Mädel ein.

Ein Junge und ein Mädel bekamen das Entlassungszeugnis.

Mit einer Feier schloß das Schuljahr am 7.VII.

*Elfriede Garber*

Kriegsschuljahr 1943/44

Beginn: 23.VIII.

Herbstferien: 5 Tage im Oktober.

Das Schuljahr wurde mit einer Morgenfeier begonnen. Die Schule besuchen: 18 Knaben und 23 Mädchen.

Das Ergebnis der Heilkräutersammlung war im Kriegsjahr 1943 ein sehr gutes. An die Untersammelstelle Eggenburg wurden rund 160 kg Trockengut abgeliefert. Pro Kind - 4.50 kg.

Elfriede Garber wurde im Jänner nach Meiselsdorf versetzt. Anna Kroiß tritt deshalb den Dienst in der Schule Sachsendorf an.

Der Unterreicht konnte ohne größere Störungen durchgeführt werden. Seit Juni fliegen die feindlichen Terrorbomber auch über unsere Dörfer. In Gumping entstanden größere Schäden durch Bombenwurf.

Die Altstoffsammlung und Heilkräutersammlung wurde fortgeführt.

Durch die Verwandtenverschickung wurden weitere Kinder, 2 Buben und 2 Mädel, aus Wien in unsere Schule eingegliedert. 1 Bub und 1 Mädchen sind wieder nach Wien zurückgegangen.

Der Schülerstand am Ende des Schuljahres bestand:

Schulj. Knaben Mädchen
1. 1 3
2. 4 3
3. 3 4
4. 4 5
5. 2 4
6. 3 0
7. 2 2
8. 0 2
  19 23

zusammen 42 Kinder.

1 Knabe tritt in die Hauptschule über.
2 Mädchen und 1 Knabe treten aus.

Am 13.7. schließt das Schuljahr.

*Anna Kroiß*

Schuljahr 1944/45

Schulbeginn am 28. August 1944.

Schülerstand:

Schulj. Knaben Mädchen
1. 5 2
2. 1 4
3. 4 2
4. 3 4
5. 3 5
6. 1 3
7. 3 0
8. 2 2
  22 22

zusammen 44 Kinder.

Die Ereignisse des weiteren Schuljahrverlaufes konnten nur nach mündlichen Angaben eingetragen werden, da schriftliche Unterlagen fehlen.

Am 26.10.44 inspizierte Schulrat Hofmann die Schule. Die Weihnachtsferien begannen am 3.12. da der Heiratsurlaub der Schulleiterin Anna Kroiß sie verlängerten. Sie dauerten bis 17.1.45. Jedoch begann der Unterricht erst am 19.1. Vom 28.1. bis 3.2. fiel der Unterricht wegen Krankheit der Klassenlehrkraft aus. Auch bis 8.4.1945 dürften Schultage ausgefallen sein, da die Eintragungen im Klassenbuch fehlen.

Nun kam es nur mehr hie und da zu einem Unterrichtstag. In der Schule waren Einquartierungen. Vom 25.3. bis 28.3. waren Infantristen in der Klasse einquartiert. Diese wollten auch Zivilpersonen (Frauen, die geflüchtet waren) in der Oberlehrerwohnung unterbringen, was aber nicht gestattet wurde, da schon 4 verschiedene Parteien zu dieser Zeit sich in die Räume teilten! Vom 28.3. an hörten die Einquartierungen bis zum Zusammenbruch nicht mehr auf. Es waren "Werfer", Zollwächer, Instandsetzungstruppen in der Klasse. Die Schulmöbel aber standen im Freien im Turnhofe. Besonders die Zollwachbeamten waren recht nette Leute. Manche der Einquartierten aber verschwanden in der Nacht und wanderten heimwärts. Wollten doch alle schon längst nicht mehr beim Militär sein. Am 8.4.45 kam Oberlehrer Sauer zur häuslichen Behandlung heim mit wehen Füßen. Seine Frau erkannte ihn nicht gleich, so schlecht sah er aus. Rund in der Umgebung aber wurden Schützenlöcher ausgegraben, Panzersperren errichtet, die Wegtafeln entfernt und alles für eine Hauptkampflinie vorbereitet. Diese sollte von Eggenburg über den Manhartsberg sich bis Krems hinziehen. In Sachsendorf war die Panzersperre zwischen dem Hause No 5 und dem Hause No 9. Bei der Schule war ein Panzerfaustschützenloch an der Ecke des Turnhofes und an der Gartenecke gegenüber dem Standbilde des hl. Donatus. Auf der Heide aber war eine Maschienengewehrstellung ausgegraben. Abends sah man das aufleuchten des Mündungsfeuers der nahen Front. Bange Tage waren es - da klopfte es am 8. Mai an der Tür. Ein Soldat brachte uns die Kunde: "Der Ausländer (gemeint war der ausländische Radiosender) sagt: Deutschland hat kapituliert. In 24 Stunden ist der Kampf zu Ende". Am Morgen flüchteten in langen Kolonnen die Soldaten der 9ten Armee, die auf unserem Donauufer gegen die Russen gekämpft hatte in wilder Auflösung. Alles wollte zum Amerikaner kommen.

Mehrere Ortsbauern versteckten die Pferde und Mädchen im Walde draußen. Am 9. Mai um 1/2 4 Uhr früh klopfte es am Fenster. "Bitte, machen Sie auf!" sagte eine fremdklingende Stimme. Ein rußischer Pokoln, ein Major und seine Frau standen draußen. Die ersten Russen in Sachsendorf. Während diese 2 Stunden hier saßen und frühstückten, zogen ihre Truppen in Richtung Gars weiter. Die Russen hatten herrliche Landkarten aus der Gegend. Jeder kleine Feldweg, alles war genau eingezeichnet. Was nützte also das Entfernen der Wegweiser?! Den ganzen Vormittag zogen russ. Truppen durch. Ja sogar ein Kamelgespann fuhr durch den Ort. Am nächsten Vormittag (10.5.) kam weinend eine Frau aus Amelsdorf, die in der Nacht vergewaltigt worden war. Überhaupt ging es jetzt sehr kriegsmäßig zu. Doch gingen alle Russen, die in die Schule kamen, gutmütig wieder fort, wenn sie sahen, daß hier die Schule ist. - Nun rüsteten die Ausländer (zur Arbeit hier eingesetze Serben und Polen) zur Heimreise. Sie versahen sich mit Gewändern, Lebensmitteln, Pferden und Fuhrwerken bei den Bauern und fuhren heimzu. (Richtung Wien!).

Weinend und klagend sahen die Bauern ihren Pferden und Wagen nach. Mehrmals lagerten auch größere Truppenkontigente in und bei Sachsendorf. Ich stellte dann am 18.5. eine Wache aus den Männern des Ortes zusammen und so gelang es uns viel Unheil vom Dorfe fernzuhalten. Alle 2 Stunden wurde abgelöst und wir gaben Auskünfte über Wege, versorgten durchziehende rus. Krieger mit Lebensmitteln und mühten uns ehrlich ab alles im Guten zu regeln. Daß ich Tag und Nacht dabei auf der Straße zu tun hatte, kann ich ohne Selbstüberhebung sagen. So manchen Tag war ich auf Wachdienst 8 bis 10 Stunden und dazwischen in meiner Freizeit durfte ich vermitteln, Eier und Brot für die rus. Soldaten sammeln, kochen u. vieles andere. Aber es war und blieb dadurch doch viel besser bei uns im Dorfe als in anderen Dörfern. Ich will nun in kurzen Schlagzeilen die Ereignisse der Reihenfolge nach anführen:

Besitzer Pferde verloren samt Wagen Geschirren Sachsendorf No
Schredl 2 1 2 6
Brychta 1 - 1 7
Pfaller Anton 2 - 2 8
Pennerstorfer 1 1 1 12
Klein 2 - 2 3
Bruckner 2 1 2 1
Pfaller Josef 2 - 2 2
Kern Johann 1 1 1 16
Gstöttner - - 1 10
Widhalm - - 1 9
Lausch - 1 - 17

Dazu kommt noch der Milchwagen der Gemeinde.

Am 18.5.45 führte der Oberlehrer die Ortspolizei ein. Alle 2 Stunden wurde abgelöst. In der Nacht stellten wir Doppelposten. - Am 7.6. verlor Kern abermals ein Pferd und am 9.6. kam sein Fahrrad abhanden. Am 11.6. war große Truppeneinquartierung. Ungefähr 2000 Mann lagerten auf der Heide. Als die Truppen abzogen nahmen sie Brychtas Pferd, das er neu eingehandelt hatte, mit, jedoch blieb dafür ein anderes Roß da. Am 15.6. waren wieder viele Truppen in gleicher Stärke auf der Heide. Außerdem kaufte eine Kommandatur 12 Stück Rinder um 1000 RM. Am 17.6. badeten die Leute im Milchhaus. Es war ein komisches Bild, wie sie in einer alten Blechtonne dazu das Wasser wärmten. Am 18.6. übernachteten 11 Mann bei Haberson und 3 Mann bei Schredl. Am 19.6., 20.6. waren Polen und Russen da. Alle Häuser waren belegt, in der Schule waren 60 Mann und ein Pferd im Garten. Am 21.6. mußte Ehrenberger 1 Kuh liefern (ohne Bezahlung!). 22.6.: Vor 4 Jahren trat die USA in den Krieg ein, der Tag wurde als Feiertag gehalten. Vom Beginn des Durchzuges bis jetzt war kein Tag, wo nicht für die Truppen gekocht wurde, wo der Ort nicht Eier, Milch oder sonst etwas liefern mußte. Am 23., 24., 25. Juni hatten wir keine Abgaben. Am 27.6. zog ein langer Zug deutscher Kriegsgefangener auf der Reichsstraße gegen Wien. In der Zwischenzeit war Durchzug der ausländischen Arbeitskräfte, die Hitler in das Land hereingeholt hatte. Moderne Platzschaffung wies viele Sudentendeutsche aus Böhmen aus. Die Leute waren arm und matt. Einzelne Familien blieben in unserem Dorf. Am 5.7. erhängte sich einer dieser Leute, ein alter Mann, bei Klein. Am 7.7. hatte wieder jedes Haus Einquartierung, am 8.7. wurder der Ort nach Waffen durchsucht. Es wurde aber nichts gefunden. Am 10.7. wurden dem Oberlehrer abermals 4 Hasen gestohlen.

Es war dies der 2te kleinere Schaden, den der Leiter erlitt. Der erste war am 14.5.1946, wo 3 angeheiterte Soldaten 2 Schafe, 3 Paar Schuhe, das gesammte eingesottene und eingemachte Obst, einige Kleidungsstücke, Uhren etz. mitnahmen. Sie suchten Frauen, aber meine Frau und die hier einquartierte (bombenbeschädigte) Wienerin flüchteten unter der Führung des Oberlehrers in den Wald. Mittlerweile erbrachen die Eindringlinge die Türen, schlugen mehrere Fenster ein und stellten in der Wohnung alles auf den Kopf. Es dürfte ein Verrat durch einen Ortsbewohner vorgelegen haben, denn als die Soldaten kamen, wußten sie genau, wo die Klasse und die Wohnung sei und verlangten 2 Frauen!! Am 20.7. kamen um 1/2 12 Uhr nachts Zivil- und Militärrussen auf einem Auto und nahmen bei Bruckner Josef No 1 Quartier. Sie hatten Wein mit und erweckten keinen guten Eindruck. Deshalb setze ich mich mit der Gendarmerie telephonisch (das Feldtelephon hatten wir an diesem Tage bis Harmannsdorf fertig gestellt) in Verbindung. Doch hieß es, solange die Leute nichts Unreches tun, kann man nichts unternehmen!! Die Leute bezeichneten sich selbst als Partisanen. Ich nahm die Haustochter Bruckners zu meiner Familie in die Schule herauf - war es Vorsicht?? - Um Mitternacht nun begannen die Leute zu Waldschütz zu gehen. Wir alarmierten alle männlichen Ortsbewohner. Doch auch die Partisanen waren auf der Hut. Sie stellten uns und trieben uns bei Bruckner in die Küche zusammen, waren freundlich, warteten Wein auf und sprangen plötzlich auf ihr Auto, das fahrbereit stand. Die Familie Waldschütz lief weinend herein und rief um Hilfe. Die Partisanen hatten die gesamte Wäsche geraubt. Ich lief dem Auto nach, doch wurde geschossen, so daß ich nur auf den Boden kriechend die Schule erreichen konnte. Meine gute Frau hatte während der ganzen Zeit versucht telephonisch Abhilfe zu holen. Der Sohn Bruckners war durch das Stallfenster, nach meinem Rat, geklettert, und [hatte] ihr von unserer bedrängten Lage erzählt. Leider war das Auto des Komissärs (russ.) nicht erreichbar. Da kam nach dem Fortfahren Herr Bruckner zu uns herauf und machte mir Vorwürfe, daß ich gegen solche Gefahren nichts getan habe!! Auf die Erwiderung "es wurde ununterbrochen der Überfallswagen angefordert" meinte der stark angeheiterte Mann: "Davon hab ich nichts gehört". Da kamen mehrere Russen zurück, liefen zu Bruckner und suchten ihre Papiere die sie verloren hatten. Wäre der Mann bei normaler Vernunft gewesen, so hätten uns diese Papiere beste Dienste leisten können! Als sie die Papiere wieder hatten, fuhren sie im Auto wieder weg. 5 Minuten später fuhr das Überfallsauto des Komissars ein. Hätte Bruckner mir gleich gesagt, die Leute bezeichnen sich als Partisanen, so wären sie sofort gekommen - "denn auf solche Menschen haben wir wachsame Augen", meinte der führende Offizier.

Am 26.7. wurden bei Brychta 6 Gänse entwendet. Noch zweimal hatte der ganze Ort große Einquartierungen von je 2000 Mann, aber außer einem Pferd von Brychta, Lebensmitteln, Futter für die Tiere, Geflügel etz. war kein Schaden zu verzeichnen. - In der Zwischenzeit wurde auch der neue Gemeinderat aufgestellt. Ich hätte Bürgermeister werden sollen, doch gelang es mir dieses Amt abzulehnen. So wurde den Herr Heinrich Pennerstorfer Bürgermeister.

Das Schuljahr 1945/46

begann am 10. September 1945. Viele Sudetendeutsche Flüchtlingskinder erhöhten den Schülerstand. Keine Hefte - nur wenige Schulbücher und Schuljahrsbeginn!

Stufe Knaben Mädchen zusammen
1. 9 9 18
2. 4 4 8
3. 6 1 7
4. 6 3 9
5. 6 2 8
6. 4 7 11
7. 1 3 4
8. 2 2 4
  38 31 69

Mit Schuljahresbeginn übernahm Oberlehrer Erwin Sauer auch wieder die Führung der Schule Sachsendorf. So war er nach jahrelangem Fortsein durch Versetzung und Maßregelung durch die nationalsozialistische Partei wieder an seinen früheren Wirkungsort zurückgekommen. Aber was fand er vor! Außer einer neuen Schultafel war in der ganzen Zeit nichts angeschafft worden. Die Schulbänke, die wochenlang wegen der Einquartierungen im Freien gestanden hatten, fast unbrauchbar - die Kenntnisse der Schüler schlecher denn je! Die langen Ferien, der unregelmäßige Unterricht wirkten sich aus. Im 2. und 3. Schuljahr ging ja das Rechnen im Zahlenraum bis 10!! Die Schüler beherrschten nicht alle Schreibformen der Laute - und das Lesen ging elend!! Im 4. Schuljahr beherrschten die Kinder nicht einmal das Einmaleins. So ging es in allen Fächern bis zur 8. Stufe. Der Unterricht wurde daher einklassig geteilt geführt. Die Kinder mühten sich ehrlich und so konnte man zu Ende des Schuljahres in der Mittel- und Oberstufe einen vollen Erfolg buchen. Auch die 1. Stufe erreichte ihr Ziel. Nur das 2. und 3. Schuljahr konnte nicht alles Versäumte einholen. Zum Ende des Schuljahres machten und bestanden drei Schüler die Aufnahmsprüfung in ein Gymnasium. Während des Schuljahres kamen am 9.3.1946 die Flüchtlinge alle nach Deutschland. Der Befehl dazu kam so rasch, daß ich nicht einmal Gelegenheit hatte, allen Kindern ihre Schulnachrichten aushändigen zu können. Es gingen damals weg: 12 Knaben, 11 Mädchen = 23 Kinder. Das Lehrziel erreichten 44 Schüler, 2 erreichten es nicht. Die Schulversäumnisse konnten verhältnismäßig im Durchschnitt als gut bezeichnet werden, da sie durchschnittlich nur 2.2438 % betrugen.

Einen besonderen Anreiz zum Schulbesuch bildete das Theaterspielen. Über Anregung des Oberlehrers wurde heuer mehrmals gespielt. Das erste Mal am 3. Feber 1946 traten unsere Schüler auf der prov. Bühne auf. Das Programm war reichhaltig:

  1. Waldviertler Heimatlied, vorgetragen vom 4. - 8. Schuljahr.
  2. Wia : hoas, ein Gedicht, vorgetragen von Pennerstorfer Frieda.
  3. Ein kleines Stück: Die Tratschweiber.
  4. Ein Reigen: Rosenstock - Hollerblüh'.
  5. Im Zwergenreich (mit 15 Rollen!)
  6. Ein Jäger aus Kurpfalz, vorgetragen vom 4. - 8. Schuljahr.
  7. Unser Knecht der Hansl, ein lustiges Lied mit Darstellung.
  8. Die Handwerksburschen.
  9. D'Sau, ein lustiges Lied mit 2 Darstellern (Bruno u. Erwin Sauer).

Wir hatten mehr als 100 Zuschauer und sehr reichlichen Beifall. Der Eintritt war frei und wurde auch nichts gesammelt. Es sollte eben in schwerer Zeit etwas Erfrischendes, Aufheiterndes sein. Die 2. Theatervorstellung hatte ebenfalls großen Erfolg und war ebenso reich besucht. Sie fand am 3.3.1946 statt. Ihr Programm war ebenfalls sehr reich:

  1. Es wohnt ein Pfalzgraf, vorgetragen vom 4. - 8. Schuljahr.
  2. Was braucht ma auf an Bauerndorf, vorgetragen vom 4. - 8. Schuljahr.
  3. Ein Scherzgedicht "Der Zappelhans" vorgetragen von Bruno Sauer.
  4. "Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp" gesungen und als Reigen gespielt vom 1. - 3. Schuljahr.
  5. "Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder", ein Lied gesungen vom 1. - 3. Schuljahr und von 5 Mädchen gespielt. Es mußte auf Verlangen sofort wiederholt werden, besonders gefiel dabei die Schülerin des 1. Schuljahres Tilek Helga.
  6. "Unsere Tante", ein Zwiegespräch, aufgeführt von Pennerstorfer Frieda und Müller Henriette.
  7. "D'Frau Tant". Ein Theaterstück bei dem die Darstellerin der Tante Widhalm Marie, die schon bei der ersten Theateraufführung allgemein gefallen hatte einen großen Erfolg hatte.
  8. Veda Hans, was tragt die Gans? vorgetragen vom 4. - 8. Schuljahr.
  9. Der Rucksackverkehr, eine lustige Hamstergeschichte bei der die Buben (Ponska Walter, Berger Herbert, Tilek Alfred, Sauer Erwin, Zinner Leopold, Panholzer Rudolf) sehr guten Beifall fanden.
  10. Die 10 kleinen Negerlein gespielt vom 1. - 3. Schuljahr (Knaben).

