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Vorwort

Die Schulchronik von Sachsendorf, einem kleinen Ort am Rande des Manhartsberges, wurde im Jahr 1876 begonnen und endet mit dem Schuljahr 1967/68. Die Schule wurde mit 31.8.1972 stillgelegt und die Kinder in Reinprechtspölla eingeschult.

An den Beginn stellt der erste der VerfasserInnen, Schulleiter Meinrad Prieth, einen historischen Rückblick zur Ruine von Sachsendorf, und wir erfahren, dass die Entstehung der Schule auf die Stiftung einer in Wien lebenden Trabanten-Witwe zurückgeht. Weiters versucht er, alle Namen der Lehrer für die Zeit seit der Schulgründung, die ja bereits im Jahre 1774 stattfand, zu ermitteln. Diese "Reihenfolge der Lehrer" beginnt zwar - wie die Chronik allgemein - etwas chaotisch, ist aber sehr hilfreich, weil sie in der Folge lückenlos weitergeführt wird.

Die Aufzeichnungen beschäftigen sich natürlich in erster Linie mit den wichtigsten Ereignissen des jeweiligen Schuljahres. Dazu zählen Schulausflüge, Theateraufführungen und sonstige Schulveranstaltungen, Veränderungen an Schulgebäude und Schulobstgarten sowie eventuelle Wechsel in der Schulleitung.

Das Wettergeschehen wird durchgehend - zumindest in groben Zügen - dokumentiert und seine Auswirkungen auf Landwirtschaft und Ernte vermerkt. Wir finden mehrere besonders harte und schneereiche Winter, gewaltige Windhosen und Blitzeinschläge, Maiblumen und Huflattich, die zu Weihnachten blühen und andere Wetterkapriolen, von denen wir häufig annehmen, dass es "früher so etwas nicht gegeben hat".

Einen weiteren Schwerpunkt bilden besondere Vorkommnisse im Schulort bzw in der Schulgemeinde (Amelsdorf, Buttendorf, Reikersdorf, Sachsendorf, Wiesent). Dazu zählen Gedenkfeiern, Wahlergebnisse, Unfälle, Brände, die Elektrifizierung, die ersten Kraftfahrzeuge, die erste Postautobuslinie, das erste Radio und vieles mehr. Darüber hinaus werden auch regionale und überregionale Begebenheiten, wie zum Beispiel die Landesausstellung in Horn und der Kaiserbesuch in Eggenburg erwähnt.

Es ist wohl kaum verwunderlich, dass die Schilderungen über die Kriegs- und Mangeljahre der beiden Weltkriege sowie deren Auswirkungen auf die Schule und das Leben in der Schulgemeinde breiten Raum einnehmen. Da diese schreckliche Zeit eine derart grosse Bedeutung für die Geschichte unseres Landes hat und für das Leben unserer Grosseltern- und Elterngeneration so einschneidend war, hinterlassen die Aufzeichnungen aus diesen Jahren besonderen Eindruck. Der Umstand, dass es sich nicht um eine Rekonstruktion von Geschichte im Nachhinein, sondern um die Beschreibung der Gegenwart mitten im Geschehen handelt, macht die Chronik so überaus wertvoll.

Die Chronik war zum Grossteil in kurrenter Handschrift ("Deutsche Schrift") verfasst und wurde von mir in lateinische Schrift übertragen und anschliessend edv-gerecht aufbereitet. Dies dauerte - mit Unterbrechungen - von September 2003 bis Oktober 2004.

An dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei all jenen bedanken, die unterstützend mitgewirkt haben:

  • bei Herrn OSR Burghard Gaspar, Volksschuldirektor in Reinprechtspölla, dafür, dass er die Anregung zu dem Vorhaben gegeben und die Unterlagen zur Verfügung gestellt hat,
  • bei Christa Schweiger für die mühsame Arbeit des Korrekturlesens,
  • bei Ulli Pastner dafür, dass sie mir in allen Phasen des Projektes mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat,
  • bei den LeserInnen der vorläufigen, noch sehr fehlerhaften Versionen, die mir mit ihren Rückmeldungen den Ansporn zum Weitermachen gegeben haben,
  • bei den SachsendorferInnen, die in diversen Gesprächen ihr Interesse bekundet haben und so eine wichtige Motivationshilfe waren.

Möge die vorliegende Chronik dazu beitragen, das Interesse an der eigenen Geschichte zu wecken und wach zu halten.

Gerhard ÖttlSachsendorf, am 15. Oktober 2004


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Ein paar technische Hinweise:

Nicht zu entziffernde Wörter, Ergänzungen und Anmerkungen habe ich mit eckigen Klammern [...] gekennzeichnet.
Sollten noch Änderungen erfolgen, so finden Sie unter <http://www.ogersoft.at/sachsendorf/chronik/> die jeweils aktuelle Version im Internet. Die Chronik steht aber auch auf Datenträger (CD-ROM) zur Verfügung.
Wenn Sie mir eine Nachricht senden wollen, erreichen Sie mich unter <gerhard.oettl@nixda.ogersoft.at> (Bitte "nixda." aus Mailadresse entfernen).

Letzte Aktualisierung: 31.10.2004 - Version: 0.9.3


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