Die 3.te Vorstellung fand am 20.6.1946 statt und brachte das vom Oberlehrer geschriebene Stück "Der Froschkönig" zum Vortrag. Die Klasse faßte die Zahl der Besucher nicht, denn es kamen nicht nur Leute aus den eingeschulten Orten, sondern auch von Reinprechtspölla, Kriegenreith, Matzelsdorf, Klein-Burgstall und Gumping, soviel bemerkt wurde. Es war auch diesmal ein voller Erfolg und wollten die Leute eine Wiederholung der Aufführung. Doch ist das aus technischen Gründen nicht möglich. Diesmal wurden freiwillige Spenden gesammelt (über Anregung der Besucher!). Obwohl unsere Sammler nicht zu allen Leuten hinkamen, kam in 5 Minuten ein Betrag von 103 S zusammen.

Wenn im Schuljahr 1944/45 das Wetter verhältnismäßig mild war, so hatte im Schuljahr 1945/46 der Wettergott noch mehr Nachsicht mit den armen Flüchtlingen und der Schwierigkeit der Heizstoffbeschaffung. Überhaupt erschien auch die Natur etwas in Unordnung gekommen zu sein, so blühten am 18. Oktober 1945 Goldlack und roter Hartriegel - es war eben abnormal warmes Wetter. Am 11. November fiel der erste Schnee und hatte es den 1. Frost von -2 ° C. Doch war es nachher gleich wieder mild. Am 7., 8. und 9. Dezember war ein Kälteeinbruch bis 10 ° Kälte. Doch war es am 17. Dezember wieder so warm, daß die Bienen einen Reinigungsflug machten. Auch das Frühlingswetter setzte zeitig ein. Leider war wenig Winterfeuchte im Boden und hernach noch wochenlange Dürre. Daher gingen die Saaten sehr schlecht und unregelmäßig auf. Die Getreideernte ergab nur 50 % des sonstigen Normalertrages. Nun muß ich auch noch über die Preise einzelner Lebensmittel erwähnen, wozu ich aber vorausbemerke, daß die verschiedenen Lebensmittelkarten und Kleiderbezugsscheine von den Behörden ebenso wie bei den Nationalsozialisten weitergeführt wurden.

So belief sich der Preis für im Geschäft im Schleichhandel Anmerkung
1 l Milch 28 Pf. 1-2 RM
1 Ei 20 Pf. 1-2 RM
1 kg Mehl 48 Pf. 20 RM
1 kg Schmalz 2.10 RM bis 1500 RM 4 dkg per Kopf und
Woche zugewiesen
1 kg Butter 7.40 RM bis 840 RM
1 Zigarette 8 Pf. 1-2.5 RM

Im Frühjahr kehrte Österreich wieder zu seinem Schilling zurück, es wurde alles Geld mit Ausnahme der Kleingeldmünzen in Schillinge umgetauscht. 1 S = 1 RM. Im öffentlichen Verkehr sind daher: 1, 5, 10, 50 Pfennigstücke, werden aber Groschen genannt; 1 und 2 Schillingnoten, 5 Schillingnoten und 50 Groschenscheine - herausgegeben von der Allierten Militärbehörde; 10, 20, 50, 100 Schillingscheine - herausgegeben von der Österreichischen Nationalbank.

Nun war schon längere Zeit Ruhe. Eine Wohltat! Doch murrten einzelne über die noch immer im Takt befindliche Nachtwache. Der Oberlehrer hatte bei der letzten Gemeinderatssitzung die Polizeiführung des Ortes dem Bürgermeister übergeben. Besonders Herr Pfaller Josef No 2 hatte ein Leiden, das ihn am Wachtdienst verhinderte. Zwar hat er den größten Besitz (3 Häuser) im Orte, kann über den Heideberg mit dem Rad ausfahren, aber abends ist er leidend! Durch alle diese Umstände wurde der Wachtdienst stark behindert. Dazu muß bemerkt werden, daß der Oberst (russ!) von Harmannsdorf bei jeder Gelegenheit zu jeder Zeit kam, um einquartierte Russen zu revidieren, zu suchen etz. Die Russen holten täglich aus Sachsendorf 25 Eier, aus Buttendorf 30 Eier und auch aus Reikersdorf und Amelsdorf für die Komandantur in Harmannsdorf (ein paar hundert Mann mit ihren Offizieren waren in den Häusern und im Schloß untergebracht!). All dies trug dazu bei, daß der Wachtdienst eingestellt wurde. Doch blieb die Belehrung dafür nicht aus. In der Nacht vom 14. auf 15. März wurde bei Kern Johann eine Kuh gestohlen. Die Haut und die Eingeweide fanden wir auf der "Heide", von den Tätern fehlt jede Spur. In der Nacht vom 15. auf den 16. März versuchten Leute (angeblich Russen) bei Waldschütz ein Schwein zu stehlen. Das ist das Haus unterhalb der Ruine No 15 (die erste Schule in Sachsendorf). Bei dieser Angelegenheit wurde Herr und Frau Waldschütz erschossen! Der einzige Sohn ist ein Bursch von 14 1/4 Jahren. Die Wirtschaft wurde daher verpachtet. - Am 16. März starb Frau Leopoldine Kern an Krebsleiden. Der Ort hatte also drei Leichen auf einmal. Der Wachtdienst wurde nun sofort wieder aufgenommen und schon in der Nacht vom 17. auf 18. März wurden Russen (?) verjagt, die eine Erdäpfelgrube in der Kellergasse ausräumen wollten. Meine Meinung ist es, daß nicht alles Russen machen, sondern viele Dinge den Russen in die Schuhe geschoben werden. Doch dauerte dieser Wachdienst auch nur kürzere Zeit, dann wurde er, weil ja weiter nichts mehr geschah, wieder aufgelassen. Erst Anfangs August wurde er als Feuerwachdienst wieder aufgenommen. Ende Mai bis Anfang Juni wurden viele russ. Truppen aus unserem Bezirk samt den Komandanturen abgezogen. Nur geringe Truppen blieben zurück. In Harmannsdorf war seit Anfang Juni niemand mehr. Auf dem Gutshof Wiesent blieben 2 Russen, um die Ernte für die Russen einzubringen, die sie ja auch angebaut hatten! Doch auch diese zogen nach der Ernte ab.

Die Ernte war durchschnittlich, nur die Erdäpfel waren überaus gut gediehen.

Schuljahr 1946/47

Mit neuen Hoffnungen und frischem Mut begannen wir am 2. September 1946 das neue Schuljahr.

Schülerstand und Aufteilung der Schulkinder auf die einzelnen Schuljahre und Abteilungen.

Schuljahr Knaben Mädchen Abteilung
1. 3 3 1.
2. 5 5 2.
3. 2 2
4. 4 1 3.
5. - 2
6. 2 2 4.
7. 4 5
8. 3 3
  23 23  

Doch nur zu bald zeigte sich durch Mangel an Schulheften und Lernbüchern wieder ein erschwertes Arbeiten in der Schule und dazu hatten die Schüler über die ganzen Sommerferien viel - sehr viel vergessen.

In der Schulwoche vom 30.9. bis 6.10.1946 feierten wir den 950jährigen Bestand des Vaterlandes. Diese Feier gab reichen Stoff für alle Unterrichtsfächer. Alle aber bewegt nur der eine Wunsch: Österreich möchte wieder so frei und glücklich werden, wie es in der Zeit vor 1938 war.

Vom 23.12.1946 bis 6.1.1947 dauerten die Weihnachtsferien. Der Winter war in voller Strenge eingezogen. Eisiger Wind sauste ums Haus und es war sehr kalt. Nun wurden für die Zeit vom 10.1. bis 19.1.1947 vom Bezirksschulrate Kohlenferien angeordnet um den Mangel an Brennmaterial zu begegnen. Diese Ferien mußten später eingebracht werden.

Im Februar aber setzte Schneewehen ein, wie es niemals, soweit die ältesten Dorfbewohner sich erinnern können, hier war. Man konnte ohne Anstoßen über die Zäune mit den Bretteln fahren. Die Hasen fraßen die Kronen der Apfelbäume von der Rinde kahl. Und der Schulbesuch war elend. Dadurch blieben die Kinder weit zurück und häusliche Mithilfe im Lernen kam nur in einzelnen Familien vor.

Am 28. Mai 1947 unternahmen wir einen Schulausflug auf dem Lastauto der Firma Koch in Eggenburg. Es war ein schöner Tag. Ziel und Zweck des Ausfluges war: Erkenntnis der engeren Heimat. Die Fahrt ging über Maria Im Gebirge bei Sallapulka (die Kirche wurde besucht) nach Geras. Dort besuchten wir das Stift und hatten einen jungen Pater als Führer. Dieser gestattete den Kindern auch auf dem Fischteich hinter dem Stifte Boot zu fahren. Zum Glück waren unter uns außer dem Oberlehrer noch 3 Leute die ein Ruder handhaben konnten. So konnten beide Boote benützt werden. Von den 52 Teilnehmern am Ausflug waren doch erst 5 schon mit einem Ruderboot gefahren. Es war ein frohes Erleben. Von Geras führte die Reise nach Drosendorf - das Bild einer alten befestigten Stadt. Auch zur Hammerschmiede gingen wir und die Kinder bekamen einen richtigen Begriff einer Hammerschmiede. Von Drosendorf fuhren wir nach Raabs und besichtigten die Burg (Schloß). Es war fast für alle Schüler das erste Schloß, dessen Räume sie durchschritten. Auf der Rückreise besuchten wir noch die Ruine Kollmitz. An Ort und Stelle erzählte der Oberlehrer ein paar Sagen über die Ruine. Froh leuchteten die Augen der Kinder. Um 8 Uhr kamen wir heim. Der Ausflug kostete pro Person (Fahrpreis samt Eintritte) 10 S. Ein geringer Betrag bei dem Vielen, das wir sahen.

Am 12. Juni 1947 war seit 10 Jahren wieder die Religionsprüfung in der Kirche in Reinprechtspölla. Die Schüler entsprachen recht gut, wenn man auch die Spuren der Vergangenheit noch bei einzelnen Antworten merkte.

Am 3. Juli 1947 unternahm der Oberlehrer noch einen zweiten Schulausflug mit derselben Transportfirma. Diesmal fuhren wir über Schwarzenau nach Zwettl. Dort besichtigten wir die Stiftskirche, den Stammbaum der Kuenringer, das Museum und die Bibliothek. Danach war die Besichtigung der Stadt Zwettl und nun ging die Fahrt über Grafenschlag, Ottenschlag, Ober-Rana, Mühldorf nach Spitz. In St.Michael blieben wir stehen und besichtigten die alte Wehrkirche und den Karner. Die nächste Station machten wir in Dürnstein. Wir stiegen zur Ruine hinauf, besichtigten das berühmte Stift und ließen uns auf der Rollfähre über die Donau und zurück führen. Und dann führte der Rückweg über Krems - Langenlois nach Hause.

Am 5. Juli war die feierliche Schlußmesse des Schuljahres und danach die Zeugnisverteilung in der Schule. Die Schülerzahl war im Laufe des Schuljahres auf 52 gestiegen. Am Ende des Schuljahres verließen drei Schülerinnen nach beendeter Schulpflicht die Schule: Steininger Anna, Buchmüller Leopoldine und Pfaller Hermine. Von den verbleibenden Schülern erreichten 7 das Lehrziel nicht. Davon war einer ständig krank, drei (neu zugesiedelte Kinder) konnten wegen der vielen Versäumnisse nicht abgeschlossen werden und weitere drei waren nicht reif. Es waren die Noten wieder dem Maßstabe der Vorkriegszeit angepaßt. Das Lehrziel wurde nur in den Hauptfächern erreicht. In den Nebenfächern konnte es wegen der vielen Hindernisse nicht erreicht werden. Auch im Lesen ging es recht knapp, denn die Schülerzeitschriften können eben ein Lesebuch nicht ersetzen.

Der Durchschnitt der Schulversäumnisse betrug 3.797 % im Monat.

*Erwin Sauer, Obl.*

1947-1948

Heuer wurde der Schuljahresbeginn fast um einen Monat verschoben. Die zahlreichen Erkrankungen an Kinderlähmung bewogen den Landesschulrat für N.Ö. den Schulbeginn auf den 29. September zu verlegen. An diesem Tage wurde nach dem feierlichen Gottesdienst der Unterricht aufgenommen.

Die Schüler ware alle frohen Mutes und verteilten sich auf die einzelnen Schulstufen und Abteilungen wie folgt:

Abt. Stufe Knaben Mädchen
1. 1. 4 7
2. 2. 3 2
3. 7 5
3. 4. 2 4
5. 5 -
4. 6. - 2
7. 4 2
8. 2 5
  27 27

Der Winter des Schuljahres war als mild zu bezeichnen. Wohl war er feucht und quatschig, aber er war doch nicht kalt. Es konnte daher mit dem vorhandenen Heizmaterial das Auslangen gefunden werden.

Bös wirkte sich aber dann die Mums aus. Es war durch zwei bis drei Tage die Straße verweht, so fiel das Fernbleiben mehrerer Schulkinder nicht sonderlich auf. So konnte sich die Krankheit schnell verbreiten und vom 19.2. an bis Mitte März gab es viele Versäumnisse. Es gab Wochen mit mehr als 100 versäumten Schultagen. Daher blieb die Klasse im Stoffe zurück und es war sehr schwer dies einzubringen.

Ende November 47 kamen die neuen Schulbänke - 25 Zweisitzer - an. Wohl waren sie nicht ganz so, wie wir sie bestellten, aber gegen die alten wackeligen Bänke kam es uns als herrlich vor.

Bei 8000 S kosteten sie. Nun sollten wir nur noch die Möbelstücke der gewesenen NSDAP bekommen, um die sich die Schulleitung und der O.S.R. seit Monaten bemühen. Hoffentlich bekommen wir sie zugewiesen!

Am 27.4.1949 machte die Obergruppe einen Ausflug bei herrlichem Frühlingswetter zur Rosenburg. Die Besichtigung der Burg und ihrer Sammlungen erweckte tiefen Eindruck auf die Kinder. Sodann besuchten wir die Ruinen Kamegg und Thunau. Auch der alten Gertrudskirche in Thunau statteten wir einen Besuch ab und bewunderten die alten Malereien aus dem 14. Jhd. und die schönen Grabsteine. Die größte Freude aber machte es den Kindern, daß sie auf dem Kamp Bootfahren durften. Da waren sie fast nicht weiter zu bringen. Es war halt so schön! Um 7 Uhr abends langten alle fröhlich und wohlgemut daheim an.

Der Mai schenkte uns ein trockenes, heißes Sommerwetter. Leider entwickelte sich daher das Ungeziefer recht gut. Die "gestupften" Rüben (Samenanbau direkt auf das Feld) kamen fast nicht zum Vorschein, da der Rübenrüsselkäfer sie stark schädigte. In Buttendorf wurde sogar ein Exemplar des Kartoffelkäfers gefunden. Hoffentlich breitet sich dieser, die Erdäpfelernte im befallenen Gebiete vernichtende Käfer, bei uns nicht weiter aus. Außerdem war heuer ein Maikäferjahr. Weit über 100 kg wurden nur in den Gärten gesammelt. Ein Kilo Maikäfer sind aber 950 - 1000 Stück! Die Folge der Maikäfer und ihres Auftretens ist ein schlechter Fruchtansatz der Obstbäume, auf den Zwetschken und Ringlotten ist heuer gar keine Frucht zu sehen. Im Juni änderte sich das heiße Sommerwetter. Es wurde kühler und Gewitter leiteten eine mehrwöchentliche nasse Zeit mit viel Regen ein. Bestimmt kein richtiges Heuwetter!!

Am 3. Juli wurde das Schuljahr mit einem feierlichen Dankgottesdienst geschlossen. Das Lehrziel war durch Anhängen von Unterrichtsstunden in den Hauptfächern erreicht worden. Nur in Erdkunde und Geschichte konnte es nicht völlig erreicht werden. Die Schüler besonders der obersten zwei Schulstufen und die 2te und 3te Schulstufe wiesen gute Erfolge auf. Am meisten macht sich die Ära der verflossenen Jahre noch im 4. Schuljahr bemerkbar. Ein schlechter Unterbau ist eben viel schwerer auszubessern, als ein ganz neuer auszuführen! Heuer verließen folgende Schüler die Schule und traten hinaus ins Leben:

Widhalm Maria aus Sachsendorf (8. Schj), Schmidt Brigitta aus Sachsendorf (8. Schj), Pennerstorfer Gertrude (8. Schj) aus Sachsendorf, Müller Henriette (8. Schj) und Weißkopf Fritz (7. Schj), sowie Schmöger Franz (7. Schj), alle drei aus Buttendorf; Hofbauer Hermine (8. Schj) aus Sachsendorf; Ponholzer Rudolf (8. Schj) und Zinner Leopold (8. Schj), beide aus Amelsdorf. Insgesamt sind das 9 Schulkinder die heuer die Schule verlassen.

Das Leben beginnt nun schon wieder sein "friedlicheres" Antlitz zu zeigen. Von den Besatzungstruppen war dieses Jahr fast nichts im Orte zu spüren. Auch die Hamsterei nahm stark ab und damit sanken die Preise im Schleichhandel. So kostet auf dem schwarzen Markt:

1 Ei 1 S - 1.50 S, 1 l Milch 1 - 1.50 S, 1 kg Mehl 8 - 12 S, 1 kg Schmalz 60 S. Die offiziellen Preise blieben gleich.

Heuer wurde das Schuldach einmal ganz ausgebessert. 4 Dachdecker arbeiteten 3 1/2 Tage lang. Ein Arbeiter bekam für einen Tag 56 S und die ganze Kost. Die Dachdecker richteten auch fast alle Dächer im Orte her, da die Bauern die Gelegenheit nützten sie gleich auch für sich aufzunehmen. Nun sieht der ganze Ort recht nett her. Das alte baufällige Gemeindehaus in Sachsendorf wurde abgebrochen und nun wird beraten, ob nicht auch unsere Kapelle eine Großreparatur bekommen könnte. Hoffentlich kommt es dazu, da wäre der ganze Ort seit Jahren einmal in Ordnung. Bürgermeister Heinrich Pennerstorfer ist eben ein rühriger Mann, der für Schule und Ort in jeder Weise sorgt und auch einen raschen Unternehmungsgeist zeigt.

*Eingesehen am 22. April 1949 - Parak*

1948-49

Das Schuljahr 1948-49 begann am 6. September 1948. Zu dieser Zeit hatte die 1. Klasse 51 Schulkinder. Diese verteilten sich auf die Abteilungen und Schulstufen, wie folgt:

Abt. Stufe Knaben Mädchen Schulkinder
1. 1. 3 5 8
2. 2. 4 4 8
3. 5 2 7
3. 4. 7 5 12
5. 2 5 7
4. 6. 2 - 2
7. - 3 3
8. 2 2 4
  25 26 51

Der Winter war mild und trocken. Dafür gab es im Mai feuchtes kühles Wetter. Durch die günstige Witterung war auch die Ernte gut, besonders Hafer und Korn war sehr schön. Die Kartoffel dagegen leiden heuer unter den Engerlingen. Obst zeigt sich reichlich an den Bäumen.

Leider waren im Jänner und im März viele Erkrankungen an Grippe. Es fehlten oft so viele Kinder, daß an ein Weiterschreiten im Lehrstoffe nicht gedacht werden konnte. So waren im Monate Jänner 33.971 % Versäumnisse. Durch diese Krankheitserscheinungen wurden auch die Durchschnittsversäumnisse stark beeinträchtigt und kamen auf einen Monatsdurchschnitt von 6.840 %.

Im April führten die Schulkinder wieder einen frohen Schulnachmittag durch. Die kleinen Künstler gaben sich rechte Mühe und boten ihr bestes Können auf um Eltern und Geschwister zu erfreuen. Was liegt nicht alles an Mühe und Plage daran, bis alles klappt! Reich war auch der Beifall der Gäste. Das Programm beinhaltete:

  1. Waldviertler Lied von den größeren Kindern vorgetragen,
  2. Die wandelde Glocke vorgetragen von Sprinzl Erna (3. Schj),
  3. Das Büblein auf dem Eis vorgetragen von Leprich Hans (2. Schj),
  4. Christinchen saß im Garten vorgetragen von der Mittelstufe,
  5. Der Herr und sein Knecht vorgetragen von Toni Widhalm und Frieda Pennerstorfer (7. u. 8. Schj),
  6. Schneewittchen nach dem Schweizer Lied von der Mittelstufe gesungen und gespielt,
  7. Das Vaterhaus vorgetragen von Frieda Tröstl (5. Schj),
  8. Gemütliche Winterabende vorgetragen von Fredi Gschwendtner (3. Schj),
  9. Versuchung vorgetragen von Loidold Martha (3. Schj),
  10. Der Faule nach dem Gedicht als Einakter behandelt und von den größeren Schülern gespielt.
  11. Rotkäppchen, ein Spiel in 3 Akten gespielt von den größeren Schülern.

Der Obl. schrieb selbst die Rollen für die Kinder unter Berücksichtigung von Raum und Spielern.

Die Eltern waren von den Leistungen erfreut und spendeten reichen Beifall.

Am 22.4.1949 inspizierte Herr Bezirksschulinspektor Dr. Fr. Barak unsere Schule. Er kam zu einer Rechenstunde. Es wurde eben das Rechnen mit gem. Brüchen genommen. Die Schüler arbeiteten fleißig mit und bis auf einige kleinere Fehler (Rechenfehler und ein paar Schmierer) ging alles gut ab. Es waren bei dieser Stunde absichtlich alle Schüler aufgerufen worden, um ein vollständiges Bild der Klasse zu geben. Herr Bezirksschulinspektor fand die Leistungen der Klasse für gut und ermunterte die Kinder mit liebevollen, väterlichen Worten weiterhin fleißig zu lernen und zu arbeiten.

Heuer machten die größeren Kinder eine Radpartie, unter Führung des Oberlehrers nach 3 Eichen (Besuch der Kirche und der Graslhöhle), Horn (Besuch des Höbarthmuseums), und Altenburg (Besichtigung des Stiftes). Auf der Heimfahrt besichtigten wir auch die Rosenburg. Ein herrlicher schöner Tag bei prachtvollem Wetter begünstigte das Unternehmen. Und doch hätte es dabei bald ein Unglück gegeben. Der jüngste Mitfahrer Höbarth Anton (4. Schj) wäre bald zu Schaden gekommen. Trotz der Kontrolle durch den Oberlehrer, der alle Bremsen der Räder überprüfte, versagete auf der steilen Serpentine von 3 Eichen herab der Rücktritt des Anton auf der halben Bergstrecke. Der Knabe konnte gerade noch um die 1. Biegung sausen und fuhr an einen Pfosten des Geländers an, flog über die Lenkstange und das Geländer und - als wir zu ihm kamen - saß er heulend im Straßgraben. Groß war aller Freude, als wir bei der genauen Besichtigung des Schadens feststellten, daß unserem Toni kein Haar gekrümmt worden war. Nur die Gabel des Vorderrades war gebrochen. Ein Fuhrwerker aber nahm das Rad mit bis Horn und während wir das Höbarth Museum besichtigten, war der Schaden behoben. Die Fahrt konnte ruhig fortgesetzt werden. Wohl wird dieser Ausflug ein bleibendes Erlebnis der Schuljugend sein!

Am 2.7.1949 war Schulschluß. Die Klasse zählte nur mehr 46 Schulkinder an diesem Tage. Von diesen hatten 4 Schulkidner das Lehrziel nicht erreicht. Aus der Schulpflicht wurden entlassen: Schindl Hermine (5. Schj), Hofbauer Ernst (6. Schj), Loidolt Elisabeth (7. Schj), Buchmiller Hermann (8. Schj), Nicham Wilhelm (8. Schj), Pennerstorfer Elfriede (8. Schj) und Pfaller Henriette (8. Schj).

*Sachsendorf, August 1949 - Erwin Sauer, Obl*

Schuljahr 1949-50

Am 4. September 1949 wurden in unserem Pfarrort die neuen Kirchenglocken vom Prälaten des Schottenstiftes geweiht. Reinprechtspölla war festlich geschmückt und die gesamte Bevölkerung der Pfarre versammelt. Die Schulkinder eröffneten den feierlichen Zug zur Abholung der Glocke und deren Patinen unter Führung des Obl. Sauer aus Sachsendorf. Im Pfarrgarten war dann die Feldmesse und die Weihe der Glocken. Wenn das ganze Fest auch in Reinprechtspölla stattfand, so war es doch auch für uns ein Fest, da ja zwei Orte unserer Schulgemeinde zur Pfarrgemeinde Reinprechtspölla gehören. Es sind dies die Orte Sachsendorf und Buttendorf. Amelsdorf hingegen gehört zur Pfarre Burgschleinitz und Reikersdorf zur Pfarre Eggendorf am Walde.

Am 5. September 1949 begann mit einem feierlichen Gottesdienste das Schuljahr 1949-50. Von den neu eingetretenen Schulkindern wurden vom B.S.R. zwei auf die Dauer eines Jahres beurlaubt. Es sind dies die Schüler Hermann Schmöger aus Buttendorf und die Schülerin Brantner Irmtraud aus Amelsdorf.

Die Schulkinder verteilen sich auf die einzelnen Stufen und Abteilungen wie folgt:

Abteilung Stufe Knaben Mädchen zusammen
1. 1. 3 3 6
2. 2. 4 6 10
3. 2 2 4
3. 4. 4 3 7
5. 6 3 9
4. 6. 1 2 3
7. 1 0 1
8. 0 2 2

Am 9. Oktober 1949 war die Wahl für die Nationalrats- und Landtagsabgeordneten. Als Wahllokal war die Schule vorgesehen. Bürgermeister H. Pennerstorfer war Vorsitzender der Wahlkommision. Der Obl. war als Wahlbeisitzender, er stellte auch die Ergebnisse der Wahl zusammen - im Beisein der übrigen Wahlkommision. Nicht uninteressant war das Wahlergebnis. Der Vollständigkeit halber werden auch die Wahlergebnisse der eingeschulten Orte beigeschlossen:

 
 
abgegebene
Stimmen
Österr.
Volkspartei
sozialistische
Partei
Sachsendorf 54 41 13
Buttendorf 47 43 4
Amelsdorf 48 42 6
Reikersdorf 32 30 2

Im Oktober wurde ein neuer Schulbrunnen aufgestellt von der Firma Treiber aus Maissau. Hoffentlich hält er recht lange, so daß die fast jährlichen Reparaturen wegfallen.

Über eigenes Ansuchen wurde Obl. Erwin Sauer nach Haringsee versetzt und der dortige Obl. Rudolf Reusser übernahm am 19.12.1949 die Leitung der Schule Sachsendorf. Die Schulkinder bereiteten Obl. Sauer einen rührenden Abschied am 17.12. in der Schule. Die früheren Schüler aus Sachsendorf überraschten ihn mit einer Abschiedsfeier am gleichen Tage abends. Der Ortsschulrat aber und die Elternschaft fanden sich am 18.12. um 14 Uhr in der Schule ein und dankten ihm für sein langjähriges Wirken an der Schule. Er war ja doch 16 Jahre in Sachsendorf gewesen.

Auch der Bezirksschulrat hatte im Versetzungsdekrete ihm den Dank für sein langjähriges Wirken im Bezirke ausgesprochen. Nur die Sorge um die Studiumsmöglichkeit seiner Kinder hatte Obl. Sauer bewogen von Sachsendorf wegzugehen.

Am 19.12.1950 [neue Handschrift und offensichtlich ist der 19.12.1949 gemeint] übernahm Obl. Reuser die Schulleitung. Noch am selben Tage ließ die Gemeinde die notwendigsten Reparaturen in der Dienstwohnung machen. Jahrelang war daselbst nichts hergerichtet worden. Am 16.1.1950 besuchte der Schulinspektor Dr. Parak die Schule u. überprüfte die Kinder. Es wurde dann beschlossen, da die Schüler der 2. Schulstufe überhaupt nicht lesen können, die 4 Kinder der 1. Schulstufe die Buchstaben nicht beherrschen, mit beiden Klassen nochmals in der Fibel zu beginnen. Die Gemeinde wird dazu 8 Stück Fibeln ankaufen.

Der Winter war sehr milde und gab es im Februar u. März wundervolle und warme Tage. Am 28. und 29. März 1950 ließ die Gemeinde die Küche der Leiterwohnung malen.

Am 7. Mai 1950 war Gemeinderatswahl. Ergebnis:

Wahlberechtigt: 51
abgegebene Stimmen: 50
ungültige Stimme: 1
gültige Stimmen: 49

Es erhielten die Volkspartei 33 und die Sozialdemokraten 16 Stimmen. Mandatsverteilung: Volksp: 8, Sozialisten 3.

Am 28. Mai 1950 war die Wahl des Bürgermeisters. Es wurde mit 7 von 11 Stimmen Herr Pennerstorfer Heinrich gewählt. Vizebürgermeister wurde Pfaller Anton, Geschäftsführender Schredl Rudolf.

Dem Gemeinderat gehören an:

Pennerstorfer Heinrich, Ö.V.P.
Pfaller Anton, Ö.V.P.
Ehrenberger Franz, Ö.V.P.
Schredl Rudolf, Ö.V.P.
Pfaller Josef, Ö.V.P.
Haberson Johann, Ö.V.P.
Widhalm Adolf, Ö.V.P.
Höbarth Anton, Ö.V.P.
Kern Johann, S.P.Ö
Bruckner Josef, S.P.Ö
Arndorfer Franz, S.P.Ö

Für die Landwirtschaft ist die jetzt schon lange anhaltende Trockenheit ein großer Nachteil. Die Frucht wird notfreif. Am Peter und Paulstag waren bereits einige Getreidefelder abgemäht und am 15. Juli war alles geerntet. Leider trat während der Ernte ein starker Wetterumschlag ein, der das Einbringen der Frucht verzögerte. In der Umgebung gab es viele Unwetter.

Freitag, den 26.8. ging über die ganze Gegend ein sehr schweres Gewitter nieder. Von 1/2 8 - 10 h dauerte das Blitzen u. Rollen des Donners ununterbrochen. Am Anfang war eine Minutenlange Windhose die im Schulgarten einen Zwetschkenbaum vollständig zerriß. Die auf den Lindenbäumen nächtigenden Spatzen wurden durch die Gewalt des Sturmes zu Boden geschleudert u. alle getötet. Die Schuljugend sammelte am Samstag 86 tote Sperlinge ein. In der Umgebung gab es überall starke Brände durch Blitzschlag. 2 Tage später konnte man vom Schulgarten aus die Brandröte des Erdgasbrandes in Malacka-Slowakei sehen. Am östlichen Himmel vermutete man zuerst einen Großbrand in der Gegend.

*[Unterschrift (unleserlich)] - ab 1.1.1950*

Schuljahr 1950/51

Am 4. Sept. 1950 begann das neue Schuljahr. Am Montag, dem 4.9. war ein gemeinsamer Kirchengang nach Reinprechtspölla u. am Dienstag regelrechter Unterrichtsbeginn. Die Schulgemeinden ließen in der Ferien die Tafeln streichen, sämtliche Fensterroller - auch in der Leiterwohnung - machen. Alle zerbrochenen Fensterscheiben wurden eingeschnitten u. alle Fenster des Schulhauses verkittet. Für die Klasse kam ein neuer Setzkasten u. Reißschiene. Der Leiter der Schule entfernte alle kleinen Kasteln, ebenso den großen Kasten u. stellte dafür den am Boden liegenden Bürokasten, der allerdings noch Kriegsspuren zeigte in die Klasse. Dadurch entstand mehr Platz u. die Hefte u. Bücher können übersichtlicher gelegt werden.

Eine kleine Tafel, die an einer Seitenwand der Klasse hing, befestigte der Leiter an der Vorderwand. An der Schule wirken außer dem Oberlehrer Rud. Reuser die Handarbl. Dienstl Maria u. der Pfarrer Josef Roithammer. Die Schülerzahl am 5.9.1950 ist folgende:

Schlj. Abtg. Knaben Mädchen Kinder
1. I. 5 3 8
2. II. 5 5 10
3. II. 2 2 4
4. III. 2 1 3
5. III. 3 3 6
6. IV. 6 3 9
7. IV. 2 1 3
  25 18 43

Es sieht ganz so aus, als wenn ein zeitiger Winter käme. Der ganze Herbst war stark verregnet. Die Weinlese begann schon am 16.9. also um 1 Monat früher. Am 20. Oktober hatte es nun schon 3 ° Kälte und vom 25. auf 26. Oktober arbeitete es 30 cm Schnee heraus, am 27.10. hatte es bereits 5 ° Kälte. Was man vorausgesagt hatte, trat ein. Am 22.10. schoß Pfaller Heinrich aus Buttendorf in unserem Revier einen ganz prächtigen Fuchs. Da viele Bäume noch das Laub tragen, hat sich der Schnee festgelegt, taute über den Tag u. fror in der Nacht zusammen. Dadurch entstand große Last für die Äste u. es entstand viel Schneebruch. Im Wald liegen überall die abgebrochenen Wipfeln u. Äste - viele Obstbäume mußten daran glauben. Es entstand großer Schaden. Viele Bauern haben die Kartoffeln u. Futterrüben unterm Schnee. Die Jagdgesellschaft hielt am Samstag, den 25.11.1950 ihre Hauptjagd ab. Der Tag war total verregnet u. war daher das Resultat recht mager - 32 Hasen. Abends war im Gasthaus Arndorfer ein kleiner Hasenschmaus, der recht lustig verlief. Der ganze Dezember war recht mild. Die Weihnachtsfeiertage - hl. Abend fiel auf einem Sonntag - war Tauwetter mit dickem Nebel (Quatschwetter). Am 2. Feiertag wurde nach vielen Jahren wieder eine Krippenandacht in der Kapelle abgehalten. Der Pfarrer Josef Roithammer hat die Kapelle recht schön herrichten lassen u. ist der kleine Altar sehr nett ausgefallen. Die Schulkinder sangen Weihnachtslieder u. gestalteten die Andacht recht nett. Am Sonntag, den 21.1.1951 hielt die Gemeinde im Schulhaus die Schulabrechnung für 1950. Im vergangenen Schuljahr hat die Gemeinde die Schule gut unterstützt. Es wurden angeschafft: Neue Fensterroller für die Klasse und Leiterwohnung, die Klassentafeln wurden gestrichen u. liniert, ein neuer Setzkasten gekauft, der Gartenzaun teilweise repariert, der Ofen gerichtet, neue Reißschiene, und einige Bücher gekauft. Ausgegeben wurde: ?

Der Jänner war nicht sehr kalt und fast kein Schnee. Der ganze Februar war recht mild - kein Schnee. Der März war verhältnismäßig kalt, besonders das Ende des Monates. Anfangs April war es sehr kalt u. brachte Kältegrade. Der erste schöne Tag war am 6.4.51. Der ganze April war trocken und sehr kalt. Am 21. April war das erste Gewitter.

Am Dienstag, den 24. April 1951 starb Herr Johann Kern, Wasenmeister ganz plötzlich. Am Nachmittag war er in der Schule telephonieren, ging dann zu Pennerstorfer um Zigaretten u. nachher ins Gasthaus Arndorfer. Dort kaufte er sich ein Stamperl Schnaps, legte sich auf den Tisch um zu schlafen. Er schnarchte bald. Niemand kümmerte sich um ihn, alle Bewohner waren im Hof. Als man später Nachschau hielt war Kern tot.

Die ersten Maitage sind kalt und naß. In Horn u. Stockern hagelte es am 2.5. derart, daß der Hagel 3/4 m hoch lag - alles vernichtet.

Bei der Wahl zum Bundespräsidenten waren 56 Wahlberechtigte. Davon entfielen auf: Gleißner 49, Körner 4, Breitner 2 Stimmen, eine Stimme war ungültig. Frau Seidl Elisabeth ging nicht wählen (Es war Wahlzwang). Am 27. Mai 1951 war die Stichwahl des Bundespräsidenten. Es wurden 55 Stimmen abgegeben u. zw: 1 ungültig, 2 leer, 44 Gleisner, 8 Körner. Beide Wahlen verliefen vollständig ruhig.

Am 1. Juni 1951 fand eine Volkszählung statt. Das Gemeindeergebnis lautete: Gesamtzahl der bewohnten Häuser 19, anwesende Personen 73, abwesende Personen 3. Schmöger Karl war mit seiner Frau u. dem Kinde in Deutschland.

Der Mai war kühl und naß, der Juni bis zum 6.d. vollkommen verregnet.

Am 28. Juni war Schulschluß. Es traten Schmöger Friedericke und Tilek Josef aus. Am 29. Juni 1951 hielt Herr Pfarrer Josef Roithammer aus Reinprechtspölla nach 500 Jahren die erste hl. Messe in der Kapelle Sachsendorf. Diese Messe wurde um 8 h abends gelesen und gilt zugleich als Schlußmesse für die Schulkinder. Oberlehrer Rud. Reuser nahm mit der gesamten Schuljugend daran teil und sangen die Kinder die Schubertmesse. Künftig sollen die Schulmessen in der Kapelle abgehalten werden.

Herr Kern Joh. jun. hat am 26.6.1951 das von seinem Vater geerbte Haus an Weier Prokop verkauft. Die Wasenmeisterei fand damit ihr Ende. Schredl Rudolf u. Brychta Marie erbauten im Juli je eine neue Scheune. Am 9.VII. schlug ein Blitz in einen Nußbaum im Garten des Bruckners ein. Da die Obstblüte in eine Regen- und Nebelzeit fiel, ist heuer in ganz Sachsendorf keinerlei Obst. Der Sommer war nicht sehr schön.

*[Unterschrift (unleserlich)]*

Schuljahr 1951/52

Am Montag den 3.9.51 begann das neue Schuljahr. Da an diesem Tage in Reinprechtspölla die Schulmesse abgehalten wurde, fand unsere Anfangsmesse erst am Mittwoch, den 5.9.51 statt. Im künftigen Schuljahr werden an den Samstagen laufend in der hiesiegen Kapelle Schulmessen abgehalten werden. Es traten ins neue Schuljahr 2 Schüler ein u. zw: Schredl Anna, Leeb Heinrich. Die Schülerzahl lautet:

Schuljahr Knaben Mädchen Kinder
1. 1 2 3
2. 4 5 9
3. 5 2 7
4. 2 2 4
5. 2 1 3
6. 3 3 6
7. 6 2 8
8. 1 1 2
  24 18 42

Am 30.8.1951 starb Frau Pfaller Theresia, No 8 im 89. Lebensjahr. Das Leichenbegräbnis fiel auf den Sonntag der hier als Kirchweih gefeiert wurde.

Am 8. Oktober sank das Thermometer auf -2°. Es war kalt. Der Herbst läßt sich trocken u. gut an, bringt aber schon Kälte mit.

Zum Schulanfang ließen die Schulgemeinden die elektrische Leitung in der Dienstwohnung unter Verputz legen, die ganze Wohnung ausmalen u. im Kabinett das Ofenloch für Heizung schlagen. Bis heute konnte das Kabinett nicht geheizt werden, da man der Meinung war, es wäre kein Kamin gesetzt worden. Der Oberlehrer untersuchte die Mauern u. fand, daß der Kamin bis zur Zimmerdecke wohl da sei, aber am Boden kein Kamin aufgesetzt wurde. Es wird nun ein Rauchfang bis übers Dach gebaut und so kann nun auch das Kabinett geheizt werden. Weiters ließ die Gemeinde einen neuen Holzschupfen aufbauen.

Das Herbst[wetter]. hat ziemlich streng begonnen. Seit 6.10.51 herrscht Nachtfrost bis zu 5° Kälte. Tagsüber ist es heiter aber stürmisch. Der Frost dauerte 10 Tage und dann kam eine sehr schöne und trockene Zeit. Der November begann mit sehr schönen Tagen. Mitte des Monates war es sehr angenehm, ja sogar recht warm. Am 20. Okt. hielt der Ortspfarrer Hochw. Josef Roithammer erstmalig die Schülerkommunion in der Kapelle daselbst ab - seit 500 Jahren wieder.

Am Sonntag, den 18.11.51 um 16 Uhr 15 erfolgte ein Motorradzusammenstoß an der Kreuzung vor der Schule. Herr Josef Berger aus Reikersdorf kam über den Berg herab zur Schule u. der Schmiedemeister Kletterer aus Maissau durch das Dorf gegen Amelsdorf. An der Kreuzug fuhr nun Berger in das Rad Kletterers, der vom Motorrad geschleudert wurde. Er erlitt Rippenbrüche und eine Verletzung am Hinterkopf.

Das Wetter ist schön u. hat es meist 10 - 12° Wärme. Heute 3.12.51 ist prachtvolles Wetter, man kann ruhig ohne Mantel gehen. Am 1.12.1951 heizte der Oberlehrer erstmalig das Kabinett der Leiterwohnung. Bis jetzt konnte kein Ofen aufgestellt werden, da über der Decke kein Kamin war. Leider reicht der Schlauch des Kamins nicht bis zum Gangfußboden, sondern endet in der Hälfte der Mauer. Es wurde der Kamin-Schlauch nicht verlängert, so daß dies dann gemacht werden muß, wenn der Gang frisch geputzt wird.

Am 11. Dezember 1951 stellte sich plötzlich der Winter ein und es fiel der erste Schnee. Der Oberlehrer stellte nun in der Klasse den Ofen um, so daß er nun in der Mitte der Klasse steht. Auch Ofenröhren wurden dazugekauft. Die beiden Lüftungsöffnungen in der Klasse wurden zugemauert, damit es nicht so zugig ist. Durch die Öffnungen entwich ein großer Teil der Wärme. Seit den Neueinführungen ist es in dem Raum bedeutend wärmer. Durch Schmalfilmvorführungen für die Erwachsenen wurden bereits 150,- S eingenommen u. für die Schule Klassenlesestoffe gekauft.

Der Schnee ging bald weg und es wurde wieder mild und schön. Um den 20. ganz leichter Frost. Am 13. Dezember stellte der Oberlehrer den Ofen in der Klasse um. Es wurde ein Ofenrohr gekauft u. der Ofen an der Wand zur Klassenmitte gerückt. Da nun auch die beiden Entlüftungslöcher vermauert wurden, ist es in der Klasse bedeutend wärmer. Der Raum konnte bei starkem Wind fast nicht erwärmt werden. Es zog fürchterlich. Die Entlüftungslöcher sind an der Längswand im Winkel ober und unter dem Kaminloch (Ofenloch).

Die Weihnachten 1951 standen im Zeichen von Rauhreif u. Glatteis bei 3 - 4° Kälte. Am 2. Feiertag brach das Wetter u. es folgte Regen. Am selben Tag entfiel das elektr. Licht, da durch den Reif die Leitungsdrähte gerissen waren. Bis Ende des Jahres folgte dicker Nebel u. mildes Wetter. Am 8.1.1952 hat es 2° Wärme und das Wetter ist schön. Es liegt kein Schnee. Bis jetzt fiel kein nennenswerter Schnee. Der Schulleiter errichtete in den Weihnachtsferien im Schulgang eine elektr. Lampe, da bis jetzt der Gang nicht beleuchtet werden konnte. Am 20.1.1952 fiel nun der erste Schnee. Es kam starker Wind auf u. arbeitete 20 cm feinen Schnee heraus. Der Schulboden war vollständig mit Schnee angeweht, da das ganze Dach schon dringend überholt gehört. Im Lauf der Woche sank das Thermometer u. am Dienstag, den 29.I. hatte es am Morgen 14° Kälte. Unsere Straße ist befahrbar.

*Eingesehen am 13. Februar 1952 - Dr. Franz Parak B.S.I.*

Der Winter hat nun mit voller Macht eingesetzt. Anfangs Februar liegt schon eine hohe Schneedecke. 15. u. 16.2. sind die Straßen vollständig verweht, Kinder kommen nicht zur Schule. Am 21.2. beginnt es zu tauen u. schnell verschwindet der Schnee. Am 13.2. war unter dem Vorsitz des B.S.I. Dr. Parak eine Besprechnung der Bürgermeister wegen der Aufteilung des Schulaufwandes. Bgm. Steininger will einen anderen Aufteilungsschlüssel.

Am 1. März waren die ersten Stare hier. Am 7.3.52 hat es wieder 7° Kälte, am 8.3.52 sogar -12°, am 14.3. Schnee und 10° Kälte, 20. - 25.3. schön, am 27.3. Schnee und 5° Kälte, am 28.3. Sturm u. 5° Kälte, 29.3.52 starker Rauhreif - 3° Kälte, Sonntag, den 30.3. in der Früh 3° Kälte - starker Rauhreif, mittags Sonne 5° Wärme, nachmittags Regen, 31.3. - erster Frühlingstag 15° Wärme, 1.4.52 sehr kühl, 2.4.52 in der Nacht 3° Kälte, Sturm u. Schnee. Während des Tages schneit es. 3. u. 4.4.52 in der Nacht 3° Kälte, tagsüber +2°. 5.4. in der Nacht -2°, tagsüber sehr schön und warm. Palmsonntag, 6.4. kühl u. schön. Die Karwoche war sehr schön u. es gab sommerliche Tage bis zu 20° Wärme. Ostersonntag, 13., 14.4. war es sehr schön und warm. Am 17.4. beginnen die Kirschen mit der Blüte. am 18.4. zieht das erste Gewitter vorbei. Es ist laufend prachtvoll, die Blätter kommen schon, die Bäume blühen teilweise. Am 24.4. ein Regentag dann laufend prachtvolles Wetter. 29.4. Alle Bäume blühen und die Gartenblumen sind offen. Die Felder stehen sehr schön, alles [? ist] in der kurzen Zeit. Am 4. d. lag noch Schnee und jetzt steht das Getreide 28 - 30 cm. 2. Mai - herrliches Wetter. Kirschen, Ringlotten und Birnen sind am 3.5. vollständig verblüht. Am 2.5. abends zieht ein schweres Gewitter vorbei u. ist über dem Manhartsberg starker Feuerschein zu sehen.

Die verspäteten Eismänner am 17. - 21. Mai brachten Kälte bis zu 0°. Der Mai blieb kalt, der ganze Juni voll verregnet. Kaum ein Tag ohne Regen. Am 20. Juni machte die Klasse einen Schülerausflug auf die Rax. Wir fuhren bei strömenden Regen ab, auf der Rax aber hatten wir ein gutes Wetter u. prachtvolle Aussicht.

Am 16. Juni begannen die Elektriker in der Klasse u. am Gang u. Vorhaus die elektrische Leitung unter Verputz zu legen. Die Arbeit dauerte 3 Tage u. wurde vom Elektriker Trenka aus Ravelsbach durchgeführt - 1.200 S.

Ende Juni begann eine hochsommerliche Hitze bis zu 40° im Schatten. Wunderbare Tage, alles reift schön. Am 30.6.52 biß der Schäferhund des Pfaller Anton den Bürgermeister Pennersdorfer in den Fuß, am 3.7. der Hund des Schmöger Karl das Kind seines Bruders im Gesicht. Am 5.7.52 war Schulschluß.

Am Mittwoch, den 9.VII.52 begannen die Maler (Gubi aus Gars) die Klasse, den Gang, den Vorraum, den Keller u. die Klosette auszumalen. Der Voranschlag war mit 1.220 S festgesetzt. Die Arbeit sollte 2 Tage dauern. Da aber sich die großen Schäden erst bei den Vorarbeiten zeigten, benötigten die Arbeiter fünf Tage dazu. Der Juli bis 13. d. war hochsommerlich mit Wärme bis zu 38°.

*[Unterschrift (unleserlich)]*

Schuljahr 1952/53

Das Schuljahr 1952-53 begann am Montag, den 8.9.1952. Die Schüler hatten an diesem Tage einen gemeinsamen Kirchengang nach Reinprechtspölla, wo um 1/2 8 h eine Schulmesse gelesen wurde. Nachher war Klassenbesprechung u. Vorbereitung für die nächsten Tage. Das Schuljahr 1952-53 weist folgende Schülerzahl auf.

Schlj. Knaben Mädchen Kinder
1. 3 - 3
2. 4 2 6
3. 1 5 6
4. 5 2 7
5. 1 2 3
6. - 1 1
7. 2 3 5
8. 4 1 5
  20 16 36

Da nach längeren Jahren wieder 3 Kinder - Schredl Rud., Ballnik Mathias u. Höbarth Grete - zur Hauptschule geschickt werden konnten, sank die Schülerzahl stark ab.

Der September war schön. Heuer war nach 12 Jahren erstmalig der Rebhühnerabschuß bewilligt und zwar in der Zeit vm 15. - 30. Sept. Da gerade in dieser Zeitspanne schlechtes - windiges Wetter herrschte, wurden nicht viele Rebhühner erlegt. Es trat auch in diesem Sommer hierorts erstmalig der Kartoffelkäfer auf. Ende September zeigt das Thermometer schon 0°. Freitag, den 10.10. 52 liegt der erste Reif. 15. u. 16.10. morgens 2 - 3° Kälte. Am 7.11. war starker Sturm - 110 km Geschwindigkeit. Am Montag, den 10.11.52 war der neue Schulinspektor Dr. [? Gerlner] des Bezirkes auf kurzen Besuch in der Schule. Da der Oberlehrer seit 30.11. an einem Nervenriß bettlegrig war, besuchte ihn der Inspektor. Als Aushilfe war die Lehrerin Stipany aus Pölla an der Schule. In der Nacht zum 15.11. fiel der erste Schnee (4° Kälte). Die Kälte dauerte den ganzen Nov. an. Am 7., 8. u. 9. Dezember hatte es schon bis 12° Kälte. Es lag schon 10 cm Schnee. Am 6. Dezember hielt die Jagdgesellschaft die Jagd. Es wurden 99 Hasen u. 1 Kaninchen erlegt. Am Abend war im Gasthaus Arndorfer ein gemütlicher Jägerschmaus.

Der ganze Dezember blieb kalt und es lag Schnee. Das Wetter ist ganz normal. Am Dienstag, den 27. Jänner 1953 ist mit 16° Kälte der kälteste Tag. Den nächsten Tag darauf taut es bei 2° Wärme. Am 1., 2. d. Monats ging ein heftiger Sturm über das Land - ein Wind mit 122 stkm. Zugleich gab es in Holland eine Springflut die 1/6 des Landes unter Wasser setzte. 35.000 Kühe, 5.000 Pferde, 7.000 Schweine und 1.700 Menschen ertranken. Ebenso gab es in England eine Springflut.

Am 6. Februar 1953 starb der Kleinhäusler und Gemeindediener Heinrich Brantner. Am 22. Februar 1953 fand in Österreich die Nationalratswahl statt. In Sachsendorf waren 54 Stimmberechtigte. Davon wählten: 41 Personen Österr. Volkspartei, 7 Personen Sozialist. Partei Österreichs, 3 Personen Volksopposition, 1 Kuvert leer u. 2 ungültig. Der Nationalrat wurde mit Ö.V.P. 74 Mandate, S.P.Ö. 73 Mandate, V.Ö. 4 Mandate u. V.D.U. 14 Mandate.

Am 5.2.1953 fand hier in der Schulklasse eine Gerichtsverhandlung statt. Im Mai des Vorjahres hatte Karl Schmöger No 11 mit der Elisabeth Seidl No 20 eine Auseinandersetzung in deren Verlauf durch zutun des Schmögers Frau Seidl zu Fall kam u. sich einen Arm brach. 2 Verhandlungen waren bereits u. Schmöger war zu 4 Monat Kerker verurteilt. Er legte Einspruch vor u. so kam es am 5.2.53 zu einem Lokalaugenschein. Das Urteil wurde in der Klasse gefällt u. Herr Schmöger verlor den Einspruch, so daß die verlängerte Strafe Gültigkeit erlangte. Am gleichen Tage erschienen im Schulgarten die ersten Frühlingsboten - die Stare.

Am 4. Juli 1953 schloß das Schuljahr 1952/53. Am 5. Juli fand eine Sitzung des Ortsschulrates statt und wurde in derselben beschlossen, daß in den Ferien die ganze Fassade des Schulhauses neu gemacht wird.

*[Unterschrift (unleserlich)]*

Schuljahr 1953/54

Am Montag, den 7. September 1953 begann das Schuljahr 1953/54. Um 1/4 8 h gingen die Schüler zur Schulmesse nach Reinprechtspölla. Nach dem Kirchengang wurden die Kinder in der Klasse über das kommende Schuljahr vorbereitet und eingeweiht.

Nachfolgend die Schülerzahl für 1953/54

Schlj. Knaben Mädchen
1. 1 -
2. 3 2
3. 4 1
4. 1 4
5. 4 2
6. 1 -
7. - 3
8. 2 3
  16 15

Summe: 31 Kinder.

In die Hauptschule Ravelsbach trat der Schüler Bruckmüller Adolf über.

In den Ferien wurde endlich die Fassade der ganzen Schule erneuert. Die Arbeiten bekam der Maurermeister Lechner aus Plank. Zugleich wurden auch die Stufen in den Garten gerichtet und anschließend an diese ein Betonplateau gemacht. Leider wurde dieses nicht nach den Angaben des Oberlehrers durchgeführt, sondern eigenmächtig nach den Gedanken des Maurermeisters. Dadurch wurde der Beton viel zu hoch gelegt, so daß von der Seite des Gartentürls das Wasser überhaupt nicht abfließen kann. Weiters wurde in der Mischung des Betons so wenig Zement verwendet, daß jetzt am Schulanfang die Zerbröckelung beginnt.

Sonntag, den 20.9.53 fand aus diesem Grunde um 1/2 11 h eine Besprechung des O.S.R. mit dem Maurermeister statt. Der O.S.R. ist der Ansicht, daß zuwenig Zement verwendet wurde, Lechner sagt der Sand sei die Schuld. Der Leiter hat den Standpunkt des O.S.R. Es wird daher das Plateau aufgerissen u. neu gemacht u. dazu gleich der Gartenweg zum Ausgang. Herr Lechner wird die Maurerstunden für das Plateau unentgeltlich beistellen, Material steuert der O.S.R. bei. Hätte der Maurermeister die Arbeiten gleich nach den Angaben des Leiters gemacht, wäre die Erneuerung derselben nie notwendig gewesen. Am 5.10. wurde nun mit der Arbeit neuerdings begonnen. Der Leiter gab dem Bgm. Pennerstorfer seine Wünsche bekannt, da er es ablehnte mit Lechner neuerdings zu verhandeln. Leider wurde der Gartenweg wieder nicht nach den geäußerten Wünschen gemacht. Es sollte vom Gartentürl eine kleine Stufe gemacht werden, damit der Betonweg nicht gar so stark fallend aussehe. Diese Einwendung des Lehrers wurde nicht beachtet. Da nun der Betonweg sehr hoch über dem alten Gartenweg lag, mußte beiderseits Erde angeführt werden. Dies führte der Leiter mit den Kindern durch.

Am 1.10.1953 lief der Pacht des Gasthauses hierorts ab und der Pächter zog am 9. d. M. aus. Arndorfer zog wieder nach Kriegenreith, wo er ein Haus besitzt. Als Pächter kommt ein Obritzhauser her. Arndorfer starb bald danach u.z. am 12.11.1953.

Da im Revier Sachsendorf u. Buttendorf heuer wenig Hasen sind, wird gar keine allgemeine Jagd abgehalten.

Das Jahr 1953 endete für die Familie Bruckner No 1 ganz tragisch. Am 29.11.53 heiratete die Tochter Bruckners Il. Schmöger aus Gumping. Am 29. Dez. 1953 starb aus diesem Haus die Mutter der Frau (Mörwald) Bruckner - Frau Antonia Mörwald - die am Sylvestertag begraben wurde, am 4.1.1954 deren Mann Mörwald Ferdinand, der am 6.1.54 begraben wurde u. am 19.1.1954 dessen Schwester, Amalia Mörwald, die am 21.1.54 begraben wurde.

Einlg.
Zl.
Parz.
No
Kulturgattung ha a m2 Kr h
127 240/2 Garten   6 35 1 33
127 240/3 Baufläche   5 70 . .
127 241/1 Hutweide   4 30 . 06
127 241/2 Hutweide   - 90 . 01
    17 25 1 40

Am 18. Februar 1954 starb Frau Karoline Haberson und wurde am 20. d. M. zu Grabe getragen. Am 22. Februar mußte Schmöger Karl eine 4 monatliche Kerkerstrafe in Krems antreten.

Der Winter trat heuer mit großer Gewalt auf und waren Tage hindurch 20 - 23° Kälte. Der Brunnen fror vollständig ein und riß die Röhre auf. Am 20.2. abends starb die alte Frau Schönweiß die im Wasenmeisterhaus - ehemals Kron Haus - im Ausnahm wohnte. Am Montag, den 22.3. kommt Frau Brychta Maria ganz aufgeregt in die Schule u. erzählt, daß sie gefallen sei und der Arm ihr weh tue. Der herbeigeholte Arzt stellte Oberarmbruch fest. Sie wurde ins Spital nach Horn überwiesen.

Vom 24.3. - 8.4.1954 hält Frau Grell aus Reinprechtspölla für den erkrankten Leiter Unterricht. Der ganze März ist kalt, trüb und neblig. Die höchste Tagestemperatur im April war +6°. Am 29.4. wurde die kleine Arndorfer Inge mit Blinddarmentzündung nach Horn gebracht. Im ganzen Monat April mußte in der Klasse geheizt werden. Am 10. Mai blühten erst die Kirschen, die Äpfel- und Birnbäume erst am 22. Mai. Ebenso war der Juni kühl und regnerisch. Die gesamte Vegitation ist um Wochen zurück. Die Kirschen die immer Ende Juni reif waren, konnte man erst ab 20. Juli abnehmen.

Am Montag, den 26.7. begannen die Arbeiter den großen Löschbrunnen beim Milchhaus auszugraben. Er soll für genügend Löschwasser bei einem Brand sorgen.

*[Unterschrift (unleserlich)]*

Schuljahr 1954/55

Am 6. September 1954 begann das Schuljahr 1954/55. Die Kinder der Schule gingen am Montag, den 6.9.54 um 1/4 8 h zur Kirche nach Reinprechtspölla. Nach dem Kirchgang wurden die Schüler in das Schuljahr eingeführt. Das Schuljahr 1954/55 weist nachfolgende Schülerzahl auf:

Schuljahr Knaben Mädchen Kinder
1. 2 5 7
2. 1 - 1
3. 4 3 7
4. 4 1 5
5. - 2 2
6. 3 2 5
7. 1 - 1
8. - 1 1
  15 14 29

In die Hauptschule Ravelsbach traten folgende Schüler über:

Klein Gerhart, Rottner Friedrich, Schlanzer Ilse und Zinner Erika.

In den letzten Ferientagen brachte der Tischler aus Burgschleinz den neu angeschafften Kasten für die Bücherei und die Anschauungsbilder. Es können dadurch endlich die Bilder vorbildhaft untergebracht werden.

Der Herbst ist teilweise sehr schön gewesen, teilweise aber auch sehr feucht. Die Kartoffelernte wurde trotz vorheriger Sorge sehr gut.

Am 18.10.1954 starb hier der Landwirt Haberson an Krebs. Das Leichenbegängnis fand am Donnerstag, den 21.10.1954 statt.

Am 17.10.54 waren in Niederösterreich die Landtagswahlen. In Sachsendorf waren 51 Wähler. Davon waren 46 gültig, 1 ungültig - also 41 Ö.V.P. und 4 Stimmen S.P.Ö. (41+4) Stimmen.

Am 6.2.1955 hielt der O.S.R. eine Sitzung über den Rechnungsabschluß 1954 ab. Dieser schloß mit einer Summe von 9.148,17 S.

Am 10.2.1955 wurde ein Fensterthermometer um 26,- S angekauft u. am mittleren Klassenfenster angebracht. Am 17. April schneite es und ein heftiger Schneesturm setzte ein. Laufend zeigte das Thermometer 0 - 5° unter dem Gefrierpunkt. Am 1. Mai sah man auf den Feldern noch keine Saat. Kein Baum hatte Blätter noch Blüten. Vom Montag morgens bis abends war dann der Kirschenbaum plötzlich voll aufgebüht. Um den 3. Mai war auf einmal hochsommerliche Temperatur (35° in der Sonne).

Am 24. April war Gemeinderatswahl. Es waren 50 Wähler, davon nur 43 zur Wahl gingen und 43 Stimmen für die Ö.V.P. abgaben.

Am Montag, den 2. Mai inspizierte Dr. Gartner die Schule. Er fand alles in bester Ordnung.

Am 15.4.55 war in der Schule wieder eine Gerichtsverhandlung u. zwar war Herr Thomas Schlanzer u. Frau Schmöger wegen falscher Zeugenaussage im Prozeß Schmöger - Pfaller Josef angeklagt. Vorher war ein Lokalaugenschein im Hause No 11. Nach 1 1/2 stündiger Verhandlung wurden beide Angeklagten freigesprochen.

*Ges. [Unterschrift (unleserlich)] B.H.*

Am 8. Mai 1955 sollte die Wahl des Bürgermeisters durchgeführt werden. Da diese Funktion keiner der am 24.4. gewählten Gemeinderäte übernahm, mußte die Wahl verschoben werden. Am 15.5.1955 war die 2. Wahl des Bürgermeisters. Nach langer Rede u. Gegenrede erklärte sich Schmöger Leopold bereit, das Amt anzunehmen. Der ganze Juni ist naß und kalt. Am 11. Juni 1955 wurde der Bauer u. Gastwirt Anton Obritzhauser wegen Einschränkung d. persönlichen Freiheit verhaftet und im Bezirksgericht Eggenburg eingeliefert.

Zeitungsartikel:

SACHSENDORF
Verhaftung. Der 42jährige Landwirt Anton O. versuchte am 1. Juni gegen 8 Uhr die bei ihm beschäftigte 32jährige Landarbeiterin Stephanie S. durch Gewalt zu mißbrauchen. Hiebei wurde Stephanie S. zirka eine halbe Stunde durch Anton O. in der Scheune seines Anwesens festgehalten und durch Würgen und Schläge ins Gesicht leicht verletzt. Als es Stephanie S. gelang, nach dieser Zeit zu flüchten, verfolge sie O., holte sie nach 50 m ein, wo er sie durch neuerliches Festhalten mit Gewalt in sein Anwesen zurückbrachte. O. wurde am 11. Juni verhaftet und dem Bezirksgericht Eggenburg eingeliefert.

In der konstituierenden Gemeinderatssitzung wurden gewählt: Bürgermeister Leopold Schmöger, Vizebürgermeister Heinrich Pennersdorfer, geschäftsführender Gemeinderat Franz Ehrenberger. Dem Gemeinderat gehören weiters an: Gr. Rudolf Schredl, GR. Anton Pfaller, GR. August Brychta, GR. Thomas Schlanra, GR. Franz Bürghofer und GR. Franz Waldschütz.

Am 18. Mai 55 war der Herr Bezirkshauptmann u. der Schulinspektor zur Besichtigung des Schulgebäudes hier. Die Bürgermeister wurden beauftragt, einige Mängel zu beheben. Am 3. Juli war Schulschluß.

*[Unterschrift (unleserlich)]*

Schuljahr 1955/56

Am 5. September 1955 begann das neue Schuljahr mit einem Gottesdienst in Reinprechtspölla. Die Kinderzahl ist wieder gesunken und so sind nur mehr 27 Schüler zu verzeichnen.

Schlj. Knaben Mädchen Kinder
1. - 2 2
2. 2 5 7
3. 1 - 1
4. 4 3 7
5. 3 1 4
6. - 2 2
7. 1 2 3
8. 1 - 1
  12 15 27

Der ganze Sommer war heuer naß und kühl. Es regnete fortwährend, so daß die Ernte nicht zeitgerecht eingebracht werden konnte. Anfangs September lag der Hafer größtenteils noch auf den Feldern. Die Frucht war erst am 3., 4., 5. Sept. eingebracht. Die Kipfler waren total verfault. Die Wiesen wurden erst am 15., 16. Sept. gemäht u. da am 18. d. Schönwetter eintrat, erst am 20., 21., 22. Sept. das Heu eingebracht. Ein Teil der Wiesen ist noch nicht gemäht.

Am 19. Sept. 1955 hat der letzte Zug der sowjetischen Besatzungsmacht niederösterreichischen Boden verlassen. Damit ist unser Heimatland besatzungsfrei. Die n.ö. Landesregierung gab eine Proklamation heraus, die am 21. Sept. in der Klasse verlesen wurde. Anschließend folgte eine Betrachtung der ganzen Weite dieser freudigen Botschaft. Nachher war schulfrei. Am 15.9.55 übersiedelte der hier wohnhafte Karl Schmöger nach Deutschland (seine Frau ist eine Reichsdeutsche).

In den Ferien wurden die Türen und Fenster der Schule weiß gestrichen, durchgeführt vom Malermeister Gubi Gustav aus Gars a. Kamp. 3.900 S war der Preis dafür. Am 19.19.1955 besuchte der Bezirksschulinspektor Dr. Gartner die Schule.

Der Herbst ist sehr feucht und die Feldarbeit kann nur recht schlecht beendet werden. Bis zu Weihnachten ist das Wetter herbstlich, aber nicht sehr kalt. Es hat bis zu Weichnachten keinen Schnee gegeben. Auch die Weihnachtstage war es annehmbar. Am 2. Feiertag heiratete die Pennerstorfer Gerti einen Klingenstein Leopold aus Buttendorf, der dort von seinem Onkel Karl Jordan die Wirtschaft übernehmen wird.

Der Jänner des Jahres 1956 läßt sich gut an u. hält Tagestemperaturen um den Nullpunkt. Mitte Jänner wird das Wetter wunderschön und steigt die Temperatur untertags bis +12° an. Erst am Ende dieses Monats wird es kühler und bricht dann der Winter mit Wucht ein, sodaß das Thermometer am Mittwoch, den 1. Februar -26° anzeigt. Andauernd bleibt die Kälte zwischen -10 u -20° im ersten Drittel des Monats.

Am Sonntag, den 29.1.56 starb der pensionierte Straßenwärter Josef Lausch. Am 31.I. wurde er bei scharfer Kälte von -16° zu Grabe getragen. Sein Sohn Johann hatte sich dabei die Ohrmuscheln gefroren.

Am Montag, den 5.3.56 fuhren der Bürgermeister, Ehrenberger und der Direktor nach Gars um einen Küchenherd zu kaufen. Nach einigen Besichtigungen wurde im Kaufhaus Obenaus ein moderner Küchenherd - Celus - mit Sonnenglutplatte um den Preis von 3.900,- S gekauft. Im Preis ist die Zufuhr und die Aufstellung inbegriffen. Herr Obenaus kam noch am selben Abend mit 3 Leuten und stellte den Ofen auf. Um 1/2 10 h abends wurde nun erstmalig eingeheizt. Nun ist die Küche bis auf die Erneuerung des Fußbodens tadellos hergerichtet. Sehr verständig waren die beiden Einkäufer, da sie jedenfalls gleich für einen großen u. ganz modernen Ofen eintraten u. die Höhe des Preises gar nicht abschreckend wirkte. Jedenfalls hat die Wohnung auf Jahrzehnte einen anständigen Ofen.

Am 24.3.1956 starb plötzlich unter einer Stunde Slamar Thomas an einem Blutgerinsel. Da seine hinterbliebene Ehefrau allein die Wirtschaft nicht führen konnte, verpachtete sie die Äcker.

Am 13. Mai 1956 waren die Wahlen in den Nationalrat. In Sachsendorf waren 45 = 18 Männer u. 17 Frauen wahlberechtigt. Davon waren 42 wählen gegangen - Slamar war gestorben u. 2 Wähler der Familie Dabergotz ausgeblieben. Es wurden 39 Stimmen für Ö.V.P. u. 3 Stimmen für die Sozialisten abgegeben.

Am 15. Juni 1956 machten die Schüler einen Ausflug nach Wien - Kahlenberg, Leopoldsberg, Häuserl am Rau, Stephanskirche, Opernpassage, Mödling - Burg Lichtenstein - Wien Zirkus Reberonzy-Vorstellung um 15 Uhr - dann in den Prater. Um 7 h wurde die Heimfahrt angetreten. Wie jedes Jahr - Pech - fuhren wir in strömenden Regen ab. Bald aber - wie jedes Jahr - Glück - wurde es recht schön.

Am 18. Juni war Schulschluß. Die Schulkinder begaben sich nach Pölla zum Kirchengang, der für 8 h angesetzt war. Um 1/4 10 war dann die Verteilung der Zeugnisse.

*[Unterschrift (unleserlich)]*

Zeitungsartikel aus 1955:

"Ausverkauf" in Staatsbürgerschafts-Nachweisen
Frau Marie T., jetzt in Sachsendorf, hatte sich vor einem Schöffengericht des Kreisgerichtes Korneuburg (Senatsvorsitzender OLGR. Dr. Kölbl, beisitzender Richter Dr. Litschmann, Staatsanwalt Dr. Neumayer, Verteidiger Dr. Wollanek, Eggenburg) wegen Beihilfe zum Amtsmißbrauch zu verantworten.
Als im Jahre 1945 Herr T. kommunistischer Bürgermeister in Weierburg war, bescheinigte er fälschlich allen möglichen Ausländern, vorwiegend aber Zigeunern daß sie am Stichtag "13. März 1938" in Weierburg wohnhaft gewesen wären, womit diese das Heimatrecht in Oesterreich erlangten. T. machte sich des Amtsmißbrauches schuldig und verbüßt gegenwärtig eine Kerkerstrafe.
Frau T. befürchtete, daß der Schwindel einmal auffliegen werde, daher "schmuggelte" sie die Angaben über jene Personen, denen ihr Mann zur Staatsbürgerschaft verholfen hatte, in das Fremdenbuch der Gemeinde. Dadurch machte sie sich der Beihilfe zum Amtsmißbrauch schuldig und erhielt 4 Monate Kerker, bedingt auf 3 Jahre.

Schuljahr 1956/57

Das Schuljahr 1956/57 begann mit einem Schulgottesdienst in Reinprechtspölla am Montag, den 3. September 1956. Es traten drei Schüler neu ein und zwar: Bürghofer Herbert, Obritzhauser Maria und Ecker Anna. Die Obritzhauser Maria wird aber ab 1. Okt. übersiedeln, da ihre Eltern abwandern. Der Schülerstand am Schulanfang lautete:

Schlj. Knaben Mädchen Kinder
1. 1 2 3
2. - 2 2
3. 2 6 8
4. 1 - 1
5. 4 2 6
6. 3 1 4
7. - 1 1
8. 1 1 2
  12 15 27

Der Sommer war teilweise schön aber auch kühl. Die Ernte war recht gut. Da die Obstbäume durch die strenge Winterkälte im Februar sehr stark gelitten hatten, wird in der Gegend gar kein Obst. Im Jänner war es derart warm, daß die Bäume Saft zogen u. antrieben und die folgende Kälte im Februar 56, die bis zu -27° anstieg, vernichtete alle Knospenansätze. Viele Obstbäume erfroren - so auch einige im Schulgarten.

Am 20. Sept. sammelten die Kinder für den Österreich. Blindenverband. Es wurde gespendet: Sachsendorf 21,- S, Reikersdorf 71,- S, Buttendorf 74,- S und Amelsdorf 65,- S = 231,- S.

Am 2.10. hatte es eine Tagestemperatur von +23°. Es sind herrliche Herbsttage. Seit 24. August bis 2.10.56 war es ununterbrochen schön u. warm. Es ist eine große Trockenheit und auf den Feldern eine ungeheure Mäuseplage. Am Donnerstag, den 11.10.1956 wurde in der Küche der Leiterwohnung ein neuer Fußboden gelegt. Der Tischlermeister Zellhofer aus Maissau verlangte dafür 1.050,- S.

Am 15.10.56 zog der Landwirt u. gewesene Gastwirt Obritzhauser nach Wielandstal bei Herzogenburg weg. Am gleichen Tag verkaufte Pfaller Josef No 20 die gesammte Villa an einen Käufer aus Burgschleinitz. Im November setze momentan eine Kältewelle ein die am 21.11. schon -13 Grad zeigte. Das Wetter ist dabei wunderschön.

Zu Weihnachten und am Anfang des Jahres 1957 war normales, ja sogar oft warmes Wetter. Der ganze Winter war sehr mild und gab es fast keinen Schnee. Im Februar konnten die Bauern ihre Äcker stürzen und hatten dadurch einen großen Arbeitsvorsprung.

Am 19.2.1957 wurde die Schulklasse der Gendarmarie für eine Einvernahme zur Verfügung gestellt. Es war Brychta August durch eine anonyme Anzeige verdächtigt worden, während einer Fernsehvorführung im Gasthaus Nickam das Schulkind Slamar Ilse belästigt zu haben. Die Zeugen die im Brief angeführt waren widersprachen sich u. die junge Frau Beswanger, die alles gesehen haben soll, stritt dies ab. Im April war über diese Angelegenheit bereits eine Gerichtsverhandlung.

Am 4. Mai in der Nacht stürzte Frau Leopoldine Pfaller über einen Türstaffel und brach sich die linke Hand.

Am 5. Mai 1957 wurde die Präsidentenwahl in Österreich durchgeführt. In Sachsendorf waren 47 Wähler, von denen 43 zur Wahl gingen. Abgegeben wurden 35 Stimmen für Dr. Denk und 8 Stimmen für Vizekanzler Schärf.

Am 11. Mai 1957 in der Religionsstunde fiel die Schülerin Anna Gnauer ohnmächtig zu Boden. Nachher erbrach sie stark. Der Direktor führte, da er Blinddarmentzündung annahm, das Kind gleich nach Hause. Am Nachmittag um 5 h wurde das Kind in Eggenburg operiert.

Im Frühjahr ware es recht lang kalt und wollte keine schöne Zeit kommen.

Am 28. Juni war der letzte Schultag und zugleich die Verteilung der Zeugnisse.

Der Julianfang war unnatürlich heiß und trocken und zeigte das Thermometer am 8. Juli mit 36° den heißesten Tag. Mitte des Monats brach dann Schlechtwetter ein u. dauerte durch bis zum September. Die Ernte wurde nur mit vielen Schwierigkeiten eingebracht.

*[Unterschrift (unleserlich)]*

*Ges. [Unterschrift (unleserlich)], 25.8.1958*

Schuljahr 1957/58

Das Schuljahr begann mit einem Schulgottesdienst am Montag, den 2. September 1957. Es traten 7 neue Schüler ein, also ein selten starker Anfang. Am 22. August 1957 wurde das neue Klosett für die Leiterwohnung gemacht. Die Maurerarbeiten machte Baumeister Buhl aus Gars und die Installierung der Spenglermeister Widhalm aus Maissau. Der Fußboden in der Klasse wird in den kommenden Ferien neu gemacht.

Der Schülerstand am 2.9.1957 lautete:

Schlj. Knaben Mädchen Kinder
1. 2 5 7
2. 2 1 3
3. 0 2 2
4. 3 6 9
5. 1 - 1
6. 2 1 3
7. 3 1 4
8. - 1 1
  13 17 30

Mit Schulbeginn begann eine Schlechtwetterperiode und es regnete jeden Tag. Die Bauern sind verzweifelt, da die letzte Heuernte noch nicht eingebracht ist. Es ist auch recht kalt geworden und am 26.9.1957 zeigte das Thermometer einen Stand von +2°. In der Herbstzeit wurde bekannt, daß heuer fast gar keine Hasen das Revier beleben. Auch in anderen Gemeinden hört man die gleiche Klage. Woran dies liegt, weiß wohl niemand und die Meinungen gehen weit auseinander. Der Oktober war recht naß u. neblig, ebenso der November. Kalt war es nur einige Tage. Das Wetter wechselt ganz kollosal. Am 7. auf 8.12. hatte es -9°. Am Vormittag begann es zu regnen u. mittags am 8.12. hatte es +4°.

Was aus einem Jungen [wird], der schon in der Schulzeit nichts taugt, zeigt der Vorfall, der sich in Ravelsbach abspielte. Dort wurde der 21 jähr. Josef Glatz, der auch hier ganz kurze Zeit die Schule besuchte, bei einem Einbruch ertappt u. gestand dann sogar einige Kircheneinbrüche. Er hat in der Schule schon seine Mitschüler bestohlen.

Zeitungsartikel:

21jähriger Klettermaxe gestand neun Kircheneinbrüche
Beim Einbruch ins Postamt Ravelsbach auf frischer Tat ertappt
Im Laufe des heurigen Jahres wurde in verschiedenen Kirchen des Bezirkes Ravelsbach eingebrochen und dabei immer die Opferstöcke ausgeplündert.
Im Kaufhaus Leitner-Nowak wurde in der Kirtagsnacht eingebrochen. Der Einbrecher stieg über das Dach, schlug mit einer Hacke die Geschäftstür ein und plünderte die Geldlade.
Ein über Nacht abgestellter Autobus der Fa. Bajer aus Maissau wurde aufgebrochen, die Radioanlage, Beleuchtung, Heizung und dgl. beschädigt. Die Gendarmerie konnte den Täter bisher nicht fassen.
In der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember - also von Samstag auf Sonntag - hörte Frau Betty Krainz, die im Hause Hauptplatz 5 wohnt, gegen 2 Uhr früh auf den Gängen Schritte und dann auch, wie jemand gewaltsam in die Post- und Gemeindekanzlei eindringen wollte. Geistesgegenwärtig teilte sie vom Fenster des 1. Stockes dem Nachtwächter ihre Beobachtungen mit. Dieser holte sofort vom nahen Gasthaus Verstärkung. Drei mutige Männer drangen in das Haus ein und fanden nach kurzem Suchen bei der Bodentür zusammengekauert den Eindringling. Es war dies der 21jährige Josef Glatz, der beim Fleischhauer V. als Lehrjunge beschäftigt ist. Widerstandslos ließ er sich abführen und der Gendarmerie übergeben. Dort gab er an, daß er die Haustür eingedrückt und in der Post- und Gemeindekanzlei nach Geld gesucht hätte. Da unsere Gendarmerie ihn schon länger als verdächtig beschattete, wurden ihm auf den Kopf alle Einbrüche zugesagt. Nach kurzem Leugnen gab er dann folgende Delikte zu: Vier Einbrüche in der Kirche Ravelsbach, den Einbruch im Geschäft Leitner-Nowak, zwei Einbrüche in der Kirche Groß-Meiseldorf, einen Einbruch in der Kirche Maissau, einen Einbruch in der Kirche Ziersdorf und einen Einbruch in der Kirche Zemling. Dort stahl er das Geld aus dem Klingelbeutel, während die Gläubigen mit der Prozession auf dem Friedhof waren. Auch den Schaden am Autobus der Firma Bajer gab er zu. Ueber den ungefähren ziffermäßigen Schaden lassen sich noch keine Aufstellungen machen. Das erbeutete Geld hat er immer in Alkohol umgesetzt. Die Gendarmerie hat Glatz bereits in das Kreisgericht Korneuburg eingeliefert.

Am 19. Febr. 58 starb in Buttendorf Franz Leeb. Er war nach dem 2. Weltkrieg Bürgermeister der Gemeinde u. legte wegen Erkrankung bei der letzten Gemeinderatswahl sein Mandat zurück. Er war als Bürgermeister auch Mitglied des sogenannten Ortsschulrates. Leeb war ein persönlicher Freund des Schuldirektors und unterstütze diesen bei seinen Schulangelegenheiten in jeder Art. Er war ein besonderer Schulfreund. Leeb war auch ein ausgezeichneter Bürgermeister u. war ganz besonders in der schweren Nachkriegszeit ein leuchtendes Beispiel für die Gemeinde. Nie hat er diese Zeiten zur Bereicherung ausgenützt und war immer an erster Stelle bei der Ablieferung. Er war ein aufrechter und absolut korrekter Mann. Das Begräbnis fand unter großer Beteiligung am Freitag, den 21. Feb. in Reinprechtspölla statt.

Die in den Schulausschuß entsandten Vertreter der Sprengelgemeinden hielten am Sonntag, den 2.3.1958 die vorgeschriebene Wahl ab. Es wurden sämtliche Funktionäre einstimmig gewählt.

Obmann: Bgm. Schmöger Franz, Sachsendorf,
Obm. Stellvtr: Bgm. Franz Steininger, Amelsdorf,
Schriftführer: Bgm. Franz Pfaller, Reikersdorf,
Kassier: Dir. Rudolf Reuser, Sachsendorf.

Brychta August, 35 Jahre alt, wurde am 8.4.1958 mit Lungenkrebs nach Eggenburg ins Krankenhaus gebracht. Vor einem Jahr wurde er erstmalig untersucht u. das Röntgenbild zeigte Krebs. Dr. Hogel meinte damals zum Direktor, daß Brychta höchstens 2 Jahre noch lebt. Brychta hatte keine Ahnung. Trotz Behandlung in Wien fraß sich diese entsetzliche Krankheit weiter. Am Mittwoch, den 9. April morgens brachte man Brychta in Agonie heim u. um 1/4 1 h mittags starb er. Am Freitag. den 11.4.58 wurde er in Reinprechtspölla begraben. Der Direktor war zu dieser Zeit krank u. konnte nicht aufs Begräbnis.

Am Freitag, den 25.4.1958 inspizierte der neue Schulinspektor Ob.Schulrat Josef Weghaupt erstmalig die Schule. Nach seinen Aussprüchen war er mit den Schülern zufrieden. Besonders gut gefielen ihm die Hefte und Zeichnungen und [er] erbat sich von jedem Schuljahr ein Muster.

Am 28. Juni 1958 war der letze Schultag u. sollte mit einem Gottesdienst beendet werden. Da es aber sehr stark regnete, entfiel dieser.

Gleich nach der Zeugnisverteilung begann der Maler das Schulzimmer frisch zu malen (Bauer aus Gars). Die große Klassenwand war an Nachmittagen vorher schon abgeschlagen u. von Leop. Söllner frisch verputzt worden. Am Mittwoch darauf, also am 2. Juli begann der Tischler Zellhofer aus Maissau einen neuen Fußboden zu legen u. die neuen Fensternischenverkleidungen zu machen. Am Samstag, den 5. Juli war alles fertig. Das Aus- u. Einräumen der Klasseneinrichtung führten die Schulkinder durch, da ja doch für diese Arbeiten keine Kraft zu beschaffen war. Die Kinder unter der Anleitung des Direktor arbeiteten mustergültig. Kosten: Maurerarbeiten 290,- S, Malerarbeit (Klasse malen, Gang machen u. lakieren, Küche malen) 1.370,- S, Tischlerarbeiten 5.441,- S. Damit der Fußboden schön weiß bleibt, wurden ein 10 m langer u. 1.10 m breiter [? Stoagnlastreifen] gelegt, der 214,- S kostete.

*[Unterschrift (unleserlich)]*

Schuljahr 1958/59

Das neue Schuljahr begann am Montag, den 1. September 58 mit einem Schulgottesdienst in Reinprechtspölla. Es traten 4 Schüler ein u. zwar: Gnauer Josef, Gnauer Anton, Jordan Anna und Schmöger Gertrude.

Der Schülerstand am 1.9.1958:

Schuljahr Knaben Mädchen Schüler
1. 2 2 4
2. 2 5 7
3. 2 1 3
4. - 2 2
5. 2 3 5
6. 2 - 2
7. 2 - 2
8. - 1 1
  12 14 26

Die Ernte wurde hier mit großer Verspätung eingebracht da es sehr viel regnete. Der Herbst brachte eine Rekordernte und konnte das Obst nicht angebracht werden. 50 g 1 kg Äpfel und doch kaufte sie niemand. Im Schulgarten war eine wunderbare Birnenernte, während der Apfelbaum keine Frucht hatte. Bis zum 2. März 1959 war nur einmal etwas Schnee gefallen und der war bald wieder weg. In der Woche vom 23. - 28.2.59 waren prachtvolle Frühlingstage mit schöner Sonne. Am 16. Februar 1959 gegen 3 h Früh verlief in der Linie Horn - Krems ein Erdbeben. Die Leute wachten auf und liefen aus den Häusern. Man verspürte das Schwanken sehr gut. Schaden wurde keiner angerichtet.

Zeitungsartikel:

Horner Post
Von Horn bis Krems bebte die Erde
Im Raume Horn-Krems herrschte am 16. Februar große Aufregung. Gegen drei Uhr früh begannen plötzlich Häuser zu wackeln, Mauern und Balken knisterten, Bilder verrutschten an den Wänden, Möbel schwankten hin und her - kurz und gut es gab ein richtiges Erdbeben. Zwei Erdstöße waren knapp hintereinander zu spüren, ein erster einige Minuten vor drei Uhr, ein zweiter, schwächerer, knapp nach Drei. Besonders in den oberen Stockwerken der Häuser sah das Schwanken ganz bedenklich aus, so daß viele Leute, die aus dem Schlaf geschreckt worden waren, aufgeregt auf die Straße liefen um sich in Sicherheit zu bringen. Die Angst erwies sich aber zum Glück als unbegründet, denn es dürfte nirgends irgendein Schaden angerichetet worden sein.
Erdbeben kommen viel häufiger vor, als man gemeinhin denkt. An die 10.000 Beben werden alljährlich von den Seismographen (hochempfindlichen Instrumenten, die jede geringste Bewegung der Erdoberfläche aufzeichnen) registriert. Etwa die Hälfte davon ist mit den menschlichen Sinnen wahrnehmbar. Zu ausgesprochenen Katastrophen kommt es dabei allerdings relativ selten. Die Ursache für die Bewegungen der Erdoberfläche liegt in plötzlichen Stößen im Erdinneren, die sich durch Schwingungen und Wellen in bestimmten Gesteinen fortpflanzen. Dabei gibt es Zonen, in denen Erdbeben häufiger auftreten und deutlicher spürbar sind als in anderen, wo ohne Seismographen kaum je Bewegungen wahrnehmbar sind.
Auch in Österreich gibt es ein Anzahl von solchen "Stoßlinien". So reicht z.B. eine von Wien südwärts über Baden, Leobersdorf nach Wr. Neustadt (Thermenlinie) und setzt sich fort über Gloggnitz, Mürzzuschlag, Kapfenberg und Leoben bis nach Villach (Mürzlinie). Eine andere, die sogenannte Kamplinie, läuft aus der Gegend von Wr. Neustadt nordwestlich über Anzbach an der Westbahn, quert die Donau und folgt dem Kamp bis nach Horn, von hier über Drösiedl nach Iglau, Prag und Leitmeritz sich fortsetzend.
Immer wieder treten daher auch in der Horner Gegend Erdbeben auf. Wirkliche Schäden haben sie allerdings selten zur Folge. Soweit die historischen Aufzeichnungen reichen, hat es nur drei schwere Beben gegeben. Das früheste urkundlich nachweisbare am 15. September 1590, dann eines am 26. und 27. Februar 1768 und ein hie und da noch in der Erinnerung lebendes am 3. Jänner 1873. Das Beben vom 17. Februar 1959 wird wohl durch einige Tage Gesprächsstoff liefern, wegen seiner geringen Intensität aber wahrscheinlich schon in Kürze vergessen und nur mehr in den Aufzeichnungen der meteorologischen Zentralanstalt enthalten sein.
F.B.

[Postkarte an Herrn Heinrich Pfaller, Buttendorf 6, Bez. Horn, N.Ö. (Rückseite)]

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Wien XIX, Hohe Warte 38
P.T.
Umseitige Skizze zeigt das Ausbreitungsgebiet des Erdbebens vom 17.2.59 mit den wichtigsten Meldeorten. Der Herd des tektonischen Bebens befand sich bei Senftenberg im Kremstal, N.Ö. Hier erreichte die Stärke des Bebens den Grad 5 1/2, das ist knapp an der Schadensgrenze. Die Anzahl der Meldungen betrug 205, die Größe des Fühlbarkeitsbereiches 4300 km2. Eine lebhafte Nachbebentätigkeit ist zu verzeichnen.
Die Direktion der Zentralanstalt dankt Ihnen für die Zuschrift und bittet Sie um weitere Mitarbeit.
3.3.1959 - Direktor

Die Baumblüte war prachtvoll und hat aber eine einzige Nacht mit einer Temperatur von -4° alles vernichtet. Es gibt kein Obst. Am 2. März 1959 fand im Schulgebäude die Wahl des neuen Schulausschusses statt. Gewählt wurden: Obmann: Bgm. Leopold Schmöger, Stellvertreter: Franz Steininger, Schriftführer: Franz Pfaller, Kassier: Rudolf Reuser. Die Wahl wurde einstimmig angenommen.

Am 4. Juli 1959 wurde der letzte Schultag mit einem Gottesdienst in Reinprechtspölla abgeschlossen. Schredl Anna war der einzige Entlaßschüler. Ecker Ferdinand u. Anna kommen mit Schulbeginn nach Nöhagen 59, Post Heinrichschlag, Bez. Krems. Am 18. Juni machte der Direktor privat - da Erwachsene nicht mitfahren durften beim offiziellen Schulausflug - einen solchen nach Krumau. Die Eltern konnten, da der Ausflug privat veranstaltet wurde mitfahren. Über Gföhl und Langenlois ging es heim. Es war ein prachtvoller Tag.

Am 4. Juli schloß das Schuljahr. Die Schulkinder besuchten gemeinsam die Schlußmesse in Reinprechtspölla. Nachher war in der Klasse eine kleine Abschiedsfeier für die Entlaßschüler. Es trat Anna Schredl aus. Ferdinand Ecker und Anna Ecker meldeten sich ab, da sie mit Schulbeginn bei den Großeltern wohnen werden.

Der Juli war stark verregnet u. ebenso der halbe August. Dann wurde es sehr schön. Leider war die Ernte durch den Regen stark behindert u. der Ertrag nicht gar glänzend.

*[Unterschrift (unleserlich)]*

*Gesehen: Josef Weghaupt, 1350 - 29.1.1969*

Schuljahr 1959/60

Das neue Schuljahr begann am 7. September 1959 mit einer gemeinsamen Schulmesse in Reinprechtspölla. Nachher war in der Klasse eine kurze Ansprache des Direktors, der auch Anleitung für das kommende Schuljahr gab. Mit 8. Sept. begann dann der geregelte Unterricht.

Als Anfänger traten neu ein: Boigenfürst Anton, Steininger Franz, Söllner Leopold und Jordan Elfriede. Der Klassenschülerstand lautet:

Schuljahr Knaben Mädchen Schüler
1. 3 1 4
2. 2 2 4
3. 2 5 7
4. 2 0 2
5. 0 2 2
6. 2 3 5
7. 2 0 2
8. 1 0 1
  14 13 27

Mit Schulbeginn ist herrliches Spätsommerwetter mit wolkenlosem Himmel. Es trat eine Trockenheit ein, die ununterbrochen ohne einen Tropfen Regen bis November [dauerte].

Am 18. Oktober kam ein Schüler in die Schule gelaufen und benachrichtigte den Direktor, daß es im Zigeunerwaldl brenne. Durch die lange Trockenheit war alles Gras dürr geworden. Wahrscheinlich hat ein Traktorfahrer, der kurz vorher vorbeifuhr, einen Zigarettenstummel weggeworfen. Da ein stärkerer Wind wehte, entzündete sich das Gras und griff sehr schnell um sich. Der Direktor verständigte sofort die Feuerwehr aus Reinprechtspölla und Harmannsdorf. Kurz darauf trafen diese ein und konnten mit Hilfe der Bewohner das Feuer bald ersticken. Es entstand kein besonderer Schaden.

Am 22. April hielt der Bezirksschulinspektor, Oberschulrat Josef Weghaupt in der hiesigen Schule eine Junglehrertagung ab, zu der 35 Lehrpersonen erschienen. Der Direktor Rudolf Reuser hielt eine Unterrichtsstunde mit besonderer Bedachtnahme auf den Schreibunterricht. Anschließend folgten Referate und Besprechungen, die bis 12 Uhr dauerten. Am 29.1.1960 war die Schule durch den Herrn Schulinspektor inspiziert worden.

Am 18. Juni wurde wieder ein Schulausflug nach Maria Taferl, Persenbeug - Donauwerk, Aggstein, Krems durchgeführt. Das Wetter war günstig und der Ausflug daher gut gelungen.

Der Schulschluß wurde am 1. Juli mit einer Schulmesse in Reinprechtspölla begonnen. Anschließend war in der Klasse die Zeugnisverteilung. Es gab heuer wieder nur einen Entlaßschüler u.z. Franz Pfaller aus Reikersdorf. Da der Dir. Rudolf Reuser mit 1. Sept. in den Ruhestand tritt, verabschiedete er sich auch zugleich von seinen Schülern. Zur Schlußfeier waren auch die Bürgermeister aus Sachsendorf, Leopold Schmöger, Franz Steininger aus Amelsdorf, Heinrich Pfaller [aus] Buttendorf, Franz Pfaller aus Reikersdorf und die Gemeinderäte Josef Gnauer aus Amelsdorf u. Alois Pfannhauser aus Reikersdorf erschienen. Ebenso beehrte Herr Oberschulrat, Bezirksschulinspektor Josef Weghaupt die Feier mit seiner Anwesenheit. Die Vertreter der Gemeinden des Schulsprengels Sachsendorf, Amelsdorf, Buttendorf und Reikersdorf gaben bekannt, daß diese Gemeinden in ihren Gemeinderatssitzungen dem Dir. Rud. Reuser das Ehrenbürgerrecht verliehen haben und beauftragt seien, eine künstlerisch ausgestaltete Urkunde zu überreichen.

Herr Bürgermeister Franz Steininger als Sprecher der Gemeindevertreter verabschiedete sich auch zugleich und dankte dem Leiter d. Schule für sein Wirken. Der Herr Schulinspektor, Oberschulrat Jos. Weghaupt gab einen kurzen Überblick über die Arbeitszeit des Direktors in der Schule Sachsendorf, überbrachte die Grüße des Herrn Bezirkshauptmannes, Hofrat Schneider und verabschiedete sich dann persönlich in bewegten Worten. Der Direktor, dem diese Ehrung vollkommen überraschte, dankte in herzlichen Worten allen Herren für die Ehrung und hohe Auszeichnung und mit den besten Wünschen für die Zukunft endete diese schlichte Feier.

Am 1. Sept. 1960 übergab Dir. Rudolf Reuser an die Lehrerin Anna Stern aus Röhrenbach die Leitung der Schule.

*[Unterschrift (unleserlich)]*

Zeitungsartikel:

Sachsendorf: Ehrenbürgerrecht für Direktor Reuser
Am 1. Juli, anläßlich des Schulschlusses, nahm auch Direktor Rudolf Reuser Abschied von der Sachsendorfer Schule. Direktor Reuser tritt in den wohlverdienten Ruhestand und übersiedelte nach Klosterneuburg. In Würdigung des verdienstvollen Wirkens haben ihm die eingeschulten Gemeinden Amelsdorf, Buttendorf, Reikersdorf und Sachsendorf das Ehrenbürgerrecht verliehen.
Anschließend an die Zeugnisverteilung und nach einer kurzen Ansprache des Direktors überreichte Bürgermeister Franz Steininger aus Amelsdorf als Senior des Schulausschusses die von Maler Pertermann künstlerisch gestaltete Ehrenbürgerurkunde und dankte im Namen der Schulgemeinde Direktor Reuser für sein langjähriges und aufopferndes Wirken an der Schule. An der Feier nahmen Bezirksschulinspektor Oberschulrat Weghaupt, die Bürgermeister Heinrich Pfaller, Buttendorf; Franz Pfaller, Reikersdorf, und Leopold Schmöger, Sachsendorf, weiters die noch zum Schulausschuß gehördenden Mitglieder Alois Pfarrhauser, Reikersdorf, und Josef Gnauer, Amelsdorf, teil.
Nach Bürgermeister Steininger sprach Bezirksschulinspektor Weghaupt dem scheidenden Direktor den Dank und die Anerkennung des Bezirksschulrates und des Bezirkshauptmannes aus.
Direktor Reuser, für den die Ehrung eine Überraschung war, dankte allen in herzlichen Worten.
Als neue Lehrkraft an der Schule Sachsendorf ist der Lehrer Gottfried Weißkircher, der Sohn des Hauptschuldirektors Franz Weißkircher aus Eggenburg vorgesehen.

Schuljahr 1960/61

Das Schuljahr begann mit einem Schulgottesdienst am Montag, den 5. Sept. in Reinprechtspölla.

Volksschuldirektor Rudolf Reuser trat mit Schulbeginn einen Krankenurlaub an. An dessen Stelle kam Volksschullehrer[in] Anna Stern als prov. Schulleiter. Infolge einer schweren Operation konnte Anna Stern den Dienst zu Schulbeginn noch nicht übernehmen. Daher unterrichtete 6 Wochen Volksschullehrer Engelbert Harather. Mit 14. Juni 1961 übernahm Volksschuldirektor Reuser wieder den Unterricht und VL Anna Stern wurde der Volksschule Horn bis Schulschluß zugeteilt.

In diesem Schuljahr trat nur 1 Schüler (Leopold Buchinger) ein. Der Schülerstand am 5. Sept.:

Schuljahr Knaben Mädchen Schüler
1. 1 0 1
2. 3 1 4
3. 2 2 4
4. 3 5 8
5. 1 1 2
6. 0 2 2
7. 2 3 5
8. 2 0 2
  14 14 28

Am 26.10. fand eine Feier "zum Tag der österr. Fahne" statt. Am 23.12. war eine kleine Weihnachtsfeier im Klassenzimmer. Die Kinder waren sehr ergriffen und tief beeindruckt. Vor Weihnachten übersiedelte die Familie Wesely aus Kasten, Bez. St.Pölten nach Sachsendorf Nr. 4. Sie konnten das Haus von Fr. Haberson durch Leibrente erwerben. Mit Jänner kamen Hedwig und Marianne in unsere Schule. Im März übersiedelten Kurt und Otto Simon mit ihren Eltern nach Speisendorf, Bez. Waidhofen/Th. Im April kaufte Herr Pich aus Ollern, Bez. Tulln das Haus Nr. 11 in Reikersdorf. Die Schüler Helmut und Monika traten in unsere Schule ein.

Am 14. April inspizierte der Bezirksschulinspektor, Ob.Schulrat Josef Weghaupt die Schule.

Das Schuljahr schloß am 1. Juli. Alle Kinder erreichten das Lehrziel. Nach der Schulmesse in Reinprechtspölla war im Klassenzimmer die Zeugnisverteilung. 2 Schüler wurden entlassen (Wilhlem Loidolt u. Franz Michalek) und 4 Schüler (Helmut Pich, Veronika Pfalz, Herta Pfannhauser u. Gertraud Söllner) traten in die Haupschule Ravelsbach über.

Die Ernte wurde heuer sehr früh eingebracht. Die Halmfrucht war durchschnittlich sehr schön. Nach einem schönen Herbst und verhältnismäßig milden Winter, folgte ein regenarmer, ja sogar sehr trockener Frühling u. Sommer. Anfangs März war es schon so warm, daß das Schulzimmer nicht mehr geheizt werden mußte. - Leider wirkt sich die große Dürre in den Hackfrüchten sehr aus. Die Kartoffeln und Rüben sind wenig und klein. Die Obsternte ist mittelmäßig.

Im Herbst wurde im Schulgebäude der Starkstrom durch die Fa. Wiesböck, Maissau eingeleitet (2472,- S). Im Juli wurden die Küche, der Gang u. die Schüleraborte vom Malermeister Otto Steiner aus Gars ausgemalen (630,- S).

*Anna Stern* - *Rasch, B.S.I. 28.4.1962*

Schuljahr 1961/62

Am Montag, den 4. Sept. 1961 begann das Schuljahr 1961/62. Um 1/4 8 gingen die Schüler zur Schulmesse nach Reinprechtspölla. Nach dem Kirchengang wurden die Kinder in der Klasse über das kommende Schuljahr vorbereitet und eingeweiht.

Als Anfänger traten ein: Pfalz Alfred, Brychta Elfr. Nachfolgend die Schülerzahl für 1961/62

Schulstufe Knaben Mädchen Schüler
1. 1 1 2
2. 1 0 1
3. 3 2 5
4. 2 2 4
5. 3 1 4
6. 0 1 1
7. 0 3 3
8. 1 3 4
  11 13 24

Wie alljährlich fand am 26.10. die Feier "zum Tag der österr. Fahne" statt. Am Faschingdienstag, den 7. März wurde das Ortssingen gemeinsam mit der Volksschule Reinprechtspölla im Gasthaus Sulzbacher in Reinprechtspölla um 14 h veranstaltet. Die Kinder sangen, musizierten und sagten Gedichte auf. Die Besucher waren sehr zufrieden mit den Darbietungen. Der Reinertrag betrug 640,- S. Jedes Schulkind erhielt anschließend eine Wurstsemmel und ein alkoholfreies Getränk. Der Rest von 360,- S wurde auf beide Schulen aufgeteilt. Um diesen Betrag kaufte der Schulleiter 9 Bücher vom Österr. Buchklub (50% Ermäßigung) für die Klassenbücherei.

Am 13. Juni war der Schulausflug. Die Schulkinder und Lehrpersonen von Sachsendorf und Reinprechtspölla fuhren mit einem Autobus der Firma Goldberger Eggenburg ins Waldviertel. Um 5 h war Abfahrt. Es ging nach Horn, Besichtigung des Stiftes Geras, Drosendorf, die Thaya abwärts nach Raabs. Ein Besuch in der Uhrmacherschule in Karlstein war sehr nett. Wir wurden durch die Werkstätten geführt und sahen viele Lehrlingsstücke und soeben beendete Meisterstücke. Zuletzt durften die Kinder ihre Uhren unter ein großes Werk halten, wo die Genauigkeit des Uhrwerkes geprüft wurde. Dann ging es weiter nach Neunagelberg. Dort besichtigten wir 1 1/2 h die Glasfabrik. Das war der erste Fabriksbesuch der Kinder. Diese waren sehr begeistert. Wir sahen die Erzeugung aller Glaswaren. Über Gmünd und Weitra ging es auf den Nebelstein. Leider war die Aussicht nicht besonders günstig. Von Zwettl fuhren wir durch den Truppenübungsplatz Döllersheim nach Allentsteig, - Göpfritz u. um 20 h waren wir wieder in Sachsendorf. Der Ausflug verlief ohne Zwischenfälle. Jedes Kind bezahlte 37 S.

Am 28. Juni wurde der letzte Schultag mit einem Gottesdienst in Reinprechtspölla abgeschlossen. In die Hauptschule Ravelsbach trat der Schüler Pfaller Anton über. Pfannhauser Wilhelm, Buchmüller Anna, Gnauer Anna, Loidolt Theresia und Suchan Anna waren die Entlaßschüler.

Am 28. April inspizierte der Herr Bezirksschulinspektor Johann Rasch die Schule.

Der vergangene Herbst war sehr trocken. Die Feldfrüchte wurden früh geerntet. Trotzdem war die Anbauzeit durch die große Dürre spät. Im Februar war eine Woche mildes Wetter. Dafür trat im März große Kälte ein. Eine Tempeatur von -8 Grad hielt längere Zeit an. Mit Sehnsucht erwarteten wir den Frühling. In der Baumblüte überraschte uns am 1. Mai 10 cm Schnee. In der Nacht zum 9. Mai war ein großes Unwetter. Ein fürchterlicher Wolkenbruch ging nieder. Er verheerte die Gegend von Retz bis zum Manhartsberg. Da Sachsendorf schon am Rande liegt, war die Schaden nur mehr ein Prozentsatz gegenüber den Nachbarorten. Trotzdem stand in einigen Häusern (Schmöger, Slancar, Wesely) das Wasser bis zu 20 cm in den Wohnungen. Das Vieh mußte aus den Stallungen getrieben werden. Eine Baufirma aus Mistelbach hatte durch dieses Unwetter 44000 S Schaden bei der Wiesenteichbachregulierung von Sachsendorf nach Buttendorf.

Am 6. Oktober entstand in Buttendorf im Anwesen des H. Hörzig durch Kurzschluß ein Brand. Stallungen und Scheune fielen zum Opfer. Größere und kleiner Schweine verbrannten. Die Feuerwehr hatte es sehr schwer, da fast kein Wasser zur Verfügung stand. Mit Tankwagen mußte dieses erst von Sachsendorf geholt werden.

Am Schulgebäude wurden im vergangenen Schuljahr nur die nötigsten Reparaturen durchgeführt, da in den kommenden Ferien neue Fenster an der Vorderfront kommen.

*Anna Stern* - *Rasch, B.S.I., 19.4.1963*

Schuljahr 1962/63

Am 3. September 1962 begann das neue Schuljahr mit einem Gottesdienst in Reinprechtspölla. Nach dem Kirchgang wurden die Schüler in das Schuljahr eingeführt. Das Schuljahr 1962/63 weist folgende Schülerzahl auf:

Schj Knaben Mädchen Schüler
1. 3 5 8
2. 1 1 2
3. 1 0 1
4. 3 2 5
5. 2 2 4
6. 2 1 3
7. 0 1 1
8. 0 2 2
  26

In die Hauptschule Ravelsbach trat nur Pfaller Anton über.

Am 26. Oktober fand wieder die Feier "zum Tag der österr. Fahne" statt. Am 22.12. war eine kleine Weihnachtsfeier im Klassenzimmer. Herr Bezirksschulinspektor Johann Rasch inspizierte am 19.4. die Schule. Schulschluß war wie im Vorjahr am 28. Juni.

Im vergangenen Herbst war es anfangs sehr dürr. Die Anbauzeit war sehr spät. Vor Allerheiligen setzten schon Reif und Kälte ein, sodaß die Bauern ihre Felder nur mehr zum Teil bebauen konnten. Viele Zuckerrüben konnten nicht mehr geerntet werden und überwinterten auf den Feldern. Am 4. Dezember waren -13° zu verzeichnen (Im Vorjahr +16°). Die Kälte hielt fast ununterbrochen bis Mitte März an. Am 27. Februar wurden -23° abgelesen.

Obwohl die Wintersaat im Frühjahr sehr schlecht aussah, erholte sie sich bald. Man erwartete eine sehr gute Ernte. Leider vernichtete anfangs Juni ein Gewitter durch Hagelschlag teilweise bis 70 % im sogenannten Seefeld. Das Gewitter kam ganz plötzlich. 10 Min. prasselten die Hagelkörner nieder, die bis zu 13 dkg schwer waren.

In den letzten Sommerferien wurden die Fenster an der Vorderfront des Schulhauses erneuert. Dafür wurde bezahlt: Tischler Zellhofer Maissau 9500 S, Baumeister Lechner 3600 S, Anstreichermeister Graßpointner Eggenburg 5900 S (auch Haustür streichen und Klassenzimmer ausmalen), Glasermeister Nowak Eggenburg 1635 S, Spenglerarbeiten 400 S und für Hilfsarbeiten 650 S. Diese Rechnungen ergaben rund 22000 S. Die Reinigungsarbeiten führte kostenlos der Schulleiter durch, da niemand aufzutreiben war.

*Anna Stern* - *Rasch, B.S.I. 15.2.1964*

Schuljahr 1963/64

Das neue Schuljahr begann am Montag, den 2. Sept. mit einem Schulgottesdienst in Reinprechtspölla. Es traten 4 Schüler ein und zwar: Berger Waltraud, Buchinger Alfred, Pfannhauser Erich u. Schmöger Maria.

Der Schülerstand am 2.9.1963:

Schulstufe Knaben Mädchen Schüler
1. 2 3 5
2. 3 4 7
3. 1 1 2
4. 1 0 1
5. 1 1 2
6. 2 1 3
7. 2 1 3
8. 0 1 1
  12 12 24

Am 26.2. feierte Herr Pfarrer J. Roithammer seinen 70. Geburtstag. Die Bürgermeister, Schulleiter und Pfarrkirchenräte gratulierten am Vorabend. Herr Bezirksschulinspektor inspizierte am 15.2. die Schule.

Der Schulwandertag fand am 10.6.1964 statt. Wir fuhren mit der Schule Reinprechtspölla mit einem Autobus der Firma Koch in die Wachau. Zuerst stiegen wir in Dürnstein aus und gingen zur Ruine. Anschließend wollten wir auf den Jauerling fahren. Leider war die Straße gesperrt, da einige Tage zuvor ein fürchterliches Unwetter in dieser Gegend niederging, sodaß die Straße vermurt war. Dann fuhren wir nach Maria Laach und nach Maria Taferl. Nach der Mittagspause waren wir in Ybbs-Persenbeug. Das Durchschleusen der Schiffe gefiel den Kindern sehr. Um 16 h fuhren wir mit dem Dampfer von Melk nach Krems. Davon waren die Kinder am meisten begeistert. Wir kamen zufrieden um 1/2 8 Uhr nach Hause. Der Fahrpreis betrug 35 S pro Kind.

Am 24. Juni erhielt H. Pfarrer Roithammer anläßlich seiner 30 jährigen Wirkungszeit in Reinprechtspölla das silberne Verdienstkreuz, überreicht v. H. Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Schneider. Gemeinderäte und Schulleiter waren dazu eingeladen.

Schulschluß war am 3. Juli. Bürghofer Herbert und Ecker Anna traten aus, Buchinger Leopld und Pich Monika besuchen ab Herbst die Hauptschule Ravelsbach.

Das Wetter war im vorigen Herbst recht schön. Die Ernte war mittelmäßig. Im Seefeld wurde durch den Hagel viel vernichtet. Der Winter hielt lange an. In der Nacht zum 17. März fiel 35 cm Schnee. Herr Anton Pfaller wurde am 19. März begraben, da mußte zuerst die Straße freigeschaufelt werden.

Im Schulhaus wurden keine großen Reparaturen durchgeführt. In die Klasse kamen eine Neonbeleuchtung (1650,- S) und Fensterroller um 2000,- S.

*Anna Stern* - *Rasch, BSI 28.4.1965*

Schuljahr 1964/65

Am 7. September 1964 begann das Schuljahr mit einem Schulgottesdienst in Reinprechtspölla. Es traten 9 Schüler ein und zwar: Frank Josef, Stern Gerhard, Waldschütz Robert, Wessely Willibald, Ecker Elisabeth, Genger Erna, Leopold Elisabeth, Nachtnebel Elfriede und Pfanenstiel Hermine.

Das Schuljahr weist folgende Schülerzahl auf:

Schj. Knaben Mädchen Schüler
1. 4 5 9
2. 2 3 5
3. 3 4 7
4. 1 1 2
5. - - -
6. 1 - 1
7. 2 1 3
8. 1 1 2
  29

Am 26. Oktober fand wieder die Feier "zum Tag der österr. Fahne" statt. Ein Ortssingen wurde am Faschingdienstag durchgeführt. Die Schüler von Sachsendorf und Reinprechtspölla versammelten sich um 14 Uhr im Gasthaus Sulzbacher in Reinprechtspölla.

Zeitungsartikel:

Jugendsingen der Volksschulen
REINPRECHTSPÖLLA. - Die Volksschulen von Reinprechtspölla und Sachsendorf hatten am Faschingmontag die Eltern und alle übrigen Ortsbewohner in das Gasthaus Sulzbacher zu einem Jugendsingen eingeladen.
Direktor Hammer konnte außer den Mitgliedern des Schulausschusses mit Obmann Kammerrat Dietrich auch die Bürgermeister der Gemeinden sowie viele Eltern und Ortsbewohner begrüßen. Besonders herzlich hieß er die drei Ehrenbürger der Gemeinde, Geistlichen Rat Pfarrer Roithammer, Ökonomierat Haslinger [der Dritte wird im Text nicht erwähnt!] willkommen.
Das bunte Unterhaltungsprogramm, das von 60 Kindern in ganz ausgezeichneter Weise bestritten wurde, brachte lustige Lieder und Gedichte, Frau Volksschullehrer Stern hatte mit den Mädchen Singspiele und Volkstänze einstudiert und Direktor Hammer unterhielt die vielen Zuhörer mit lustigen Weinlandgedichten aus der Feder des bekannten Mundartdichters Lois Schiferl.
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, die Eltern nahmen mit sichtlicher Freude Anteil am Spiel ihrer Kinder. Das Reinerträgnis aus den Spenden wird für den Ankauf von Lehrmitteln verwendet.

Der Reinertrag betrug 930,- S. Jedes Schulkind erhielt anschießend eine Wurstsemmel und ein alkoholfreies Getränk. Der Rest von 490,- S wurde auf beide Schulen aufgeteilt. Um diesen Betrag kaufte der Schulleiter 10 Bücher für die Klassenbücherei. Am 28.4. inspizierte Herr Bezirksschulinspektor Joh. Rasch den Unterricht des Schulleiters und am 9.6. den weibl. Handarbeitsunterricht.

Am 23.6. war der Schulwandertag. Die Schulkinder und Lehrpersonen von Sachsendorf u. Reinprechtspölla fuhren mit einem Autobus der Firma Koch in Eggenburg ins nördliche Niederösterreich. Um 6 Uhr war die Abfahrt. Wir besichtigten zuerst das Stift Altenburg und das Schloß Greillenstein. Dann fuhren wir nach Göpfritz, Gr. Siegharts, Raabs und zur Ruine Kollmitzgraben. Nach dem Mittagessen in Drosendorf kamen wir nach Hardegg. Die Kinde waren von der Burg sehr begeistert. Anschließend fuhren wir nach Retz und Röschitz. Der "Weberkeller" gefiel den Kindern besonders gut. Über Eggenburg ging es wieder nach Sachsendorf, wo wir zufrieden um 20 Uhr ankamen. Jedes Kind bezahlte 38,- S. Der Wandertag verlief ohne Zwischenfälle.

Am 2.7. wurde der letze Schultag mit einem Gottesdienst abgehalten. Vom 8. Schj. traten 2 Schüler (Arndorfer Inge u. Ponstingl Rupert) aus. Die Hauptschule Ravelsbach werden Brychta Elfriede und Pfalz Alfred besuchen.

Am 28.2. starb ein großer Staatsmann, unser Bundespräsident Dr. Adolf Schärf. Der neue Bundespräsident Franz Jonas wurde am 23.5. mit einer knappen Mehrheit gegenüber Dr. Alfons Gorbach gewählt.

Am 27.4. wurde in ganz Österreich der 20. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung Österreichs und am 15. Mai der 10. Jahrestag der Unterzeichnung des Staatsvertrages gefeiert. An beiden Tagen fanden Schulfeiern statt.

Sonntag, den 9. Mai starb um 11 Uhr 15 einer der bedeutendsten Österreicher, unser Landeshauptmann Dr. h.c. Dipl.Ing. Leopold Figl. Er war der erste Bundeskanzler in der 2. Republik, ehemaliger Außenminister und Präsident des Nationalrates. Leopold Figl war ein beliebter Österreicher und hat sich bis zum Tode dem Vaterlande gewidmet. Österreich ehrte den großen Staatsmann am Freitag, den 14. Mai 1965 mit einem Staatsbegräbnis.

Am 5.6. wurden folgende Vertreter der neuen Gemeinderäte zur Bildung des Volksschulausschusses gewählt: Schmöger Leopold, Ehrenberger Franz (sen.), Pfaller Heinrich, Jordan Karl, Boigenfürst Anton, Steiniger Franz und Gnauer Josef. An der Sitzung nahm auch der Bürgermeister Pfaller aus Reikersdorf teil.

Das Wetter war im vergangenen Herbst recht schön. Die Ernte konnte gut eingebracht werden. Es war ein ertragreiches Jahr. Der Winter dauerte sehr lange. Große Schneemengen verwehten dauernd unsere Straßen. Vom Frühling spürte man fast nichts, weil es immer kalt war und dauernd regnet. Viele Flüsse traten heuer aus den Ufern, sodaß in manchen Gegenden große Überschwemmungen entstanden.

Im Gang des Schulhauses wurde eine neue Verkleidung vom Tischlermeister Zellhofer angefertigt. Diese kostete 6091,- S. Das Ausmalen des Ganges und des Schlafzimmers kostete 1266,- S.

*Anna Stern* - *Rasch, BSI 25.2.1966*

Schuljahr 1965/66

Am 6. Sept. 1965 begann das neue Schuljahr mit einem Gottesdienst in Reinprechtspölla. Nach dem Kirchgang wurden die Schüler in das Schuljahr eingeführt. Es traten 7 Schüler ein und zwar: Jordan Helmut, Stern Alfred, Waldschütz Rudolf, Bauer Ernestine, Berger Maria, Buchinger Getrude, Ponholzer Sigrid. Das Schuljahr 1965/66 weist folgende Schülerzahl auf:

Schulstufe Knaben Mädchen Schüler
1. 3 4 7
2. 4 6 10
3. 2 3 5
4. 4 4 8
5. - - -
6. - - -
7. 1 0 1
8. 2 2 4
  35

Am 26. Oktober fand wie alljährlich eine Feier "zum Tag der österr. Fahne" statt. Am 25.2. inspizierte H. Bezirksschulinspektor Joh. Rasch die Schule. Zu Jahresende traten Jordan Karl, Jordan Elfriede, Frank Waltraud, Kitzmantl Margit und Schmöger Leopold in die Hauptschule Ravelsbach über.

Gnauer Josef u. Anton, Schmöger Getrude u. Wesely Marianne werden den Polytech. Lehrgang in Ravelsbach besuchen.

Am 10 April 1966 starb überraschend Bürgermeister Franz Pfaller aus Reikersdorf im 69. Lebensjahr. Als langjähriger Bürgermeister und wegen seiner steten Aufgeschlossenheit war er sehr beliebt.

Das Wetter war im Herbst recht günstig. Die Kartoffelernte fiel sehr unterschiedlich aus. Nach einem milden Winter konnte früh mit der Feldarbeit begonnen werden. Die Feldfrüchte sind heuer sehr schön.

In den kommenden Ferien soll die Klasse ausgemalt werden.

*Anna Stern* - *Rasch, BSI 29.3.1967*

Schuljahr 1966/67

Am 1. September 1966 übernahm Erhard J. Eibensteiner die provisorische Leitung der Volksschule Sachsendorf. VD Anna Stern zog am 31. August 1966 aus der Dienstwohnung aus und übersiedelte nach Thunau. Während der Ferien wurde die Klasse ausgemalt, auch ein neuer Ofen wurde angekauft.

Der Schülerstand zu Schulbeginn:

Schst. Knaben Mädchen
1. 6 2
2. 2 4
3. 3 6
4. 2 3
5. 2 1
6. - -
7. - -
8. 1 -
  16 16

Es erreichte uns die schmerzliche Nachricht, daß Herr Bundesminister a.D., Landeshauptmann Dr. h.c. Dipl.-Ing. Eduard Hartmann am Freitag, den 14. Okt. 1966, um 5 Uhr 35 unerwartet verschieden ist. Die Beisetzung erfolgt am Donnerstag, 20. Okt. 1966 um 11 Uhr 15 in Laxenburg, der Heimatgemeinde des Verstorbenen.

Schon zum zweiten Male werden große Teile Österreichs in diesem Jahr von Naturkatastrophen heimgesucht. Der Schaden geht in die hunderte Millionen Schilling.

Ab 1. Jänner 1967 sind die Gemeinde Sachsendorf und die Gemeinden Buttendorf und Amelsdorf in die Großgemeinde Burgschleinitz-Kühnring eingegliedert.

Die Großgemeinde besteht aus den Ortschaften:

Burgschleinitz
Kühnring
Matzelsdorf
Zogelsdorf
Amelsdorf
Sachsendorf
Buttendorf
und Sonndorf

Zum Bürgermeister wurde Franz Amon aus Matzelsdorf gewählt.

Zum Schulschluß treten folgenden Kinder aus:

Buchinger Alfred 4. St. -> HS Ravelsbach
Pfannhauser Erich 4. St. -> HS Ravelsbach
Berger Waltraud 4. St. -> HS Ravelsbach
Müller Henriette 4. St. -> HS Ravelsbach
Schmöger Maria 4. St. -> HS Ravelsbach
Genger Ingrid 5. St. -> HS Ravelsbach
Waldschütz Josef 5. St. -> HS Ravelsbach
Wesely Peter 5. St. -> HS Ravelsbach
Steininger Franz 8. St. -> Pol.Lg. Ravelsbach

Im kommenden Schuljahr wird keine Oberstufe mehr geführt werden.

*Eduard J. Eibensteiner* - *Ges. Rasch, BSI 27.4.1968*

Schuljahr 1967/68

Am 4. September begann das neue Schuljahr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Reinprechtspölla.

Es gab 8 Schulneulinge (4 Kn. + 4 Md.). Der Schülerstand ist nun folgender

Stufe Knaben Mädchen Schüler
1. 4 4 8
2. 6 2 8
3. 2 4 6
4. 3 6 9
  15 16 31

Während der Ferien gab es viel Neues:
Die neue Straße von Sachsendorf nach Buttendorf wurde fertiggestellt.
Die bereits sehr verwitterten Fensterstöcke des Hintertraktes der Schule wurden durch neue ersetzt.
Die Leiterwohnung wurde ausgemalt.

Doch ein sehr trauriges Ereignis überschattetet die Ferienfreude: Unser vielgeliebter hw. Herr Pfarrer aus Reinprechtspölla, Geistl. Rat Josef Roithammer erlag unerwartet einem langwierigen Leiden in einem Wiener Spital. Er stand im 74. Lebensjahr und leitete die Geschicke der Pfarre Reinprechtspölla, der auch Sachsendorf und Buttendorf angehört, schon über 33 Jahre. Er war als ein der Kunst aufgeschlossener Mensch bekannt und gab dem Pfarrhof und dem Gotteshaus während seines langjährigen Wirkens sein persönliches Gepräge. Von der Glocke bis zum Kirchentor, vom Altarbild bis zur Orgel, alles ist seiner Initiative zuzuschreiben. Über 200 Menschen aus der Pfarre nahmen an den Begräbnisfeierlichkeiten in Klosterneuburg teil. RIP.

Mitte September ist der neue Herr Pfarrer eingetroffen:

Martin van Dam, 49 Jahre, vorher Pfarrer in Wien-Leopoldau. Wir wünschen ihm alles Gute und Gottes Segen!

Im Winter gab es ein starkes Schneetreiben, sodaß die Kinder in der Schule festgehalten waren. Mehrere Autos mußten ausgeschaufelt werden. Ein trockenes Frühjahr brachte den Bauern viele Sorgen. Die Rübensaat ging nicht auf.

Gegen Schulschluß wurde rund um die Schule ein neuer Zaun errichtet. Er kostete 15500,- S. Zugleich wurde auch der Garten hergerichtet.

Zum Schulschluß traten folgende Kinder aus: Frank Josef, Robert Waldschütz, Wesely Willibald, Ecker Elisabeth, Genger Erna, Leopold Elisabeth, Nachtnebel Elfriede, Pfanenstiel Hermine, Schmöger Helga. Wir wünschen ihnen viel Erfolg in der Hauptschule!

Gegen Schulschluß gab es noch ein vergnügliches Kindersingfest: Die Schulen Reinprechtspölla und Sachsendorf brachten heitere und besinnliche Lieder und Gedichte. Nach längerer Regenzeit war erstmalig wieder schönes Wetter, sodaß viele Bauern nicht dabei sein konnten. Trotz des geringen Publikums war es ein voller Erfolg. Freiwillige Spenden brachten weit über 700 S, sodaß jedes Kind eine Jause erhielt.

*Frohe Ferien! Eduard J. Eibensteiner* - *Ges. Rasch, BSI 10.5.1969*

Fotos








Waldviertler Heimatlied

Hoch vom Nebelstein,
Bis zum Manhartsberg,
Und vom Raabser Wald bis zur Wachau;
Von der Thaya Flur,
Bis zum Donaustrand,
Und zur Isperklamm vor'm Strudengau:

Refrain:
Schön zur Sommerzeit,
Schön im Winterkleid,
Grüner Heimatwald
Sei mir gegrüßt!

Wo sich Burg an Burg
Auf den Hügeln reiht,
Selbst in Schutt von Sagen noch umwebt;
Wo im Talesgrund
Mächt'ger Türme Bau
Ein Jahrtausend Arbeit überlebt:
Refrain ...

Wo das Mohnfeld blüht,
Still die Saat sich wiegt,
Scheu das Reh am Waldessaume lauscht;
Wo der Vogel singt,
Deutsches Lied erklingt,
Kindertraum aus tausend Quellen rauscht:
Refrain ...


Quelle: Das Waldviertel 5
(1932) Heft 5, S. IV

Verfasst nach der Weise "Hoch vom Dachstein an"
und dem Wohltätigkeits- und Geselligkeitsverein
"D'Waldviertler in Wien" gewidmet
von Josef Fuchs-Ullrichs.

Beispiel Scans

Im Folgenden die fotografische Wiedergabe (Scan) einiger Beispielseiten, um eine Vorstellung davon zu geben, wie das Original ausgesehen hat.

Die Seiten sind Original 23.5 cm breit und 37.5 cm hoch und wurden entsprechend verkleinert, damit sie hier auf ein A4-Blatt zu passen.

Die Scans haben doch eine gewisse Grösse - Sie sollten daher bei einem langsamen Internetzugang mit einiger Verzögerung rechnen bis die Seiten angezeigt werden.

1879 (Original Seite 15)
1899 (Original Seite 34)
1917 (Original Seite 63)
1932 (Original Seite 113)
1950 (Original Seite 162)
1967 (Original Seite 200)

1879 (Original Seite 15)

1899 (Original Seite 34)

1917 (Original Seite 63)

1932 (Original Seite 113)

1950 (Original Seite 162)

1967 (Original Seite 200)

Leitung der Schule

Die Leitung der Volksschule Sachsendorf hatte:

1774 Anton Joseph
Herr Hornlauf, kam dann nach Mörtersdorf
Herr Rudolf aus Schönberg
Stephan Hermann aus Znaim
1791 Josef Titz (Ditz) aus Horn
1856 Anton Duhm
1856 Franz Schuh
1866 Johann Schminder
1873 Franz Piemann
1875 Heinrich Nagl
1875 Simon Hechenplaickner, zugleich Schulleiter in Reinprechtspölla
1875 Otto Ritterstein
1876 Meinrad Prieth, vorher Schulleiter in Poigen
1892 Heinrich Fraberger
1897 Ignaz Kindermann
1905 Alois Bocek
1905 Ignaz Schüller, aus Kühnring
1928 Emmerich Maurer
1933 Erwin Sauer
1939 Karl Beischlager
1940 Franz Trenker
1942 Hilda Kachelmayr
1942 Gertrud Türk
1943 Elfriede Garber
1944 Anna Kroiß
1945 Erwin Sauer
1950 Rudolf Reuser
1960 Anna Stern
1966 Erhard Eibensteiner
1969 Ernst Überreiter, bis 31.8.1972

Quelle: Aus der Vergangenheit unserer Gemeinde - Festschrift der Marktgemeinde Burgschleinitz-Kühnring von Burghard Gaspar

Statistik

Statistische Angaben Tage Prozent
Schul
jahr
Kin
der
Kna
ben
Mäd
chen
Amels
dorf
Butten
dorf
Rei
kers
dorf
Sach
sen
dorf
Schul
tage
ent
schul
digt
unent
schul
digt
ent
schul
digt
unent
schul
digt
1813 77                      
                         
1818 66                      
1820 66                      
1823 66                      
                         
1876                        
1877                        
1878                        
1879                        
1880                        
1881                        
1882                        
1883                        
1884                        
1885                        
1886                        
1887                        
1888                        
1889                        
1890                        
1891                        
1892                        
1893/94 64                      
1894/5 63     11 13 24 15          
1895/6 69 36 33                  
1896/7 79 36 43                  
1897                        
1898                        
1899                        
1900                        
1901                        
1902                        
1903                        
1904                        
1905                        
1906/7 60 31 29         200 625,5 116,5    
1907/8 62 32 30         208   304    
1908/9 62 31 31         199 393 250 3% 2%
1909/10 61 31 30               5% 1%
1910/11 60 31 29         252     5,267% 0,267%
1911/12 59 32 27               4,476% 0,390%
1912/13 61 29 32                  
1913/14 57 26 31         192     2,348% 0,150%
1914/15 55 25 30         194 525,5 10,5 4,925% 0,098%
1915/16 53 28 25         188 973,5 23,5 9,770% 0,235%
1916/17 54 28 26         191 594,5 58 5,764% 0,562%
1917/18 53 25 28         179 312 23,5 3,288% 0,247%
1918/19 50 26 24         176 194,5 31 4,482% 0,352%
1919/20                        
1920/21 54 31 23         226 612 27 5% 0,1%
1921/22                        
1922/23 52 27 25         218 624 3 5,5% 0%
1923/24 44 21 23         237 316 26 3% 0,2%
1924/25 40 17 23 15 14 6 7 224 346 6 3,8% 0,06%
1925/26 35 19 16 14 12 6 6 244 259 5 2,8% 0,05%
1926/27 36 16 20 16 11 6 6       4,9% 0%
1927/28 36 17 21 14 8 8 8       6,490% 0%
1928/29 35 18 20 13 11 8 6       11,310%  
1929/30 38 21 17                 0%
1930/31 40 20 20 6 12 12 10       3,573%  
1931/32 40 21 21 10 13 7 12       4,447%  
1932/33 42                   9,454%  
1933/34 41 19 22                  
1934/35 39 19 20                  
1935/36 39 21 19               2,3368%  
1936/37 28 13 15               3,36%  
1937/38 29 15 14                  
1938/39                        
1939/40 38 23 15       6          
1940-41 47 26 21                  
1941/42 42 22 20                  
1942/43 44 20 24                  
1943/44 41 18 23                  
1944/45 44 22 22                  
1945/46 69 38 31               2,2438%  
1946/47 46 23 23               3,797%  
1947-48 54 27 27                  
1948-49 51 25 26               6,840%  
1949-50 42 21 21                  
1950/51 43 25 18                  
1951/52 42 24 18                  
1952/53 36 20 16                  
1953/54 31 16 15                  
1954/55 29 15 14                  
1955/56 27 12 15                  
1956/57 27 12 15                  
1957/58 30 13 17                  
1958/59 26 12 14                  
1959/60 27 14 13                  
1960/61 28 14 14                  
1961/62 24 11 13                  
1962/63 26 12 14                  
1963/64 24 12 12                  
1964/65 29 14 15                  
1965/66 35 16 19                  
1966/67 32 16 16                  
1967/68 31 15 16                  

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Die Schulchronik von Sachsendorf 1876--1967 (Version 0.9.3 vom 31.10.2004)
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